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FILE NAME: German Articles - Some with English Translation (GER) DATE: 1939 DOC#: GER058 DOCUMENT DESCRIPTION: Book Excerpt - Dr. Hans-Wilfrid W edler - No Translation * , - * T T- Arbeit und Gesundheit Sozialmedizinische Schriftenreihe aus dem Gebiete des Reichsarbeitsministeriums Herausgegeben von Professor Dr. Martineck . Ministerialdirigent im Reichsarbeitsministerium H E F T 34 i .y?r : Klinik der Lungenasbestose Klinische, statistische und rntgenologische Ergebnisse aus Reihenuntersuchungen an Asbestarbeitem ber Krankheitsbild und Verlauf der Asbestose Von Dr. Hans-Wilfrid Wedler Mit 88 Abbildungen im Anhang ... . .* 'flh.' C-?v*.-*?- . ?1 y f- ' . . \y m , ; f a a:-. ; # l v 9 3 GEOR GT HIEME / VERLAG / LEIPZIG rbeit und Gesundheit Sozialmedizinische Schriftenreihe aus dem Gebiete des Reichsarbeitsministeriums Herausgegeben von Professor Dr. Martineck Ministerialdirigent im Reichsarbeitsministerium Heft 34 J | 1 9 3 9 t EORG THIEME /VERLAG /LEIPZIG Aus der I. Medizinischen Universitts-Klinik Berlin, Charit D ire k to r: P ro fesso r Dr. R. S iebeck Klinik der Lungenasbestose Klinische, statistische und rntgenologische Ergebnisse aus Reihenuntersuchungen an Asbestarbeitern ber Kranklieitsbild und Verlauf der Asbestose Von Dr. Hans-W ilfrid Wedler t Assistent der Klinik Mit 88 Abbildungen im Anhang GEORG T HI EM E / VERLAG / LEIPZIG Alle Rechte, insbesondere das der bersetzung in fremde Sprachen, Vorbehalten Copyright 1939 by Georg Thieme, Leipzig, Germany E 1TBRAR C0K3RSSS SERIAL RECORr JUN 2 7 1945 Order Number Printed in Germany D ruck: B ib liographisches I n s titu t AG. in Leipzig \ * I * i jii f Inhaltsverzeichnis A b k r z u n g e n ......................... 6 A. E in le it u n g ..................................................................................................... 7 B. Geschichtliche, mineralogische und technischeVorbemerkungen . 9 C. Pathologische Anatom ie und Pathogeneseder Asbestose . . . . 12 D. Zusammenfassung der wichtigsten Verffentlichungen ber die Asbestose in D e u ts c h la n d .........................................................................16 E. Eigene E rgeb nisse.......................................................................................... 19 1. Methodische Vorbemerkungen und Erluterung des Beob achtungsgutes .................................................................. 19 2. Stellungnahme zur Frage der Pathogenese derAsbestose . . 21 3. Auswertung der anamnestischen und klinischenErhebungen . 24 4. D ie A sb e stw a r ze n ..................................................................................57 5. Rntgenbefund bei A sb e sto se........................................................... 59 6. Blutbefund bei A sbestose.................................................................... 64 7. Asbestose und T uberkulose................................................................65 8. Asbestose und K arzin om .................................................................... 67 9. Staubgefhrdung in den einzelnen A b te ilu n g e n ....................68 10. Verlauf der A s b e s t o s e ............................................................... . 71 11. Eigene S e k tio n sf lle ............................................................................. 90 12. Abbildungen m it Erluterungen....................................................... 99 13. Schwere Asbeststaublungenerkrankung im Sinne desGesetzes 99 Merkblatt der Staatlichen Gewerberzte..................................................... 102 S c h r if tt u m .......................................................................................i...................... 103 B ild era n h a n g .............................................................................., .......................... 105 E. Eigene Ergebnisse 2. 34 J ., m., 1 J. Gu. Klinisch und rntgenologisch Asbestose 0. A uf dem Film alte indurierte Spitzenherde rechts. Kein physikalischer Lungen befund. Kein Auswurf. Keine familire Belastung. Infektion unbekannt. Senkung 2/5. Blutbild o. B. Z u sa m m e n fa ssu n g : Inaktive alte Spitzenherde rechts. Keine Ver schlimmerung whrend der Asbestarbeit. 3. 32 J., m., 1 J. Gu. Asbestose klinisch und rntgenologisch Stadium 0. 1936 bei Arbeiten auf der Autobahn an Lungen- lind Kehlkopftbc. er krankt. Lngere Heilstttenbehandlung. Besserung. Seit er in der Asbest fabrik arbeitet, hat er keine Veschlechterung bemerkt. Gegenwrtig kein Auswurf. Soll angeblich zuletzt negativ gewesen sein. Klinisch diffuse Bronchitis. Rntgenfilm: Produktiv kavernse doppelseitige Lungentbc. Senkung 10/25. Blutbild o. B. Kein Fieber. Guter Allgemeinzustand. Z u sa m m e n fa ssu n g : Gegenwrtig stationre doppelseitige pro duktiv-kavernse Lungentbc., die sich whrend der Asbestarbeit nicht verschlechtert hat. 4. 21 J ., w., 61/ 2 J. VVe. Klinisch und rntgenologisch Asbestose I. Im Rntgenbild markstckgroes, derbes Infiltrat im rechten 1. Interkostalraum. Uber der Spitze keine Gerusche; ber den abhngigen Partien Bronchitis. Im Auswurf keine Tbc.-Bazillen. Senkung 7/16. Blutbild o. B. Keine familire Belastung. Von Tbc. nichts gewut. Z u sa m m e n fa ssu n g : Inaktiver rechtseitiger Spitzenherd bei Asbestose I. 5. 47 J ., w., 20 J. We. Asbestose klinisch und rntgenologisch (I)-- II. Im F ilm (1937) kleiner harter Herd im rechten 1. Interkostalraum. ber der Spitze keine Gerusche. Keine Bazillen im Auswurf. Tbc. nicht bekannt, nicht belastet. Im Mai 1931 war dieser Herd, als die Asbestose im Stadium I stand, noch nicht vorhanden. Es mu also zwischen 1931 und 1937 eine spezifische Erkrankung abgelaufen sein. Z u sa m m e n fa ssu n g : Jetzt indurierter alter inaktiver Spitzenherd rechts. Die Tbc. hat bei bestehender Asbestose nicht zu einer fort schreitenden Erkrankung gefhrt. Bei den 3 ersten Beobachtungen liegt noch keine greifbare Asbest stau bschdigung der Lunge vor. Hier kann man nur angeben, da unter der Asbestarbeit ein bestehender spezifischer Infekt offenbar nicht ver schlechtert wurde. Bei den beiden anderen Beobachtungen handelt es sich um eine Kombination von allerdings nicht ausgesprochen schwerer Asbestose mit Tuberkulose. Hier ist es zu keiner fortschreitenden Tuberkulose gekommen. Kleinere spezifische Herde in der Lunge, Kappenschwielen, Primrkomplexe usw. wurden dabei nicht bercksichtigt. Auch unter unseren n Sektionen von Asbestose fand sich keine Kombination mit Tuberkulose. Nach unseren Beobachtungen sind wir nicht in der Lage, einen Zusammenhang zwischen Tuberkulose und Asbestose zu belegen, wobei wir natrlich diese Mglichkeit fr schwere Formen der Asbestose nicht unbedingt verneinen knnen. Wir erinnern auch hier nochmals an die oben gegebene Feststellung, da bei keinem der familir mit Tuberkulose belasteten Untersuchten unter der Asbestarbeit eine Tuberkulose auftrat. 66 8. Asbestose und Lungenkrebs 8. Asbestose und Lungenkrebs Erst seit gut einem Jahr kennen wir in Deutschland das Vor kommen von Krebs bei Asbestose. M. Nordmann hat 1938 die beiden ersten Sektionsbefunde mitgeteilt und von dem ,,Berufskrebs der Asbest arbeiter" gesprochen. Vor ihm waren im Auslandsschrifttum seit 1935 von Lynch und Smith, Oloyne und Egbert und Geiger insgesamt 4 Beob achtungen hnlicher Art beschrieben worden. Es handelte sich 5mal um verhornende Plattenepithelkarzinome, die mal in den Unterlappen entstanden waren. Eigentmlich war ihnen eine mehrjhrige Staub arbeit, deren Beginn durchschnittlich 18 Jahre zurcklag und die fter vor dem Tode eine Reihe von Jahren aufgegeben worden war. Die Asbestose war nicht immer schwer, aber doch ausgeprgt. Besonders wichtig ist, da die Hlfte der Beobachtungen jugendliche 'Prger (2mal 35 Jahre, lmal 41 Jahre) betraf. Das bisher relativ kleine Beob achtungsgut erklrt Nordmann durch die relativ geringe Zahl staub gefhrdeter Arbeiter berhaupt sowie durch den hufigen Wechsel bei vielen Arbeitnehmern. Charakteristisch soll das multiple metaplastische Plattenepithelkarzinom des Bronchialbaumes sein, whrend die sonst hufigste Form des Lungenkarzinoms, das Adenokarzinom, nur ge legentlich vorkomme. Die Ursache fr das Karzinom sieht Nordmann in dem diffusen Umbau und chronischen Waelistumsreiz, den der Asbeststaub in der Lunge hervorruft. Die morphologische Beziehung der Karzinome zu den proliferierten Alveolarepithelien in Gestalt von Makrophagen und Riesenzellen scheint ihm eine unmittelbare zu sein. Welche Eigenschaften des Asbestes (mechanisch, chemisch, kanzerogene Stoffe) schlielich die Geschwulstbildung bewirken, ist bisher un bekannt. In unserem Beobachtungsgut einschlielich 5 Sektionsbefunden von Asbestose ist bisher keine Komplikation mit Lungenkrebs vorgekommen. Durch unsere Gutachterttigkeit sind wir aber mit den Akten einer bisher nicht verffentlichten dritten Krebserkrankung bei Asbestose in Deutschland in Berhrung gekommen, die Bohne, in Bergedorf beob achtet hat. Es handelte sich um einen am 17. 8. 1878 geborenen Mann, der von 1925 bis Januar 1935 in der Kapasbestfabrik Bergedorf zum 'Peil als Meister gearbeitet hatte. Wenige Jahre nach Beginn der Arbeit hatte er schon Beschwerden von seiten der Atmungsorgane. 1928 war er 2 Monate verschickt. Spter hielt er sich fter in Heilsttten auf, ohne da Tuberkelbazillen gefunden wurden. Am 24. 3. 1937 verstarb er nach einer Operation (wahrscheinlich versuchsweise Entfernung einer Metastase an der linken Brustseite ? ?). Der Sektionsbefund war nur unvollkommen wiedergegeben. Es soll sieh um eine schwere Asbestose gehandelt haben, bei der sich ein histologisch besttigtes Karzinom des rechten Lungenmittellappens fand. Die Art des Gewchses war nicht nher aufgefhrt. Der Herzbefund ist gleichfalls nicht genauer be schrieben worden. r> * f>7 E. Eigene Ergebnisse Inzwischen sind nach einer mndlichen Mitteilung von Baader und einem Vortrag von Nordmann (VIII. Internationaler Kongre fr Unfallmedizin und Berufskrankheiten, 1938, Frankfurt a. M. -- der Kongre bericht ist im Verlage von G. Thieme, Leipzig, erschienen) in England durch Gloyne 3 weitere Krebserkrankungen bei Asbestose beobachtet worden. Unseres Erachtens besteht kaum ein Zweifel daran, da der chro- . nische Reiz, den der Asbeststaub in der Lunge ausbt, fr die E nt stehung eines Karzinoms magebend sein kann. Es scheinen hier bis zu einem gewissen Grade analoge Verhltnisse wie bei anderen Berufs krebsen vorzuliegen. Da der Krebs nicht immer nur bei bisher versicherungspflichtigen ,,schweren Asbeststaublungenerkrankungen" , son dern auch bei klinisch und anatomisch leichteren Asbestosen vorkommt, ist es erforderlich, die Gesetzgebung entsprechend zu erweitern. 9. Staubgefhrdung in den einzelnen Arbeitsabteilungen In den bisher mitgeteilten deutschen Aufstellungen ist der Versuch, die Staubgefhrdung in den einzelnen Abteilungen nher zu vergleichen und zahlenmig zu belegen, mit Ausnahme einer kleinen Tabelle von Bohne, nicht unternommen worden. Man hat meist mehr auf die groen Unterschiede geachtet, die bei gleicher Arbeitszeit und etwa gleichen Be dingungen klinisch in Erscheinung treten. Da eine Hauptursache fr das Zustandekommen der Asbestose die eingeatmete Staubmenge sei, ist eine oft betonte Selbstverstndlichkeit. Entsprechend ist die Ge fhrdung in der Vorbereitung und Krempelei mehrfach als besonders gro bezeichnet worden. Gerbis nannte 1932 die Vorbereitung, Krem pelei und Weberei als die staubreichsten Abteilungen in der Teltower Fabrik. Wir stellen im folgenden unsere Untersuchungsergebnisse unter den obigen Gesichtspunkten zusammen, um gerade das vielen Erkrankungen Gemeinsame und offenbar durch die ArbcitsVerhltnisse in den be treffenden Abteilungen Bedingte zu kennzeichnen, ohne dabei die Unter schiede der Einzelbilder zu vernachlssigen. Es tauchen in dieser Aufstellung nicht alle Untersuchten auf, weil die Arbeiter vielfach ihren Arbeitsplatz wechseln. Wir whlten nur die aus, die ausschlielich in einer Abteilung ttig waren oder sich ihre Staubschdigung hchstwahrscheinlich vornehmlich in der betreffenden Abteilung zuzogen. In der V o rb e re itu n g d e r T e lto w e r F a b r ik werden nur wenig Arbeitskrfte bentigt. Daher ist die Gesamtzahl von 14 Arbeitern relativ klein. Zur Zeit der Untersuchung arbeiteten nur Krfte mit kurzer Staubexposition dort, weil die alten Arbeiter meist durch Staubschden ausgefallen waren. Unter diesen ersten 6 Untersuchten fanden wir bis 158 9. Staubgefhrdung in den einzelnen Arbeitsabteilungen Tabelle a. V o rb e r e itu n g Nummer Alter der Unter und suchungs Geschlecht reihe Arbeits alter Stadium der E r krankung Bemerkungen 166 23 J. m. 3 Mon. 0 81 30 J. m. 0,5 J. 0 90 37 J. m. 0,5 J. 0 Reizhusten, leiehte Be schwerden 299 22 J. w. 1,0 J. 0 80 30 J. w. 1,5 J. 0 88 36 J. m. 3,5 J. 0 Viel Maske getragen, Reiz husten 153 46 J. m. 2,0 J. 0--(I) n. 12 J. Maurer 1 94 60 J. m. 3,0 J. II-- (III) n. 10 J. Pa. 257 58 J. m. 3,0 J. (II)--III n. 17 J. Gu. 275 68 J. w. 6,0 J. II f,'v . 3 J. Fl. und 1,5 J . Fe. 152 50 J. m. 10,0 J. III n. 3 J. Pfrtner. Mund ! atmung (Rente) 307 61 J. m. 10,0 J. II-- (III) t, v. 5 J. Pia. und 2 J. Br. Carpinoma ventriculi 277 61 J. m. 12,0 J. III t, v. i J. Pia. 274 44 J. m. 15,0 J. III 'f 4 gestorben. 4 schwere Formen. Fr die Kranken m it reinen schweren Formen betrgt das Arbeitsalter 10-- 15 Jahre! zu 31/8jhriger Ttigkeit keinen nennenswert Erkrankten. Nur bei dein unter Nr. 90 aufgefhrten Arbeiter hrten wir schon nach 1/2jhriger Arbeitszeit geringe Klagen ber leichten Hustenreiz und etwas Atemnot ; es konnte auch gelegentlich Hustenreiz beobachtet werden, ohne da sonst ein weiterer Befund gegeben war. Auch bei der Beobachtung unter Nr. 88 erfuhren wir trotz reichlichen Maskentragens von Husten reiz. Die 8 letzten Untersuchten waren entweder lnger in dieser Ab teilung oder ihre Ttigkeit lag viele Jahre zurck, so da sich die Schdi gung nachtrglich weiter entwickeln konnte. Diese Arbeiter standen in den frheren Jahren unter einer sehr erheblichen Staubeinwirkung. Sie zeigten alle betrchtliche Staubschden. 4 verstarben im Laufe unserer Beobachtung; 3 infolge Asbestose, einer wegen Magenkarzinom. Die Beobachtungen unter Nr. 94 und 257 sind Beispiele dafr, da die Asbestose sich erst nach Aufgabe der Staubttigkeit zu einer schweren Form entwickeln kann. Bei dem unter Nr. 153 genannten Arbeiter ist eine Verschlimmerung der Erkrankung nach Aufgabe der Staubarbeit nicht eingetreten. Bei den reinen, schweren Formen von Asbestose, die ohne Unterbrechung durcharbeiteten, betrug das Durchschnittsarbeits alter bis zur Entwicklung der schweren Form 10--15 Jahre. 09 lin ir TJnt jhtin reihe 145 14-0 ir>9 165 136 164 89 167 151 53 30 77 12 31 29 18 59 98 113 290 52 38 172 204 285 310 66 280 279 309 15 298 39 127 23 60 276 56 1 79 2 278 24 199 67 42 : Stf Dinm S(n< Tabelle b. K rem p elei Alter und Geschlecht Arbeits alter Stadium der Er krankung Bemerkungen 29 J . w. 45 J . w. 32 J . w. 27 J . m. 29 J . w. 25 J. m. 29 J. m. 23 J . m. 25 J . w. 25 J . w. 25 J. w. 22 J. w. 40 J . w. 43 J . w. 37 J . w. 42 J. w. 34 J . m. 44 J. w. 48 J . w. 27 ,T. w. 23 J. w. 34 J. w. 30 J. w. 28 J. w. 30 J. m. 30 J. m. 33 J . w. 26 .1. w. 57 J .w . 58 J. w. 31 J .w . 53 J. m. 33 J. w. 36 J\ w. 30 J. vv. 29 .1. m. 39 J . w. 38 J. w. 62 J. w. 42 J. m. 41 J .w . 57 ,1. w. 53 .J. w. 45 J. \v. 47 .J. w. 2 Mon. 2 Mon. 2 Mon. 2 Mon. 0.25 J. 0,25 J. 0,5 J. 0,5 J. 0,5 J. 0,5 J. 0,75 J. 0,75 J. 1,0 J. 1,25 J. 1,25 J. 1,25 J. 1,5 J. 1,5 J. 1,75 J. 4,0 J. 4,0 J. 4,0 J. 4,25 J. 4,75 J. 5,0 J. 5,0 J. 5,75 J. 6,0 J. 6,0 J. 6,0 J. 7,0 J. 7,0 J. 7,5 .1. 8,0 ,J. 8,0' ,1. 8,0 .1. 9,0 J. 10,0 ,1. 10,5 .1. 12,0 J. 13,0 J. 17,0 .1. 1.5 J. 11,0 J. 6,0 J. 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0-- (I) 0 0 0 0 0-- (I) 0--(I) 0-- (I) 0-- (I) 0 -(I) (0)-- I I (0)-- I 0-- (I) I II (())-- I III (0)-- I I (0)-- I I (I)-U I -- (11) (I )- ll (I)--II I III I 0 (II)--III Spur Atemnot A sb k .! Randkatarrh A sb k .! 0,5 J. Sp. n. 10 J. Zw. v. 0,5 J. We. v. 1 J. Sp. 2,5 ,T. Vorb. v. Invalide Einseitiges Emphysem, 11 usten W atte in der Nase getragen n. 9 J. Sp. und 3 J. Spu. ersuchte: 18 = Stadium 0, 7 = Stadium 0 --(1), 11 = Stadium I, m TI, 2 = Stadium III. 3 Arbeiterinnen (am Schlu) ausDurohsehnittsarbeitszoit fr Spuren: 4 .)., fr Stadium T: 7.5 .1., < I ( : 9,4 .1. 9. Staubgefhrdung in den einzelnen Arbeitsabteilungen In keiner anderen Abteilung sahen wir so viele und schwere Krankheitsbilder wie in der Vorbereitung. Die Hufung der Todes flle stimmt damit berein. In dem Kreise unserer Beobachtungen mu die Vorbereitung als die staubgefhrlichste Abteilung bezeichnet werden. Ihr schliet sich als gleichfalls recht gefhrlich die K re m p e le i an, in der besonders durch das Krempelputzen viel Staub entsteht. Tabelle b zeigt, da Spuren einer objektiv fabaren Staubschdigung durch schnittlich nach 4 Jahren Arbeitszeit bemerkbar werden. Fr das Stadium I errechnet sich ein Durchschnittsarbeitsalter von 7,5 Jahren und fr das Stadium II ein solches von 0,4 Jahren. Da erhebliche individuelle Schwankungen Vorkommen, lehrt z. B. ein Vergleich der Beobachtungen unter Nr. 2 und 309. Alle Untersuchten zeigten vom 4. Arbeitsjahr an irgendwelche, wenn auch nicht immer strkere Sym ptome einer Staubschdigung. Eine Ausnahme machte nur die unter Nr. 190 gefhrte Arbeiterin. Sie hatte 11 Jahre ganz systematisch Watte in der Nase getragen. Zur Frage der Frhschden verweisen wir auf die Erhebungen unter Nr. 164, 29 und besonders 24; bei Nr. 12 und 18 fanden sich schon recht bald Asbestkrperchen im Auswurf. Bei den Untersuchten unter Nr. 298 und 67 darf man mit Zusatzschden aus anderen Abteilungen rechnen, wobei Beobachtung Nr. 208 wieder als einzige schwere Form mit krzerer Arbeitszeit eine zustzliche 21/2jhrige Ttigkeit in der Vorbereitung aufweist. Die W eb erei steht der Krempelei bezglich der Staubgefhrdung nicht viel nach, wie die Tabelle c zeigt. Im Durchschnitt betrug das Berufsalter fr Stadium I 7,5 und fr Stadium II 12,2 Jahre. Eine noch junge Frau starb bereits 12 Jahre nach Aufnahme ihrer Arbeit an einer schweren Asbestose (Beobachtung unter Nr. 273). Auch hier stieen wir gelegentlich bereits im 2. und 3. Arbeitsjahr auf die ersten Anfnge der Asbestose. Gnstiger lagen die Verhltnisse in der S p in n e re i (s. Tabelle d). Man mu hierbei bercksichtigen, da eine Reihe von Frauen an Spinn maschinen arbeiteten, die in der Krempelei (zum Teil mit Kr. bezeichnet) standen. Sofern sie in einem gesonderten Spinnraum beschftigt waren, hatten sie ber eine geringere Staubbelstigung zu klagen. Die unter Nr. 22 genannte Arbeiterin bot bereits nach ljhrigcr Ttigkeit zum 'l'eil zerfallende Asbestosekrperchen im Auswurf. Beachtlich ist die Beobachtung unter Nr. 225. Die Frau war 18 Jahre aus der Staubarbeit heraus, ohne da sich nach ihren Angaben die bestehende Asbestose (I)--II wesentlich verschlimmert hatte. In der Z w irn e re i (Tabelle e) und S p u le re i (Tabelle f) waren die Ergebnisse eher noch etwas gnstiger als in der Spinnerei. Auch die N h e re i (Tabelle g) bot mit Ausnahme der Beobachtung unter Nr. 114 eine nicht so erhebliche Gefhrdung. Die Ergebnisse in der R e in ic k e n d o rf e r F a b rik beleuchten die Wichtigkeit der Staubexposition besonders augenfllig. 71 Tabelle c. W e b e r e i Nummer Alter der Unter- und suchungs- Geschlecht rcihe Arbeits alter Stadium der Er krankung Bemerkungen 142 148 173 141 58 73 255 47 106 55 71 124 49 104 65 62 63 139 108 103 301 303 297 125 131 306 110 284 177 300 101 82 102 143 109 238 19 273 140 30 J . w. 17 J . w. 23 J. w. 26 J . w. 55 J . m. 25 J . w. 39 J. w. 17 J. w. 48 J. w. 42 J . m. 21 J . w. 37 J . w. 24 J. w. 26 J. w. 23 J. w. 33 J. w. 40 J. w. 36 J. w. 50 J. w. 19 J. w. 26 J. w. 29 J. w. 40 J. w. 31 J. w. 58 J. m. 27 .1. w. 33 J. w. 58 J . m. 51 .1. m. 21 J. w. 40 .1. w. 29 J. w. 27 J. w. 42 J. w. 32 J. w. 48 J. w. 26 J . w. 37 J . w. 47 .1. w. 1 Mon. 2 Mon. 2 Mon. 0.25 J. 0,25 J. 0,5 J. 0,5 J. 0,75 J. 0,75 J. 1,0 J. 1,0 J. 1,0 J. 1,25 J. 1,25 J. 1,5 J. 2,5 J. 2,5 J. 3,0 J. 3,25 J. 3,5 J. 4,0 J. 4,0 J. 4,0 J. 5,0 J. 5,0 J. 6,0 J. 6,0 J. 6,0 J. 6,25 J. 6,5 J. 7,0 J. 7,5 .1. 8,0 8,75 J. 10,5 J. 10,5 J. 10,5 .1. 12,0 .1. 20,0 J. 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 o-- (I) 0 0 0 0 (0)-- I 0-- (I) 0 0-- (I) 0-- (I) (6)-- I I-- (II) (I)--II (0)-- I (0)-- I (0)-- I I-- (11) I I--(II) i i -- (TU) ()-- i in ( i )-- i i - Nach 0,5 J. Asb.-Warzen Nach 0,75 J. leichte Luft knappheit Spur Randkatarrh Spur Randkatarrh Randkatarrh Infekte der oberen Luftwege schon vor der Asbestarbeit v. 6 J. Glasschleifer (na) und 5 J. Br. v. Nach 4 .1. 3 J . ausgesetzt Nach 5 J . 10 J. Pause und 1 J . Kr. 10,5 J. We., dann 5 .1. Rein machefrau t .19 Beobachtungen. 21 = Stadium , 4 -- Stadium 0--(1), 10 = Sta dium I, 3 -- Stadium II, 1 = Stadium III. Durehsclinittsarboitsalter fr Stadium I: 7,5 J ., Stadium II: 12,2 J. Tabelle d. S pi n n e r e i Nummer Alter der U nter- und suehungs- Geschlecht. reihe 150 27 J. w. 157 19 J. w. 158 20 J. w. 168 18 J. w. 170 46 J. w. 171 27 J. w. 174 17 J . w. 144 21 J. w. 11 18 J. w. 135 37 J. w. 14 21 J. w. 21 21 J. w. 25 21 J. w. 40 24 .1. w. 78 23 J. w. 86 16 J . w. 87- 16 J. w. 161 20 J. w. 10 21 J. w. 3 17 J. w. 9 21 J. w. 20 18 J. w. 22 30 J. w. 34 29 J. w. 41 26 J. w. 54 23 J. w. 126 22 J. w. 8 18 J. w. 13 17 J. w. 99 36 J. w. 28 30 J. w. 32 18 J. w. 33 17 J. w. 42 25 J. w. 51 24 J. w. 84 22 J. w. 27 20 J. w. 5 33 J. w. 292 30 J. w. 283 28 J. w. 7 26 J. w. 304 23 J. w. 17 24 J. w. 48 22 .1. w. 281 27 J. w. 288 25 J. w. 291 22 J. w. 293 27 J. w. Arbeits alter 1 Mon. 2 Mon. 2 Mon. 2 Mon. 2 Mon. 2 Mon. 2 Mon. 2 Mon. 3 Mon. 3 Mon. 0,5 J. 0,5 J. 0,5 J. 0,5 J. 0,5 J. 0,5 J. 0,5 J. 0,5 J. 0,75 J. 1,0 J. 1,0 J. 1,0 J. 1,0 J. 1,0 J. 1,0 J. 1,0 J. 1,0 J. 1.5 J. 1,5 J. 1,5 J. 2,5 J. 2,5 J. 2.5 J. 3,0 J. 3,5 J. 3,5 J. 4,0 J. 4,0 J. 4,0 J. 4,0 J. 4,5 J. 4,5 J. 5,0 J. 5,0 J. 5,0 J. 5,0 .1. 5,0 J. 5.0 J. Stadium der E r krankung 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0-- (I) 0 0 0 0 (())-- I 0 0 0 0-- (I) 0-- (I) I (0)-- I 0-- (I) 0 Bemerkungen Kr. Kr. Kr. Kr. Asbk. ! Bronchiektasen Kr., Spur Atemnot Kr. ! 1 J. Zw. v., Mundatmer Nach 3,5 J. 10 J. ausgesetzt Nach 4 J. 6 J. ausgesetzt 1,5 .1. Zw. und 1,5 J. Spu. v. Kr., Mundatmer Kr. Tabelle d. S p i n n e r e i (Fortsetzung) Nummer Alter der Unter- und suchungs- Geschlecht reihe Arbeits alter Stadium der Er krankung Bemerkungen 305 23 J . w. 5,5 .J. 0 282 24 J. w. 6,0 J. (<>)-- I 286 22 J. w. 6,0 J. 0 (I) 289 26 J . w. 7,0 J. (*)--I 43 28 J. w. 7,5 J. I Kr. 295 22 J . w. 8,0 J. 6-- (I) 4 26 J. w. 8,0 J. (0)--I 6 25 J. w. 8,5 J. 0-- (I) 46 31 J . w. 8,75 J. 0 50 41 J. w. 9,0 J. (0)-- I 83 26 J. w. 8,0 J. I Kr. 45 30 J. w. 10,0 J. 0-- (I) 4 225 46 J . w. 10,0 J. (I)-- II Kr., 18 J. n. A sbk. 61 Untersuchte. 43 = Stadium 0, 8 -- Stadium 0--(I), 9 - Stadium I, 1 = Stadium II. Durehschnittsarbeitsalter fr Stadium 0-- (I): 6,3.1., fr Stadium I: 6,6 J. 1 Sonderbeobachtung: 47 J. w., 2 J. Sp., 17 J. ausgesetzt, Stadium 0. Tabelle e. Z w ir n e r e i Nummer Alter der Unter- und suchungs- Geschlecht reihe Arbeits alter Stadium der Er krankung Bemerkungen 147 20 J. w. 1 Mon. 0 137 22 J. w. 0,25 J. 0 70 26 J. w. 0,25 J. 0 97 18 J . w. 0,5 J. 0 123 33 J. w. 0,5 J. 0 35 29 J. w. 1,0 J. 0 130 33 J. w. 1,0 J. 0 6 .1. Steingutarbeiterin 75 34 J. w. 1,5 J. 0 129 44 J. w. 1,5 J. 69 33 J. w. 2,5 J. 36 30 J. w. 3,0 J. 0 Randkatarrh ft Nach 1 J. 6 J. ausgesetzt ft Nach 2 J. 14 J. ausgesetzt 122 34 J. w. 6,5 J. ()-- I 302 29 J . w. 7,0 J. 0 37 29 .1. w. 8,5 .1. (0)-- I 96 61 J. m. 9,0 J. I Schenkelblock (bei Bungen stauung) 38 34 .J. w. 10,0 J. o--(1) 4 J. Kr. n. 294 28 J. w. 10,0 .1. I Nach 4 J. 4 J . ausgesetzt 1 18 45 .1. w. 10,5 .J. ()--I 133 38 .J. w. 14,5 J. (0)--I 1 12 55 J . w. 16,0 J. II Lucs 20 Beobachtungen. 12 = Stadium 0, 1 = Stadium 0--(I), 6 -- Sta dium T, 1 -- Stadium IT. Durcbsohnittsarbeitsalter fr Stadium T: 9,8 J. 9. Staubgefhrdung in den einzelnen Arbeitsabteilungen Tabelle f. S p u le r e i Nummer Alter der Unter und suchungs Geschlecht reibe Arbeitsalter Stadium der Er krankung Bemerkungen 146 59 J. w. 0,25 J. 0 74 44 J. w. 1,0 J. 0 128 42 J. w. 1,0 J. 0 26 46 J. w. 1,25 J. 0 68 32 J . w. 3,0 J. 0 1 J. Pa. n. 111 52 J. w. 7,5 J. (0)-- I 44 60 J. w. 9,5 J. 0 76 44 J. w. 13,0 J. II 8 Untersuchte. 6 = Stadium 0, 1 = Stadium (0)-- I, 1 = Stadium II. Tabelle g. N h e re i Nummer Alter der Unter und suchungs Geschlecht reihe 105 33 J. w. 156 57 J .w . 160 38 J. w. 61 33 J. w. 107 46 J. w. 159 53 J. w. 120 20 J. w. 91 53 J. w. 92 33 J. w. 117 34 J. w. 93 55 J. w. 116 42 J. w. 115 43 J. w. 119 29 J. w. 132 32 J. w. 138 41 J. w. 296 45 J. w. 114 38 J . w. 196 31 J. w. Arbeits alter 0,25 J. 0,25 J. 0,25 J. 0,5 J. 0,5 J. 0.5 J. 0,75 J. 1,0 J. 1,0 J. 1,25 J. 1,5 J. 2,0 J. 2,5 J. 3,0 J. 3,0 J. 3,0 J. 6,0 J. 11,5 J. 12,5 J. Stadium der Er krankung 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0-- (I) 0 0 0 0-- (I) II-- (III) I Bemerkungen Alte chronische Bronchitis, Emphysem 1 J. \Ve. v. 3 J. Sp. und 2 ,1. Fl. v., 11 usternherin 19 Untersuchte. 15 -- Stadium 0, 2 -- Stadium 0-- (.1), 1 = Stadium I, 1 = Stadium II. E. Eigene Ergehn isse Tabelle h. F e t t o r e i Nummer Alter der Unter- und suchungs- Geschlecht reihe Arbeits alter Stadium der Er krankung Bemerkungen 262 29 J . w. 1 Mon. 0 212 50 J. w. 0,25 J. 0 240 30 J. w. 0,25 J. 0 258 38 J. w. 0,5 J. 0 266 35 J. w. 0,5 J. 0 261 24 J. w. 0,75 0 191 40 J. w. 1,0 J. 0 202 34 J. m. 1,25 J. 0 184 24 J. w. 1,5 J. 0 183 30 J. w. 2,25 J. 0 189 51 J. w. 2,5 J. 0 203 21 J. w. 3,0 J. 0 182 25 J. w. 4,0 J. . 0 254 41 J. w. 13,5 J. 0 234 41 J. w. 14,0 J. 0 198 46 J. m. 14.25 J. 0 1,75 J. We. v. 1 J. Spu. v. 16 Beobachtete waren vllig frei von Asbestosevernderungen. In der F e t te r e i (Tabelle h) begegneten wir z. B. keinem Krank heitsfall, weil hier durch die Imprgnierung des Materials mit Fett die Staubentwicklung verhindert wird. In der F le c h te re i, wo mit dem trockenen Arbeitsgut umgegangen wird (Tabelle i), kamen nach ber lOjhriger Ttigkeit leichte Krank heitsformen zu Gesicht. Auch in der B re m s b a n d a b te ilu n g (Tabelle k) begegneten wir nur einem Kranken mit leichter Asbestose, der sich die Staubschdigung aber in der Teltower Fabrik in anderen Abteilungen zugezogen haben drfte. Hufiger kamen uns sogar schwere Asbestosen in der G u m m i a b te ilu n g (Tabelle 1) zu Gesicht. Bei allen diesen konnten aber neben der recht langen Berufsarbeit zustzliche Schden erwiesen werden. Der unter Nr. 257 genannte Untersuchte hatte frher 3 Jahre in der Vorbereitung gearbeitet! Bei den brigen ergab die Berufsvorgeschichte, da frher Spinnmaschinen mit in dieser Abteilung standen. Im ganzen ist die Gefhrdung in der Gummiabteilung gering. Nach den neuesten Mitteilungen von Nuck und Szcze/pnnski ber die Talkumstaublunge mu auch an die Mglichkeit einer zustzlichen Talkschdigung gedacht werden, da es in dem Raum Talkstaub gibt. Sicheres vermgen wir indes hierzu nicht zu sagen. In der P a c k e re i kamen nennenswerte Schden nicht vor. 7 Tabelle i. F l e c h t e r e i Nummer Alter der Unter- und suchungs- Geschlecht reihe Arbeits alter Stadium der Er krankung Bemerkungen 246 26 J. w. 1 Mon. 0 251 16 J. w. 1 Mon. 0 210 26 J. w. 2 Mon. 0 211 31 J. w. 2 Mon. 0 192- 41 J .w . 0,25 J. 0 239 35 J. w. 0,25 J. 0 243 51 J. w. 0,25 J. 0 247 50 J. w. 0,25 J. 0 209 42 J. w. 0,5 J. 0 215 32 J. w. 0,5 J. 0 226 16 J. w. 0,5 J. 0 236 27 J. w. 0,5 J. 0 190 33 J .w . 1,0 J. 0 230 17 J. w. 1,25 J. 0 244 45 J. w. 1,25 J. 0 219 24 J. w. 1,75 J. 0 270 22 J. w. 2,25 J. 0 259 30 J. w. 3,0 J. 0 200 29 J. w. 3,25 J. 0 176 21 J .w . 4,0 J. 0 269 23 J. w. 4,0 J. 0 175 45 J. w. 13,25 J. 0--(I) 3 J. Fl. und 10 J. Fe. 195 43 J. w. 17,0 J. I 180 43 J. w. 18,0 J. I 24 Beobachtungen. 21 = Stadium 0, 1 = Stadium 0-- (I), 2 = Stadium I. Auch trotz langer Arbeitszeit kamen nur leichte Erkrankungsformen vor. Tabelle k. B r e m s b a n d a b te ilu n g Nummer Alter der Unter und suchungs Geschlecht reihe Arbeits alter Stadium der Er krankung Bemerkungen 188 33 J. m. 0,5 J. 206 22 J. w. 0,5 J. 229 36 J. w. 0,5 J. 232 24 J. m. 0,5 J. 213 19 J. w. 0,75 J. 208 42 J. m. 2,25 J. 194 47 J. m. 3,25 J. 256 38 J. m. 5,0 J. 179 29 J. m. 10,5 J. 221 32 J. w. 16,5 J. 0 0 0 0 0 0 0 0 0 I 8 J. IVltow K r., Vorb., Sp., Wo. 10 Untersuchte. Der einzige Kranke hat die Schdigung sicher in der Teltower Fabrik erworben. 77 E. Eigene Ergebnisse Tabelle 1. G um m iabteilung Nummer Alter der Unter und suchungs Geschlecht reihe 265 19 J. m. 222 32 J. m. 260 50 J. w. 186 27 J . m. 235 17 J. w. 253 32 J. m. 207 34 J . m. 220 18 J .in . 193 37 J . in. Arbeitsnlter 1 Mon. 0,25 J. 0,25 J. 0,25 J. 0,5 J. 1,0 J. 1,0 J. 1,0 J . 2,5 J. 228 46 J . in. 8,5 J. 178 32 J. m. 12,5 J. 181 34 J . m. 15,0 J. 257 58 J. m. 17,0 J. 214 47 J . m. 22,0 J. 264 60 J . m. 29,0 J. 308 70 J. m. 36,0 J. 16 Beobachtungen. Stadium der Er krankung Bemerkungen 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0-- (1) 0-- (I) 0 (II)-- III (I)-- II 0 III Mundatmer Chronische Bronchitis nach Pneumonie 3 J. Br. v. Spinnmaschinen im Raum 3 J. Vorb. v. Spinnmaschinen im Raum, Matratzenabteilung im Krieg Spinnmaschinen im Raum Spinnmaschinen im Raum Die beiden Tabellen (m und n) ber das H ilfs p e rs o n a l ein schlielich der P a c k e r geben wieder anschaulich zu erkennen, da Erkrankungen nur da Vorkommen, wo frher einige Zeit im Staube (meist Vorbereitung!) gearbeitet wurde. Bei diesen Erkrankten mu man zum Teil erst eine nachtrgliche Verschlimmerung der Asbestose annehmen, da in frischen Fllen eine derartig bemessene Staubexposition nicht so schnell zu so schweren Krankheitsbildern fhrt (vgl. Beob achtung Nr. 94). Es ergibt sich auch, da nach Aufgabe der Stau barbeit die Verschlimmerung nicht zwangslufig oder regelmig eintritt (vgl. Beobachtung Nr. 153 und 1G2). Ferner sieht man, da der einfache Auf enthalt in der Fabrik oder in deren unmittelbarer Nhe praktisch n ic h t zu Erkrankungen fhrt (Pfrtner, Tischler, Schlosser, Heizer, Reine machefrau usw.). Besonders wichtig scheint mir auch die in Reinicken dorf gemachte Beobachtung, da die chronische diffuse Bronchitis gerade bei den Hilfsarbeitern ohne Staubgefhrdung relativ hufig war, was die oben aufgestellte Behauptung belegt, da die ausgedehnte Bronchitis gewhnlich nicht -- abgesehen von den schwereren Formen! -- das Zeichen einer Asbestose ist. Das in Tabelle 1 aufgefhrte Gesamtergebnis unserer Unter suchungen hat nur einen gewissen orientierenden Wert. Es geht daraus 78 9. iStaubgefhrdung in don einzelnen Arbeitsabteilangen Tabelle m. H ilfs p e r s o n a l (F ab rik T e lto w ) Nummer Alter der Unter und suchungs Geschlecht reihe 85 60 J. w. 94 60 J. m. -- 52 J. m. 134 48 J. m. 163 18 J. m. 153 50 J. ni. 154 44 J. m. 162 59 J. m. Arbeitsalter 15,0 J. 13,0 J. 18,0 J. 19,25 J. 0,75 J. 14,0 J. 19,0 J. 19,0 J. Stadium der Er krankung 0 II-- (HI) 0 (<>)-- I 0 ((>)-- I 0-- (I) o-- (T) Bemerkungen Chronische Bronchitis, H y pertonie. Reinmachefrau 3 J. Vorb. v ., 10 J. Packer und Fahrstuhlfhrer Direktor Obermeister Spulenfahrer 2 J. Vorb. und 12 J . Maurer Schlosser 1 J. Porzellanfabrik und 1 J. Vorb., Maschinist Tabellen. H ilfsp er so n a l (F ab rik R ein ick en d o rf) Nummer Alter der Unter- und suclnmgs- Geschlecht reiho Arbeits alter Stadium der Er krankung Bemerkungen 185 39 J. m. 17,25 J. 0 Pa. 187 34 J. w. 1,25 J. 0 Pa, 197 66 J. m. 17,0 J. (0)-- I Pa., Aortitis 201 30 J. m. 2,5 J. 0 Trans] >ortarbeiter 205 44 J. m. 15,0 J. 0 Chronische diffuse Bronchi tis, Fahrstuhlfhrer 216 36 J . w. 0,5 J. 0 Lagerarbeiter 217 68 J. m. 22,5 J. 0 Pfrtner, 10 J . Pia. v. 218 45 J. m. 20,0 J. 0 Chronische Bronchitis, Tischler 223 43 J. m. 3,5 J. 0 Obermeister 224 40 J. m. 6 Wo. 0 Obermeister 237 59 J. m. 28,0 J. 0 Chronische Bronchitis, Packer 241 57 J. m. 1,5 J. 0 Chronische Bronchitis, Schlosser 248 59 J. m. 18,0 J. 0 Chronische Bronchitis, Hei zer, 2 J. Fe. v. 249 67 J. m. 28,0 J. 0 Kutscher, 2 J. Fe. 252 17 J .in . 1,25 J. 0 Pa. und Schlosserei, Schlossei 268 29 J. m. 4,5 J. 0 Schlosser 271 27 ,1. m. 4,0 J. 0 (1 Asbestwarzo) Schlosser 17 Untersuchte, bei denen allein mal eine chronische Bronchitis ge funden wurde. 7!) E. Eigene Ergebnisse hervor, da die Asbestose ein hufiges Vorkommnis ist, da mit Zu nahme der Arbeitsjahre die Zahl der Erkrankungen steigt und da bereits in dem 1. Jahrfnft leichte Erkrankungen auftreten. Die Ta belle 1 kann irrefhren, weil das ihr zugrunde liegende Beobachtungsgut zu heterogen ist (verschiedene Untersuchungsreihen, Hilfsarbeiter, Gutachtenflle usw.). Klarer werden die Beziehungen erst bei einer Auflsung nach den einzelnen Untersuchungsreihen, weil erst der Quer schnitt durch eine ganze Gefolgschaft zu einem bestimmten Zeitpunkt die Staubgefhrdung richtig zum Ausdruck bringt. Natrlich wird ein starker Wechsel in der Belegschaft die Ergebnisse trben knnen. Diesen Umstand kann man durch Errechnung des Durchschnittsarbeitsalters aller Beschftigten bis zu einem gewissen Grade erfassen. Ist die Zahl der Erkrankten in einer Fabrik mit geringerem Durchschnittsarbeits alter hher als in einer mit hherem Durchschnittsarbeitsalter, so wird sich hierin die strkere Staubgefhrdung ausdrcken. Je grer die Zahl der Untersuchten ist, desto zuverlssiger werden die Ergebnisse sein. Unter diesen Gesichtspunkten stellt sich unser Untersuchungsgut so dar: Tabelle 2. E r g e b n is n a c h d e n F a b r ik e n u n d E in z e lr e ih e n g e t r e n n t 1. R e ih e T e lt o w 1937/38, 174 A r b e it e r . Stadium 0 ................ Stadium 0-- ( I ) ___ Stadium I ................ Stadium I I ............. Stadium I I I ........... 121 = 16= 28 = 7 = 2= 69,5% 9,2% 16,1% 4,0% 1,1% V e r h lt n is 79 : 21 Durchschnittsarbeitsalter: 4,0 Jahre 2. R e ih e R e in ic k e n d o r f 1938, 100 A r b e it e r . Stadium 0 ............. . Stadium 0-- ( I ) . . . Stadium I ............. Stadium I I ........... Stadium I I I ......... 85 - 85,0% 4 = 4.0% 5 - 5,0% 4 - 4,0% 2 -- 2,0% 3 Untersuchte mssen ausgesondert werden, weil 2 ihren Schaden frher in Teltow erworben hatten und 1 bereits 18 J. ausgeschieden war. Das endgltige Ergebnis ist dann: Stadium 0 ............. Stadium 0-- ( I ) . . . . Stadium I ............... Stadium I I ............. Stadium I I I ........... 85 = 4= 42= 2= 87,6% 4,1% 4,1% 2,1% 2,1% V e r h lt n is 92 : 8 Durchschnittsarbeitsalter : 5,8 Jahre 10. Verlauf der Asbestose 3. R e ih e T e lt o w 1934, 58 A r b e it e r . Stadium 0 ............. Stadium 0--(I)___ Stadium I ............. Stadium I I ........... Stadium I I I ......... 10 = 17,3% 18 = 31,0% 20 = 34,5% 5 -- 8,% 5 = 8,6% V e r h lt n is 48 : 52. Durchschnittsarbeitsalter: 7,5 Jahre. In T e lto w liegt das ZahlenVerhltnis von Gesunden zu Erkrankten, wenn das Stadium 0--(I) noch als 0 gerechnet wird, in der Reihe 1937/38 bei 79:21 gegenber R e in ic k e n d o rf von 92:8, obwohl das Durch schnittsarbeitsalter in Reinickendorf hher ist als in Teltow. In diesen Zahlen kommt der entscheidende Einflu der strkeren Staubgefhrdung in Teltow sehr deutlich zum Ausdruck. Ganz andere Ergebnisse bekommt man, wenn nur ein Auswahlgut untersucht wird, wie es in den bisherigen deutschen Verffentlichungen meist der Fall war. Das erlutert unsere Untersuchungsreihe aus dem Jahre 1934 in Teltow, wo nur ltere Arbeiter angesehen wurden, bei denen eine Staubschdigung zu erwarten war. Das Ergebnis ist weiter deswegen so ungnstig, weil damals noch viele alte Arbeiter in der Fabrik waren und infolge der wirtschaftlichen Verhltnisse der Wechsel der Belegschaft geringer war. Das viel hhere Durchschnittsarbeitsalter belegt diese Annahme. Man sieht, da damals gut die Hlfte aller Unter suchten Asbeststaubschden aufwies. Im ganzen lehrt uns diese statistische Verarbeitung, da fr das Zustandekommen der Asbestose -- abgesehen von einzelnen indivi duellen Schwankungen -- die Staubgefhrdung am Arbeitsplatz und die Dauer der Staubarbeit die entscheidenden Umstnde sind. 10. Verlauf der Asbestose Bei der Betrachtung des Verlaufes der Asbestose am Einzelkranken ist zwischen solchen Untersuchten zu unterscheiden, die nach einer ge wissen Expositionszeit die Arbeit ganz aufgeben und ein gewisses Staub depot mit sich fhren, und solchen, die in der Arbeit verbleiben. Auch von solchen Arbeitern, die ihre Ttigkeit lngere Zeit, unterbrochen haben, ist zu dieser Frage ein Beitrag zu erwarten. Im allgemeinen sind die Stimmen ber den Verlauf der Asbestose, nachdem eine bestimmte Staubmenge aufgenommen ist, pessimistisch. Genaue Unterlagen sind zu dieser Frage allerdings in Deutschland bisher nicht beigebracht worden. Snnpr hat krzlich ber 2 Kranke mit Rntgenbildern in seinem Asbestoseatlas berichtet. ( W ed 1er, Klinik der Lungenasbestose 81 E. Eigene Ergebnisse Tabelle 3 Nummer Jetziges der Unter Alter (Jahre) suchungs und reihe Geschlecht 7 26 w. 30 30 w. 46 31 w. 09 33 w. 155 50 w. 227 47 w. 131 58 m. 102 59 m. 172 30 w. 00 33 w. 4 26 w. 101 40 w. 289 26 w. 294 28 w. 127 30 w. Erste Arbeitsperiode in Jahren 4,0 >Sp. 2,0 Zw. 4,0 Sp. 1.0 Sp. 0,5 N. 2,0 Sp. 2,0 We. 1.0 Vorb. 2,0 Kr. 4,0 Kr. 0,5 Sp. 5,0 We. 3,5 Sp. 4,0 Zw. 4,0 Kr. Unter brechung (Jahre) 0 14 8 0 13 17 3 10 0 4 10 10 3 4 3 Letzte Arbeits periode in Jahren 0,5 Sp. 1,0 Zw. 4,75 Sp. 0,0 Sp. 0.25 Spu. 0,5 Fl. 3,0 We. -- 2,5 Kr. 2,0 Kr. 1,5 Kr. 3,0 We. 4,0 Sp. 6,0 Zw. 4,0 Kr. Jetziger Er krankungs grad 0 0 0 0 0 0 0-- (I) 0 --<I) 0--(I) (0)--I (0)--I (0)--I (0 )-I I I Wir wollen zunchst aus unserem Beobachtungsgut eine Reihe von Untersuchten auffhren, bei denen nach einer gewissen Staubexposition die Arbeit lnger unterbrochen und spter wieder aufgenommen wurde. Htte die Asbeststaubinhalation zu einer progressiven Erkrankung gefhrt, dann mte man heute ein fr die Gesamtarbe.itsze.it relativ schweres Krankheitsbild sehen. Dies war aber mit wenigen Ausnahmen nicht der Fall. Zwei Untersuchte hatten mit einer Staubschdigung den Betrieb dauernd verlassen. Eine 53jhrige Frau, die nach tijhriger Arbeit in der Krempelei die Fabrik mit einer Asbestose I verlassen hatte, bot nach 3 Jahren keine. Befundnderung. Eine heute 50jhrige Frau war nach lOjhriger Spinnereiarbeit mit einer Staubschdigung (nach ihren An gaben) ausgeschieden. 18 Jahre spter hatte sie eine Asbestose (I)--II. Eine wesentliche Verschlechterung war ihr in diesen Jahren nicht auf gefallen. Diese 17 Beobachtungen zeigen, da eine wesentliche Verschlechte rung im Laufe von Jahren nach Aufgabe des Staubberufes nicht ein getreten war. Damit stimmt auch gut berein, da die meisten Arbeiter nach Aufgabe des Berufes eine Abnahme etwa bestehender Beschwerden angeben. Das bezieht sich besonders auf die Symptome der Bronchitis, weniger auf die Luftknappheit bei Belastung. Die Zahl der Beobachtungen, in denen nach Entfernung aus dem Staub die Erscheinungen Zunahmen, ist bei uns erheblich geringer. Sie betrgt nur 5: 82 10. Verlauf der Asbestose Nr. 94. 60 J., m., 3 J. Vorb., 10 J. Fahrstuhlfhrer und Packer. II-- (III) (s. Rntgenbefunde). Nr. 152. 50 J., m., nach 10 J. Vorb. Asbestose II-- (III). nach weiteren 3 J. Pfrtner, Asbestose (II)-- III. Nr. 277. 61 J., m., nach 12 J. Vorb. Asbestose II-- (III), nach 3 7 2 J. Invaliditt Asbestose III. Nr. 177. 51 J., m., nach 4 J. We. Asbestose 0-- I; whrend 3jhrigcr Pause Zunahme der Beschwerden. Nach weiterer 21/2jhriger Arbeit in der We. Asbestose (I)--II. Nr. 257. s. Tabelle a. Es lt sich hieraus entnehmen, da bei krzerer Staubexposition, die noch zu keiner nachweisbaren oder nur leichten Schdigung gefhrt hat, in der Mehrzahl der Flle keine Verschlimmerung zu erwarten steht. Diese Feststellung ist fr die Vorbeugung, die wir durch unsere heutigen Reihenuntersuchungen der Asbestarbeiter treiben, wichtig. Es besteht allerdings die Mglichkeit, da in Einzelfllen ein Fortschritt eintritt. Die Ursachen hierfr kennen wir nicht. Auffllig ist, da unter unseren Beobachtungen mit fortschreitendem Verlauf nur ltere Patienten ver treten sind. Krzlich konnten wir bei einer Begutachtung ein solches Beispiel sehen: Eine Frau hatte von 1912-- 14 2 Jahre in der Matratzen abteilung einer Asbestfabrik gearbeitet und war dann ohne Beschwerden abgegangen. 1935 bekam sie Kurzluftigkeit. 193S wies sie mit (53Jahren eine gut mittelschwere Asbestose auf, die im Sinne des Gesetzes schwer war. Handelt es sich erst einmal um eine schon vorgerckte Asbestose, so wird man nach unseren Eindrcken allerdings mit einem lngeren Stationrbleiben kaum rechnen knnen. Wie sich der Verlauf der Asbestose bei solchen Arbeitern gestal tet, die im Staubberuf bleiben, zeigt im einzelnen die folgende Zu sammenstellung, bei der sowohl die Beschwerden als auch die wich tigsten Befunde einschlielich Rntgenbild genauer angefhrt sind (Tabelle 4). Nur die Beobachtungen unter Nr. 2, 45, 38, 280, 134, (5, 4, also ins gesamt 7, lieen eine unwesentliche Verschlimmerung erkennen. Alle anderen boten eine mehr oder weniger erhebliche Zunahme der Sym ptome. Ganz allgemein nimmt das Leiden nur langsam und schleichend zu. Es berschreitet in einem Zeitraum von 3--4 Jahren kaum ein Stadium, meist bleibt es hinter diesem Ma zurck. Diese Tatsache ist u. a. auch fr die Festsetzung des Nachuntersuchungszeitpunktes von Asbestarbeitern wichtig. Sie braucht nicht in zu kurzen Fristen wieder holt zu werden, weil z. B. in 1--2 Jahren kaum mit einer erheblicheren Zunahme der Symptome zu rechnen ist. Je strker die Staubgefhrdung, desto mehr wird man mit der Mglichkeit einer schnelleren Verschlimme rung rechnen mssen. Einen akuten Verlauf der Asbestose haben wir niemals gesehen. o * 83 E. Eigene Ergebnisse Nr. der Alter und Be Ge obach schlecht tung 07 55 .T. m. 307 58 J. m. 307 61 J. m. B m ifsart lind Berufsalter 5.0 J. Pia. 2.0 J. Br. 4.0 J. Vorb. 5.0 J. Pia. 2.0 ,T. Br. 7.0 J. Vori). 5.0 J. Pia. 2.0 J. Br. 10,0 J. Vorh. Husten -4 + 4+++ Ta- Aus wurf Atem not Schmer zen Husten reiz Bwegungs- clyspnoc Bron chitis Klinischer + + + + + + 4-4-4- + + + 44 152 43 J. m. 152 46 J. m. 152 50 J. m. 6,0 J. Vorh. 0,0 J. Vorb. +++ +++ + + 4-44- + 4-4-4- 10,0 J. Vorb. + + + + + + + + + 3,0 J. Pfrtner 4* 4 ? ? +4 ++ +++ + + 4-4-4- ++ +++ + + 4 67 41 .T. w. 67 44 J . w. 67 18 T. w. 6.0 J. Kr. 6.0 J. Sp. 6.0 J. Kr. 9.0 J. Sp. 6.0 ,T. Kr. 9.0 J. Sp. 3,5 J. Spu. ++ + + _L ? ? (+1 + + H--1--h* + + 4- + 4-4-4- 4-4 ++ + 4-4-4- <44 <+) 4-4-4- 4 4 4 56 32 J .in . 56 35 .T. rn. 56 38 J. m. 4.0 J . Kr. 6,5 J. Kr. 10,0 ,T. Kr. ++ +++ + -- + + 4- (+-) K inisolier -- -- 4- H -i <4-1 4 79 35 J. in. 79 38 J. m. 79 42 J. in. (5,0 J. Kr. 0,0 J. Kr. 12,5 J. Kr. ++ ++ +++ + + 4-4+ 4-4- + + + -- -- 4-4- ? 9 (44 -- 4 4-4- ++ 4-4-4 4-4- 177 45 J .in . 3,0 J. WC. ++ + + _ ? 9 _ 177 51 J. rn. 0,5 J. Wo. + + + + + 4-4- (+ i + 4- 273 33 J. w. 273 36 .1. w. 9.0 J. We. 12,0 J . We. + + + + + 4- + +++ + ++ 91 9 t 84 57 J. m. (50 J. in. 3.0 J . Vorb. 7.0 .!. Pa. u. Fahrstuhlfhrer 8,0 J. Vorb. 10,0 J. Fahr stuhlfhrer + 4-4-4- + ++ ++ ? ? + 4-4-4- 9 4-41-4- 4-4- - - - + 4-4- 4-4-4- 4 10. Verlauf der Asbestose belle 4 Pleu ritis Dehnbar Em keit des physem Brust korbes Auswurf Befund fehlt Vital 1 kapa Sen zitt kung (Liter) I Rntgen Stadium Un tersuchungstermin bild kdraernkEurng und Bemerkungen | ( 0 ) --I 0 --I Mal 1931: 1917 rechtseitige Pneumonie + + -- ++ _ + <+> + + -- +++ 4 cm N. : 4- 2,2 K. 4- 3,5 cm N. : 4- 1,4 K. : -|- n. u. 4 cm 2 cm n. u. n. u. N. 4-4-4- 2,0 K. 4-4-4- N. 4- 1,9 K. 4- 7/16 I --(II) I --(II) Jan. 1934 80/114 I I --(III) I I --(III) Sept. 1937: Ca venlricu 1i. t 18. 11. 1937. Sektion n. u. 22/46 0 --(I) I Febr. 1931 (D --II I I --(III) Febr. 1934 14/30 ( I I )--III (II )--III Jan. 1938: ab 1. 4.1937 35% Rente. Pfrt. - - n. u. n. u. -- + 2 cm N. 4- K. 4- 4-4- 2,5 cm N. 4- K. 4-4- n. u. n. u. II I I - ( I I I ) Mai 1931 1,2 54/68 I I --(III) I I --(III) Febr. 1934 1,1 22/55 I I --(III) ( I I ) - I I I Okt. 1937: Mrz 1938 70% Rente Befund fehlt -- -- -- (+) _ _ -- -- 4- 6,5 cm 4 cm n. u. -- 1 cm N. 4K. 4- n. u. 1. u. N. 4K. 4- N. 4- K. 4- 2,8 19/34 2,5 12/25 n. u. 2,0 1,7 11. 11. 2/6 9/26 0 0 Mai 1931 I I Jan. 1934 I I - ( I I ) Okt. 1937 I I I --(II) I April 1931: Skoliose I Jan. 1934 (I) --II Nov. 1937 -- .... -- + -H -- n. u. (44 2,5 cm _ n. u. ---- -- G cm n. u. N.: 4 -4-4- K. 4-4-4- n. u. 2,8 n. u. N.- 4K.: 4-4- N. 4- K.: 4- n. u. n. u. 2,6 n. u. 5/10 0 --I (I) --II n. u. (I)--II 18/35 (I I )--III 12/23 I (0) --I April 1931 (I) --II Jan. 1938: 3,5 J. aus- gesetzt (I)--II April 1931 III Jan. 1934:1 19.11. 35 I Mrz 1934 4- 2,5 cm n. u. 2,0 22/50 (III) I I --(III) Nov. 1937 E. Eigene Ergebnisse Nr. der Alter und Be Ge obach schlecht tung 298 50 J. in. 208 53 J. m. 274 41 J. m. 274 44 J. m. 275 04 J . w. 275 07 J. w. 277 57 J. m. 277 01 J. in. 1 50 J. w. 1 59 J. w. 1 02 J. w. 2 35 J. w. 2 38 J. w. 2 41 J. w. 45 24 J. w. 45 27 .1. w. 45 30 J. w. 38 27 J. w. 38 30 J. w. 38 34 J. w. 140 40 J. w. 140 47 .T. w. 278 53 J. w. Bcrursart und Berufsalter 2,0 J. Pia. 1.0 J. Vorb. 4.0 J. Kr. 2.0 J. Pia. 1.0 J. Vorb. 7.0 J. Kr. 12,0 J. Vorb. 15,0 J. Vorb. 3,0 J. 1,5 J. 0,0 J. 3,0 J. 1,5 J. 7.0 J. Fl. Fe. Bei. Fl. Fe. Rei. 1.0 J. Pia. 12,0 J. Vorb. 1,0 J. Pia. 12,0 J. Vorb. 4,0 J. Kr. 7,0 J. Kr. 10,5 J. Kr. 7,5 J. Kr. 10,0 J. Kr. 13.0 J. Kr. 4,0 J. Sp. 6,5 J. Sp. 10,0 ,T. Sp. 10,0 J. Sp. 11,0 J. Sp. 11,5 J. Sp. 3,5 J. Kr. 13,0 J. Wc. 15,0 J. Wc. 5.0 J. N. 6.0 J. Kr. Tabelle 4 Husten Aus wurf Atem Schmer not zen Husten reiz Bewegungs- dyspnoe Bron chitis ? ? ++ ? Fnhekannt + + + 4-4- + + + 4-4-4- + + +++ ++ +++ +++ +++ +++ 4-4-4- -- ++ ? +++ -- ? ? ++ *++ +' + - i - + 4- 4- 4- Unbekann t ++ ++ ++ + + + + 4- + + + + + + ++ ++ 4-4- 4-4-4- ? ? 4-4- _ + + 4- 4- 4- + + + + + + + + 4-4- (+ ) <44 -- <44 (+ ) + + ++ + ++ -- -- ~ -- 4-4+ -- -- -- -- + + -- <44 (+ ) (+ ) -- -- _ + + + + - +++ i+ ) (+1 -- (4) (+) + + + <4-7 Kliii scher Be fund fe! dt + ? -- -- + - - - Kl illischer Be fund fe dt (+) - - - - -- -- -- -- -- -- -- (4-) -- -- -- (4-) + ? ? 4- + <+) 4-4- 4-4- - ? ? 4-4-4- 279 280 280 86 50 .1. w. 22 J. w. 25 .1. w. 6,0 .1. Kr. 3,0 J. Kr. 6,0 J. Kr. + - +++ + -- 4-4-4- 4- -- -- (+) -- ? ? -- -- -- (+) -- -- (+ ) (44 10. Verlauf der Asbestose (Fortsetzung 1) Houritis Dehnbar Km- keit des physem Brust korbes Auswurf n. u. n. u. Vitalkapazitt (Liter) n. u. Senkung Rnt, gen-1| S.tadium bild krankung Untersuchunesterniiii und Bemerkungen n. u. I --(II) I --II Mrz 1931 - + 5,5 cm N .: + K.t + 2,2 13/25 II (II )- I I I Mrz 1934 ? ? n. u. n. u. 11. u. n. u. II I I --(III) Febr. 1931 < -H +-- N.: + 1,5 5/15 III n r Jan. 1934: t 4. 2. 1935 K.: + + n. u. n. u. n. u. n. u. (0 )--I i Mrz 1931: 1932 inya- lidisiert - + 1,5 cm K.: + 2,0 57/85 ( I ) - I I (i ) --ii Jan. 1934: t 28.5.1935 + n. u. n. u. -- + + + 2 cm K.: + + _ _ n. u. n. u. -- -- -- N. :+ K.: + -- (+> 2 cm N.: + K.: + -- -- 5,5 cm N .: + K.: + -- -- 2 cm n. u. -- -- 5 cm N.: + K.: -- -- -- 4,5 cm 0 -- _ 11. u. 0 -- -- 4 ent 0 -- -- 2,5 cm _ _ n. u. -- <+) 3 cm 0 n. ii. 0 -- ++ _ _ <+> + + 74/78 (- _ n. u. +) -- 5 cm -- n. u. -- 11. 11. ? n. u. 15/28 (II)--III d u - i n III ui Febr. 1931: 1931 invalidisiert Jan. 1934: t Febr.1937 11. II. n. u. n. u. 13/32 1,2 8/25 11. u. 2,0 9/2!) 6/17 3,0 8/23 2,4 20/37 n. u. n. u. 1,4? 14/33 1,5? 22/38 11. u. 1,4 n. u. 24/50 -- -- 1,3 9/21 11. 11. 2,4 n. u. 13/31 3 T-I 0 --(I) ( 0 ) --I I I --(II) I 0 0 0 --I 0 0 0 --(I) 0 --(I) I --(II) 0 0 --I 0 0 --(I) 0 --(I) Mrz 1931 I Jan. 1934 (I)--II Se.pt. 1937 I Juni 1931 I Jan. 1934 I Sept. 1937 0 Juni 1931 0 Febr. 1931 0 --(I) Okt. 1937 0 0 --(I) (0 --I) April 1931 Febr. 1934: 1,5 J. aus- gesetzt Okt. 1937: Stulta I (I) --II I I Mai 1931 Dez. 1937: Spezi- scher Spitzenhent Febr. 1931: 1931 invalidisiert. Stauungs lunge Jan. 1934 0 Febr. 1931 0 --(I) Febr. 1934 87 E. Eigene Ergebnisse Nr. der Aller und Be Ge obach schlecht tung 300 55 J. w . 309 58 J. w. Berufsart und Bcrufsaltcr 5,0 J. Kr. 0,0 J. Kr. Tabelle 4 Husten Auswurf Atem not Schmer zen Husten reiz Bcwegungsdys- pnoe Bron chitis ++ + + + + ++ - - ++ + + (+) 4. 23 27 J. w. 23 30 J. w. 39 20 J. w. 39 33 J. w. 134 44 J. m. 134 48 J. in. 143 38 J. w. 143 42 J. w. 15 28 J. w. 15 32 J. w. 37 26 J. w. 37 20 J. w. 0 21 J. w. 6 25 J. w. 109 28 J. w. 109 32 J. w. 102 24 J. w. 102 27 J. w. 118 12 J. w. 118 45 J. w. 112 51 J. w. 112 55 J. w. 4 22 J. w. 4 26 J. w. 19 22 J. w. 19 20 J. w. 5,0 J. Kr. 7,0 J. Kr. 4,0 J. Kr. 7,5 J. Kr. 15,0 J. Obermeister 19,0 J. Obermeister 5,0 .T. We. 8,5 J. We. 4,5 J. Kr. 7.0 J. Kr. 1.0 J. Sp. 5,0 J. Zw. 8,5 J. Zw, 5,0 J. Sp. 8,5 J. Sp. 7,0 J. We. 10,5 J. We. ,0 J. We. 8,0 J. We. 7,0 J. Zw. 10,5 J. Zw. 12,5 J. Zw. 10,0 J. Zw. 5,0 J. Sp. 8,0 J. Sp. 7,0 J. We. 10,5 J. We. + - (+> - __ + (+) <+) (+ ) <+) (+ ) -- -- -- -- + + (+> + + + 4- + (+) (+) <+) - -- <+) -- ++ -- ++ ... +++ -- + + + ++ + + + + + ---- (+ ) (+ ) + - -- -- + (+ ) (+ ) (+ ) (+ ) - (+) -- + -- - <+)? - + -- j_ + + - (+ ) -- + -- + -- -- -- + ... - + (+ ) -- + + 1 + <+> + - <+) + (+i - - - <+) (+ ) (+i -- - -- -- --* - (+> -- ... + (+) -- _L - - - (+) (+i -- (+) - - - - -- - -- (+i + ++ (+> - - + + + + 4- -- i-H - (+) -- + (+) i+ ) (+) + + . (+) + - - - - - - (T> - -- (+) (+i S8 10. Verlauf der Asbestose (Fortsetzung 2) Pleu ritis DehnbarEm | keil des physem Brust korbes Auswurf Vitalkapazitt (Liter) Sen kung 1 Rntgen- Stadium j j;njBreucjlunggtcrTO| n hlld i der Er!, , ! und Bemerkungen krank ii tu: _ 2 cm -- n. u. N.: + IC.: + K.: + 1,8? 22/48 non vult. 24/34 I --(II) II (I)--II Febr, 1934 II Juli 1937: Seit 1935 invalidisiert 7 cm 3 cm ,V: + K.: -- 0 8 cm 0 -- -- 3 cm n. u. 2,3 37/74 1,8? 11/21 2,7 7/16 1,6 7/14 0 0 --(I) 0 0 0 --(I) Fehr. 1934 ( 0 |--I 0 (0) --I Okt. 1934: 1934/1935 ausircsetzt Mrz 1934 Okt. 1937 <-r-r) ,5 cm -- 0 cm n. u. n. u. 3,0 13/26 2,9 7/23 0 --(I) 0 --(I) 0 --(I) Mrz 1934: Schwarte (alle Pneumonie) (0 )--I Dez. 1937 4 cm 0 + - 5,5 cm 0 -- -- 9 cm N .: + K.: -- + 6 cm n. u. -- -- 5 cm N.: + K.: -- -- -- 3 cm n. u. -- -- 6 cm N.: + K.: -- --. 5,5 cm 0 3 cm 0 -- 2 cm 0 5 cm 0 + 3 cm 0 -- 2 cm 0 -- 1 cm 0 * 3 cm 0 -- 3 cm n. u. 2,2 40/68 1,7 47/72 3,2 10/25 2,5 7/20 3,2 6/18 2.7 18/36 3,0 12/30 2,4 21/43 2,0 16/45 1,4 27/42 2,0 21/48 1,7 27/80 2,5 10/24 2,3 6/21 2,5 22/52 2,1 5/20 0 0 --(I) Fehr. 1934 0 I Jan. 1938 0 0 --(I) Febr. 1934 0 --(I) (0 )--I Okt. 1937 0 0 --(I) Febr. 1934 0 --(I) (0) --I Okt. 1937 0 --<I) 0 --(I) Febr. 1934 --i 0 --(I) Sept. 1937 0 --(I) I --(II) 0 --(I) Febr. 1934 I --(II) Nnv. 1937 0 --(I) I ? 0 --(I) Febr. 1934 I --(II) Nov. 1937 0 --(I) 10)--I 0 Fehr. 1934 (0) --I N ov. 1937 (0) --I II I Febr. 1931 II Nov. 1937 3,5 cm -- 3 cm -- 7 cm 5 cm N.: + K.: + N.: + K.: + N.: + K.: -- 0 2,2 7/18 . 2,1 5/15 2,4 11/26 2,5 10/19 0 0 --(I) 0 --(I) 0 --<I) - I Febr. 1934 (0) --I Sept. 1307 0 --{I) Febr. 1937 (0) I Okt. 1937 <S!) E. Eigene Ergebnisse 11. Sektionsbefunde Entsprechend der an sich seltenen Erkrankung an Asbestose und des erst im letzten Jahrzehnt wachgewordenen Interesses hieran, ist die Zahl der Sektionsbefunde gering. Die englischen Beobachtungen ttbertreffen die in Deutschland gemachten Erfahrungen. An Verffentlichungen sind bei uns auer den beiden Sektionen von Marchand zu nennen: die von Fahr, von Beintker, di Biasi, LschkeBuresch, Stroebe-Beger, Nordmann, Saupe, Bhme, Bohne. Die Zahl beluft sich bisher auf etwa 14--15. Aus unserem Untersuchungskreis sind 5 Kranke gestorben und seziert worden. Ein G. konnte trotz Bemhungen von Dr. Gerbis nicht geffnet werden. Dr. Gerbis hat mir dankenswerterweise einen Teil der Sektionsflle berlassen und war mir bei der Beschaffung der Unter lagen behilflich. Es handelt sich um folgende 5 Beobachtungen: 1. 38 J., w., 13 J. We. Asbestose III. 2. 45 J., m., 15 J. Vorb. Asbestose III. 3. 63 J ., m., 12 J. Vorb. Asbestose III, gestorben nach 6jiihriger Invaliditt. 4. 69 J ., w., 10 J. Vorb. und Kr. Asbestose II. 5. 61 J., m., 10 J. Vorb. Asbestose II-- (III). Carcinoma ventriculi. Die beiden letztgenannten sind nicht ausschlielich an ihrer Asbestose, sondern an Altersvernderungen oder Magenkarzinom ge storben. Grundstzlich besttigen die Sektionsergebnisse das bereits bekannte anatomische Bild. Wir lassen im Auszuge die Beschreibung von 3 Beobachtungen folgen: 1. 61 J., m., 10 J. Vorb. Tod durch Magenkarzinom und Bronchopneumonie. Sektion Dr. Wallclioff. 2. 63 J., m., 12 J. Vorb., 1931 m it 56 Jahren wegen Asbestose III invali disiert. Tod an Rechtsinsuffizienz des Herzens. Sektion Prof. Koch. 3. 38 J., w., 13 J. We. Tod an Herzschwche. Bis 9 Tage vor dem Tode gearbeitet. Sektion Dr. Walkhoff. Zu 1. uere Besichtigung 166 cm lange, grazil gebaute mnnliche Leiche. Totenstarre vorhanden. In den abhngigsten Partien reichlich Totenfleeke. Die Haut des Krpers ist im allgemeinen blagrau. Unterhautfettgewebe ist schlecht, vertreten. Die Muskulatur ist drftig entwickelt. D as Gesicht ist mager. Die Augenbindehute sind weigrau. Die Seh lcher beiderseits rundlich, 3-- 4 mm an Durchmesser. D ie Zhne fehlen weitgehend. Die Kiefer sind atrophisch; der Brustkorb ist normal gestaltet. D ie Bauchdecken sind eingesunken, wenig fettreich. In der rechten Leisten gegend findet sich eine 5 cm lange lineare Narbe. 90 11. Sektionsbefunde An den Extrem itten keine deme. Deutliche Trommelschlegelfinger und -zehen. Drsen nirgends durchfhlbar. Innere Leichenffnung S c h d e lh h le : Die W eichteile des Schdeldaches sind o. B. Das Schdeldach selbst hat normale Strke, seine Auen- und Innenflche ist glatt. Die harte Hirnhaut ist weigrau, nicht vermehrt gespannt. Im oberen Lngsblutleiter derselben neben flssigem Blut einige dunkelrote Gerinnsel. Beide Hirnhlften sind an ihrer K onvexitt normal konfiguriert. Ihr weicher Hirnhautberzug ist zart, ungetrbt. D ie in ihm liegenden Venen sind ziemlich stark m it Blut gefllt. In beiden seitlichen Hirnkammern, die normale W eite haben, wenige Kubikzentimeter klare Flssigkeit. Auch an der Hirnbasis ist die weiche Hirnhaut durchsichtig, un verndert. D ie Hirnarterien haben hier dnne Wandung. Nur vereinzelt weisen sie, besonders an den Teilungsstellen, gelbliche Verdickungen auf, ohne da das Lumen hier verengt wre. A uf Schnitt ist das Hirngewobe in allen seinen Teilen frei von Herdstellen. Die graue Hirn substanz hat normale W eite, die weie ist von normaler Festigkeit, ziemlich reich an Blutpunkten. An der Schdelbasis keine Vernderungen. Mittelohren frei. In den Keil beinhhlen blagraue Schleimhaut, kein Inhalt. H a ls o r g a n e , B r u s t - u n d B a u c h h h le : Unterhautfettgewebe an Brust und Bauch mig vorhanden. Brust- und Bauchmuskulatur rotgrau, feucht. In der Bauchhhle kein Flssigkeitsergu. Die Lage der Bauch eingeweide ist normal. Die Leber berragt nicht, den rechten Rippenbogen, die Gallenblase ist mig gefllt. D ie Milz liegt tief hinter dem Rippen bogen verborgen. Der Magen ist etwas geblht. Die Dnndarmschlingen sind ziemlich leer. Im Dickdarm fhlt man einige .Kotballen durch. Das Gekrse des Dnndarms ist mig fettreich. Zwerchfellstand beiderseits 5. Rippe. Der Rippenknorpel ist weit gehend degeneriert, rauchgrau, zum Teil verkalkt. Bei Erffnung der Brusthhle liegt der Herzbeutel nur unten vor. In ihm 2 Elffel klar serser Flssigkeit. Reine Innenflche ist spiegelndglatt. Das Herz hat die Gre der rechten Leichenfaust, ist kontrahiert, in Toten starre. Im rechten Herzen neben flssigem Blut, Cruormassen und einige Speckgerinnsel. Beide Herzabschnitte haben normale Weite. Ihre Innenhaut ist zart, glatt. Die Herzklappen sind frei von Vernderungen. Die rechte Herzkammer hat eine muskulre Strke von 3-- 4 mm, die linke von 8 mm. D ie muskulren Trabekularsysteme der rechten Herzkammer springen etwas vor, die der linken sind an der Herzspitze leicht abgeflacht. D ie Herzarterien haben zwar normale W eite, doch weisen sie ver schiedentlich gelbgraue Verdickungen auf. Die Herzmuskulatur ist graurot bis graubraun, frei von Herdstellen. Herzgewicht 290 g. Beide Lungen sind in ganzer Ausdehnung durch leicht zu lsende fibrse Verwachsungen m it der seitlichen Brustwand und dem Zwerchfell verbunden. Sie sind ziemlich volumins. Ihre Oberflche lt schiefriggraue, zum Teil schwrzliche, zerstreut liegende bis erbsengroe Horde durchschimmern, die oft netzfrmig Zusammenhngen und sich hart nnfiihlen. !)1 E. Eigene Ergebnisse A uf (lein Schnitt durch die Lungen treten diese Herde in reichlicher An zahl inm itten des Lungengewebes auf, besonders in beiden Lungenunterlappen. Grobe Kntchenbildungen oder Verkalkungen finden sich in ihnen nicht. Das zwischen ihnen liegende Lungengewebe ist geblht. Tn den Ober lappen ist es demats, in den Unterlnppen blutreich dunkelrot. Tm rechten LungenunteiTappen bestehen graue konfluierende Infiltrate. Die Lungenarterien sind frei. D ie Bronchien beider Lungen sind etwas zylindrisch erweitert, lassen sich bis fast in die Peripherie aufschneiden. Sie haben als Inhalt eitrigen Schleim auf gerteter Schleimhaut. Die Bronchialdrsen sind baselnugro, hart, kohlepigmenthaltig. Die Schleimhaut der Luftrhre ist etwas gertet, geschwollen, leicht m it Schleim belegt. Die Schleimhute der Mund- und Kachenhhle sowie des Kehlkopfes und der Speiserhre sind blagrau. Die Schilddrse hat entsprechende Gre. Ihre Lppchen sind klein, glasig, grau. Die innere Brustdrse ist durch Fettgewebe ersetzt. Die Milz, 14-- 8-- 4, hat dnne glatte Kapsel. Auf dem Schnitt ist ihr Gewebe dunkelrot, blutreich, die Pulpa etwas abstreifbar. Follikel,sind nicht sichtbar. Die Leber ist relativ klein, auf Schnitt zeigt sie deutliche Lppchen zeichnung. Lppchen sind dabei klein, graubraun. Ihr Zentrum ist nicht vergrert. Die Gallenblase enthlt in miger Menge grnlichgelbe zhe Galle. Ihre Wand ist unverdickt. D ie Gallengnge haben normale Weite. D ie Nebennieren sind entsprechend gro. Ihre Rinde ist hellgelb, ziemlich breit. D ie Nieren liegen in miger Fettkapsel eingebettet. Ihr uereis Kapselblatt lt sich leicht abzielien. Ihre Oberflche ist glatt, rotgrau, die Rinde ist nicht verschmlert, von deutlicher Zeichnung. D ie Marksubstanz ist normal. Das Nierenbecken und die Harnleiter zeigen keinen besonderen Befund. Die Harnblase enthlt etwa 30 ccm klaren Urin. Ihre Schleimhaut ist blagrau. In der linken Vorsteherdrsenhlfte findet sich ein etwas ber kleinhaselnugroer kugeliger grauer Adenomknoten. Die Samenblasen sind normal. Der Magen enthlt etwa 75. ccm schmutziggrauer, sauer riechender Flssigkeit. Im Fundusteil ist die Magenschleimhaut sauer erweicht. Im Prpylorusteil sitzt der Mageninnenflche an der kleinen Magenkurvatur ein doppelt fnfmarkstckgroer, leicht erhabener grauer, oberflchlich idzerierter Tumor auf, der auf Schnitt die uere Magenwnnd zum Teil durchsetzt. Im kleinen Netzgewebe mehrere bis hasolnugroe graue weiche Drsen. Etwas grere Drsen von gleicher Beschaffenheit an der Bauch speicheldrse und an der Aorta im oberen Bauchteil. D ie Bauchspeichel drse ist grobgclappt, normal. Die Aorta zeigt in ihrem absteigenden Brustabschnitt sowie in dem gesamten Bauchteil zahlreiche graue bis graugelbe Verdickungen ihrer Innenhaut, die zum Teil geschwrig zerfallen sind und Kalkeinlagerungen besitzen. D ie gesamte Wirbelsule, die Knochen des Brustkorbes und des Beckens sind normal. In den obersten Brustwirbelkrpern, die aufgeschlagon wurden, keine Vernderungen; sie enthalten graurotes Knochenmark. Zur mikroskopischen Untersuchung wurden Teile beider Lungen, eine Bronchialdrse, ein Stck der linken Herzkammerwand, eines von dem 11. Sektionsbefunde Magentumor und eine vergrerte weiche obere Bauchlymphdriise der Leiche entnommen. Die histologische Untersuclnmg dieser Gewebsteile ergab folgendes: D ie Lungenstcke bieten das Bild einer typischen Asbeststaublunge. Die makroskopisch in den Lungen sichtbaren schiefrig grauen, oft netzfrmig zusammenhngenden Verhrtungsherde stellen bindegewebige Indurations herde dar, die in das Lungengewebe ausstrahlen und sieh in dasselbe ver lieren. ln ihrem Bereich ist das interstitielle Lungengewebe verdickt, in ein mig zellreiches, stark fibrses bis hyalin strukturiertes Bindegewebe tun gewandelt, das hier und dort kleinzellige Infiltrate aufweist. In ihnen kommen neben etwas feinkrnigem Kohlepigment in wechselnder Menge teils ein zeln, teils in Gruppen lind Hufchen gelegene nadelartige Spiee (Asbest nadeln) vor, die an ihren Enden nicht gar zu selten kolbenartige Anschwel lungen zeigen. Sie geben deutlich die Berlmerblaureaktion und erscheinen bei dieser Frbung dann oft segmentiert. Auch in den benachbarten Alveolen kommen sie vor, wo sie frei im Lumen derselben liegen. Die Alveolen sind dabei oft zystisch erweitert, enthalten desquainierte Epitholien, die ver einzelt in Riesenzellen bergehen, welche die Asbestnadeln in sich auf genommen haben oder sich ihnen anlegen. Im rechten Lungenunterlappen ist das Lungongewebe eitrig pneumonisch infiltriert. Die Bronchien sind in diesen Lungenabschnitten erweitert, enthalten schleimiges oder schleimigeitriges Exsudat. Die Bronchialdrse ist stark kohlepigmenthaltig, lt Asbestnadeln nicht erkennen. Die Muskulatur der linken Herzkammer ist im Zustande der braunen Atrophie. Der an der kleinen Magenkurvatur festgestellte graue, weiche Tumor stellt einen medullren Krebs dar, dessen Zellen reichlich Kernhyperchromntosen haben. Die vergrerten, im oberen Bauchraum befindlichen Drsen sind krebsig befallen. Auch hier tritt der Krebs in Form eines medullren Kar zinoms auf. Zu 2. u e r e B e s ic h t ig u n g : Leiche eines 15!) cm groen, etwa 65 kg schweren Mannes von krftiger Statur, gut entwickelter Muskulatur und gengendem Fettpolster. Die Leiche ist totenstarr. Gnsehautbildung an den Beinen. Zyanose des Gesichts an Lippen, Ohren, Nase. Starke Blut senkung. Blasenbildung der H aut am Rcken in der rechten Hftgegend. Starke wrige Auftreibung des Hodensackes und des Penis. In der rechten Unterbauchgegend 2 Querfinger oberhalb und parallel zum Leistenband eine 6 cm lange, lineare Operationsnarbe. Im Hodensack fhlt man auerdem eine prallelastische Geschwulst von ber Gnseeigre. S it u s : Das F ett ber der Brust ist ebenso wie das ber dem Bauch von gelblicher Farbe, bis zu 1,5 cm dick. In der Gegend der rechten I'nterbauclmarhe gelangt man mit Fingerkuppe bis unter die Haut, ln diesen hernienartigen Bauchdeckenhhlen sitzt ein Netzbruch. Das Netz ist auer dem in dieser Operationsgegend flchenhaft verwachsen. Der rechte Leisten kanal ist fr Finger durchgngig. Im kleinen Becken etwa 10 ccm rtlicher Flssigkeit. Zwerchfellstand rechts unterer Rand der 4. Rippe, links 5. Rippe. E. Eigene Ergebnisse D as Netz hat gelbliches F ett, flie Venen des Netzes sind sehr stark gefllt. Die Leber sieht dunkel aus und schneidet mit dem Rippenbogen ab. Die Drme sind von blauroter Farbe. Die Milz ist sehr derb. Blase halb gefllt. In der (legend des Zkums bestehen ausgedehnte Verwachsungen des Darmes mit der Bauchwand und auch der Dnrmschlingen untereinander. Der Wurmfortsatz ist zunchst nicht mit Sicherheit zu finden. B r u s th h le : Der Brustkorb fhlt sich starr an. Die Rippen schneiden sich schwer. Das Knochenmark der Rippen ist schwarzrot. Nach Erffnung des Brustkorbes sieht man den Herzbeutel in un gewhnlicher Gre im Ausma von 1 6 :2 0 cm vorliegen. D ie Lungen umfassen das Herz und sind in der Mittellinie 4 Querfinger breit nuseinander liegend. Die Venen des mediastinalen Gewebes sind prall gefllt. Die Lungen haben nirgends Verwachsungen mit clor parietalen Pleura. Thymusgewebe lt sich in dem reichlichen mediastinalen Zellgewebe nicht mehr m it Sicherheit isolieren. Das Blut der angeschnittenen Venen ist im Mediastinum auffllig dunkel. Im Herzbeutel etwa 30 ccm klarer Flssigkeit. Das Herz ist etw a 1,5 Faust gro, stark m it Blutgerinnseln gefllt, und besonders das rechte Herz liegt in groer Breite vor. Im rechten Vorhof etw a 250 ccm flssiges Blut, Cruor und Speckhaut. In der rechten Kammer und der Artcria pulmonalis etwa 150 ccm derselben Massen. Im linken Vorhof vorwiegend Cruor, etwa 120 ccm, in der linken Kammer nur etwa 15 ccm Cruor. Nach Herausnahme des Herzens sammeln sich im Herzbeutel und aus der Aorta thoracica noch etwa 200 ccm Blut und Cruor. D as Herz hat ein Gewicht von 490 g. Das Herzfell zeigt eine leicht graue Farbe, ist etwas verdickt. Der rechte Vorhof ist stark erweitert und muskelkrftig. Das Foramen ovale ist breit offen, fast fr Finger durchgngig. Im rechten Herzohr beginnende Thrombenbildung. Trikuspidalklappcn zart. Rechte Kammer sehr stark erweitert; die Wandmuskulatur der Kammer ist betrchtlich verdickt, mit ohne Trabekel bis etwa 7 mm. Die Herzspitze wird von der rechten Kammer gebildet. Die Arteria pulmonalis ist auerordentlich weit-, an der Basis 9,25 cm weit. Pulmonalklappen sind zart. Mitralostium fr 3 Finger durch gngig. Der linke Vorhof ist kaum erweitert, die linke Kammer leicht er weitert. Im linken Horzohr Speckgerinnsel. Mitralsegel berall zart. W and strke links 15 mm. Aortenklappen im ganzen zart. Sinus Valsalvae stark ausgebuchtet. Aorta an der Basis 8,25 cm weit. Aorta ascendens zeigt glatte Intima und ist verhltnismig zart in ihren Wandungen. Die ffnungen der Kranzarterien sind frei, die Kranzarterien selbst sind weit, gelblich gefleckt, aber ohne irgendwelche Vernderungen. Die Wandungen sind im ganzen ungewhnlich zart. Herzmuskulatur rtlichgrau, ohne Schwielen bildungen. Aus dem Rachen entleert sich grauer, etwas schaumiger Schleim. Die Zunge ist etwas belegt. Rachen, Zungengrund und sophagus sind livido verfrbt. Die Gaumentonsillen sind knapp mandelgro, etwas derb mit harten, narbigen Schwielen im Innern. D ie Zungcngrundtonsille ist gut aus gebildet. Der sophagus zeigt starke Venenfllung. Auch im hinteren Mediastinum stark gefllte Venen. Die Lymphknoten vor dem sophagus und in der Bifurkation sind narbig geschwollen und von schwarzroter Farbe. In der Trachea stark schaumige, etwas schleimige Flssigkeit. Di! Trachea ist seitlich zusammengedrckt und starr (Sbelsclieidentrachea). Kehlkopf ohne besondere Vernderungen. Schilddrse klein, sehr dunkel und blut reich, sehr krnige Struktur, kolloidarm. 1)4 11. Sektionsbefunde Die rechte Lunge ist von blulichroter Farbe, fhlt sieh ziemlich fest an, und zwar gleichmig fest in allen Lungenlappen; ist auf Druck elastisch, nicht besonders gro, nur an den Randabschnitten etwas geblht, ebenso an der Basis. A uf dem Lungenfell vereinzelte schwarze Blutflecken. Die Pleura hat eine sehr deutliche schwarze Netzzeichnung und flockige Grnufrbung, so da sie nicht berall durchsichtig ist. Beim Herberstreichen ber die Lunge fhlt m an berall einen klcinhckrigcn, stellenweise fast sandkornartigen Widerstand und man sieht auch durch die Pleura hindurch Kntchenbiklungen von etwa Hirsekorngre. Beim Aufschneiden erweist sich das Lungengewebe als ziemlich zhe. Die Lungenarterion sind leicht gelblich gefleckt und ziemlich weit. Die Bronchialsohleimhaut ist von auer ordentlich dunkler, fast violetter Frbung und berall m it eitrigem Schleim bedeckt; die Bronchien lassen sich leicht bis in die Peripherie verfolgen und im Unterlappen sieht man in mehr verschwieltem Bezirk zahlreiche diffuse und andeutungsweise auch leichte sackartige Bronchialerweiterungen. Die Lunge ist berst m it etwa lianfkorngroen, sehr gleichmig verteilten, grau schwrzlichen, etwas unregelmigen Flecken. In der ganzen basalen Hlfte des 7'echten Unterlappens dagegen sieht man mehr zusammenhngende, unscharf begrenzte schiefergraue Schwielen. Das Gewebe zwischen den Schwielen und Kntchen fhlt sich ebenfalls dorbelastisch an. Die Lunge ist wenig saftreich. Sichere tuberkulse Vernderungen linden sich nicht. Die Hiluslymphknoten sind tiefschwarz, weich, markig; keine sichere Tuberkulose. Sie erreichen bis zu Taubeneigre. Die linke Lunge ist uerlich hnlich wie die rechte und fhlt sich auch hnlich an. Der Befund an Bronchien und Gefen ist derselbe wie rechts und ebenso gibt die Schnittflche ein ganz hnliches Bild, indem auch hier die ganze Lunge von den vorher erwhnten Kntchen berst ist und die basale Lungenhlfte wiederum die flchenhaften, etwas strahligen Schwielen bildungen zeigt. Auch in diesen Schwielen berall kleine Bronchiektasen. B a u c h h h le : Es wird weiterhin der Darm herausgenommen. Mesentcrialvenen berall prallgefllt. Der Darm ist sehr brchig. Das Colon sigmoideuin ist auerordentlich lang und geschlngelt. Bei der Sektion fliet stndig aus allen angeschnittenen Venen neues schwarzes Blut nach. Die Milz ist ungewhnlich derb, fast gununiartig, die Kapsel ist gespannt. A uf der Schnittflche ist die Milz von schwarzroter Farbe, die Follikel sind etwas glasig hervortretend, die Pulpa lt sich nicht-, wohl aber viel schwarzes Blut abstreifen. Im Duodenum dunkelgalliger dnnflssiger Inhalt, Schleim haut gallig, zum Teil dunkelrot. Im Magen wenig rtlich gefrbter Inhalt. Magenschleimhaut samtartig, rtlich geschwollen, etwas krnig aussehend. Tn der Magenstrae einige oberflchliche Substanzverluste. Gallenwege durchgngig. Galle dnnflssig. Die Pfortader enthlt flssiges Blut, das etwas schaumig ist. Das Pankreas ist gro und etwas weich, blutreich, zeigt gute Lppchen zeichnung. Mesenterium ohne Besonderheiten. Die Leber hat abgerundete Kanten, fhlt sich derb an. Sic ist eher klein. Lebergewicht 1550 g. D ie Kapsel der Leber zeigt vielfach grauweie derbe Vordickungen an der K onvexitt. D ie Leber schneidet sich ziemlich derb. Die Schnittflche ist lelnnartig gelb m it sehr ausgesprochener dunkler Netz zeichnung. D ie Gallenblase enthlt flssige Galle, die W andung ist leicht demats, die Schleimhaut, zeigt gelbliche netzartige Zeichnung. Die Neben nieren sind beiderseits zentral erweicht, die Rinde ist ficekiggelb. 95 E. Eigene Ergebnisse Harnleiter nicht erweitert. Linke Niere derb, auf der Schnittflche sehr dunkel, Markkegel blauschwarz. Zeichnung regelrecht. Niere gut zu entkapseln. Oberflche glatt. Rechte Niere wie die linke. In der Harnblase 150 ccm Urin. Im Trigonum wlbt sich der Prosta tarnittellappen sichelartig gro hervor. Hlase stark Imlkig m it zahlreichen Divertikeln, am Hlnsenboden eines von Kirschgroe neben der Ureterenmndung. Prostata knollig durch setzt. Am linken Hoden groe Hydrozele mit klarem Inhalt. Hoden links o. B., ebenso rechts. Schenkelvenen ohne Thromben. Aorta zart und elastisch fast im ganzen Verlauf. S c h d e lh h le : Dura mit dem Schdeldach verwachsen. Schdeldach ziemlich schwer. Venen des Schdeldaches stark gefllt. Im Lngsblutleiter wenig flssiges Blut. Hirnbasisgefe auffllig zart, mit Blut gefllt. Alle Hirnvenen stark gefllt. Plexus ebenfalls blauschwarz. Auf der Schnittflche des Oehirns sich immer erneuernde Blutpunkte. Sektion des Oehirns ergibt im brigen keine Herdbildungen und Blutungen. Hypophyse von gewhn licher Ure. Nebenhhlen und Mittelohren ohne Besonderheiten. Mikroskopischer Befund Die mikroskopische Untersuchung der Lunge ergibt das typische Bild der Asbestose. Die Lunge zeigt sehr ausgedehnte Schwielenbildung, die im Oberlappen zu massiver Verbreiterung aller Septen, zu perivaskulrer Ver schwielung, aber nirgends zu schwieliger Kntchenbildung gefhrt hat. ln den Schwielen lymphozytre Infiltrate, vielfach in kntchenfrmiger An ordnung, und starke Vaskularisation. Das dazwischenliegende Lungengevvebe ist stark emphysematos geblht. Tn allen Gefen schwere Stnse. ln den Bronchien alle Anzeichen schwerer chronischer Bronchitis, daneben Bronchialerweiterungen mit Infiltration der Bronchialwandung und Defekt der Schleimhaut. Asbestkrperchen von brauner Farbe und starker Borliner blaureaktion finden sich in den Bronchien, in den Alveolargngen und auch im schwieligen Gewebe. Die Hantelform ist hufig, ebenso die Keulenform. Im schwieligen Gewebe sieht man vorwiegend Bruchstcke von Asbest krperehen und lang ausgezogene, wie gedrechselt und soptiert ausseliende, oft beiderseits spitz auslaufende Gebilde. Neben diesen Asbestkrperchen besteht auch noch diffuse Rueinlagerung. In den Untcrlappon ist die flchenhafte Verschwielung m it Abschnrung von Alveolarbezirken und mit Bronchiektasen vorherrschend. Das Lungengewebo ist weitgehend zu grunde gegangen. Die Alveolarepithelien sind in den abgesohniirton Stellen stark erhht und berall findet sieh chronisch entzndliche Infiltration. Die Asbestkrperehen in den breiten Schwielen haben hier vorwiegend die lange, spitz ausgozogene und septiorto Form. Wo die Asbestkrperchen noch in den Alveolen oder Bronchien liegen, herrscht, wieder mehr die Keulen form mit kugeligen lind Verschwielungen vor. Im ganzen ist der zirrhotischbronchiektatisch-emphysemntsc Proze der Lunge als schwer zu bezeichnen. Zu 3. 154 ern lange, mittelkrftige, in gutem Ernhrungszustand befind liche Leiche (weiblich). Totenstarre vorhanden. In den abhngigen Partien reichlich Totenflocke. Haut im allgemeinen blagrau. Lippen blulich ge frbt. Mund-, Nasen-, Ohrffnungen frei. Schleimhaut der Mundhhle blagrau, Gebi lckenhaft,. Augenbindehute blagrau, Sehlcher beider- 11. Kektionsbefunde seits rundlich, 3--4 mm im Durchmesser. Sonst am Krper uerlich keine Besonderheiten. Schdelhhle aus ueren Grnden nicht seziert. An Brust und Bauch ist das Unterhautfettgewebe gut vertreten. Brust- und Bauchmuskulatur rotgrau, feucht. In der Bauchhhle kein Flssigkcitsorgu. Lage der Bauch eingeweide normal. Der Wurmfortsatz ist retrozkal gelegen, 7 cm lang, besitzt weilich getrbte Subserosa, glatte Serosa. Das Mesenterium ist ziemlich fettreich. Drsen sind in ihm nicht vorhanden. Die Leber berragt um 2 Querfinger den rechter! Rippenbogen. Zwerchfellstand rechts 5., links fi. R ippe. Rippenknorpel rauchgrau, schlecht schneid bar, zum Teil verkalkt. Beide Lungen sind unverwachsen, sehr volumins. Ihre vorderen Rnder bedecken oben den Herzbeutel. Tn beiden Brustfellhhlen finden sich je 50 ccm klar serser Flssigkeit. Thym us durch Fettgewebe ersetzt. Im Herz beutel 2 Elffel klar serser Flssigkeit. Das Herz hat fast die doppelte Gre der rechten Leichenfaust. Perikard und Kpikard sind spiegelglatt. Hubepikardiales Fettgewebe gut vertreten. Die Spitze des Herzens wird von der rechten Herzkammer gebildet, die sich stark vorwlbt. Im rechten Vorhof und in der rechten Herzkammer neben dunkel rotem flssigem Blut reichlich Cruormassen. Rechter Vorhof sehr weit. Ostium ntrioventr. dextr. fr 4 Querfinger bequem durchgngig. Die Trikuspidalklappen sind in Ordnung, aber fest gebaut. Die rechte Herzkammer ist weit, ihre muskulre Wandstrke betrgt fast 6 mm. Ihre Trabekularsysteme springen stark vor, sind aber nicht abgeflacht. Hie sind von grauroter Farbe, dabei deutlich gelblich getigert. Die Klappen der Art. pidrn. sind normal. Im Bulbus der Art. pulm. und den Hauptstmmen derselben keine Thromben. Der linke Vorhof ist erweitert. Seine Innenhaut etwas weilich, verstrkt. Das Ost. ntrioventr. sin. ist fr 3 Finger durchgngig. D ie Mitralklappen sind in Ordnung. Der linke Ventrikel ist weit. Wandstrke 10 mm. Keine Tra bekularsysteme springen nur wenig vor, sind an der Herzspitze deutlich ab gehackt, hier mehr grauwei. Die Aortenklappen sind unverndert. Die Herzarterion haben normale W eite. Ihre Innenflche lt an verschiedenen Stellen graugelbliche, etwas erhabene Verdickungen erkennen. Die .Musku latur der linken Herzkammer ist auf dem Schnitt graurot, kleinfaserig, dabei etwas gebt ich getigert. Herzgewicht 32t) g. L in k e L u n g e : Ihr berzug ist spiegelglatt. Ihr Oberlappen ist stark lufthaltig, geblht. Auen machen sich an ihm zerstreutliegendo, etwa linsengroe, schiefriggraue, harte kntchenartige, im Lungcngcwcbc liegende Kinlugorungen geltend, die in den vordersten und hintersten Partien dieses Lungenlappens besonders stark Auftreten und ziemlich dicht stehen. Im linken Unterlappon finden sich diese kntchenartigen harten Gebilde mehr in den unteren und hinteren Abschnitten, wo sie hier und dort zusammen(lieen und konglomeratartigo Herde bilden, die in dem dunkelroten, viel Blut enthaltenden Lungengewehe liegen. Auf dem Schnitt erweist sich das Gewebe der ganzen linken Lunge diffus durchsetzt von diesen schiefriggrauen kleinen Verhrtungsstellen, ohne da eine Bevorzugung bestimmter Abschnitte von ihnen zu konstatieren wre. D ie Bronchien der linken Lunge sind reichlich mit glasigem Schleim gefllt, der sich bis in die feinsten ste, soweit sic aufschneidbar sind, verfolgen lt. Die Schleimhaut der Bronchien ist dabei leicht gertet. Die Lungengefe sind frei von Vernderungen. Am linken Lungenhilus finden sich mehrere bis haselnugroe, etwas schwrz liche, harte Drsen. 7 W e il I r r , Klinik iler I.imgcnnslirslusr 17 10. Eigene Ergebnisse Bei der r e c h t e L u n g e ist- der Oberhippen uerlich blagrau, eben falls vorn sehr geblht. An ihm treten wie bei der linken Lunge dieselben zahlreichen, zerstreut liegenden, bis linsengroen, schiefriggrauen Indu rationsherde auf, die sieh gegenber dem sehr lufthaltigen Lungengewebe scharf abheben. Irn Unter- und Mittellappen sind sie in gleicher Ausdehnung vorhanden, bevorzugen bei dem Unterlappen mehr die hintersten Teile, wo sie oft zusammenhngende, sehiefriggraue, harte Herde abgeben. Auf dem Schnitt werden sie besonders deutlich und treten berall im Lungengewebe nuf. Die Bronchien dieser Lunge enthalten viel schleimiges Sekret, haben leicht gertete Schleimhaut. Bronchialdrsen dieser Tauige bohnengro, fest, schwrzlich. Links der Trachea kettenfrmig aneinandergereihte, etwa erbsengroe, graurtliche Drsen. Die Schleimhaut der Luftrhre ist gertet, etwas mit Schleim belegt. D ie Schilddrse ist entsprechend gro, kleirtlnppig, grauglasig. Die inneren Halsorgane sind normal. Die Mandeln sind klein, weilich, narbig. Die Speiserhre ist normal. Die Milz ist nicht vergrert. Kapsel glatt. Das Organ fest, auf dem Schnitt blutreich, Follikel nicht sichtbar. Nebennieren entsprechend gro. Rinde hellgelb, ziemlich breit. Nieren in ziemlich dicker Fettkapsel gelegen. Normale Gre. Oberflche glatt, graurot. Gewebe auf dem Schnitt normal, nur sehr blutreich und fest. Nierenbecken und Harn leiter o. B. In der Harnblase geringe Mengen klaren Urins. Leber ziemlich gro. Ihr Gewebe sehr blutreich, fest. Zeichnung deutlich. Zentren der Lppchen breit, dunkelrot, eingesunken. Peripherie derselben mig fett reich. In der Gallenblase geringe Mengen gelbgrner Galle. Wand o. B. Gnge frei. Im Magen etwa 70 ecru schmutziggrauor Flssigkeit . Schleimhaut im Fundus erweicht, sonst grauglatt. Dnn- und Dickdarm, Pankreas. Ovarien, Tuben, Uterus o. B. Aorta von normaler Weite. Tlire Innenflche zeigt an verschiedenen Stellen des absteigenden Teiles, besonders in der Bauchaorta, leicht erhabene, gelbliche Verdickungen der Innenhaut. Lngs der Aorta, unmittelbar unterhalb des Zwerchfells, mehrere bis erbsengroe, graurtliche Drsen. Knochen der Rippen und Wirbel normal, in den Wirbelkrpern dunkelrotes Mark. M ik r o s k o p is c h untersucht: Stcke aus beiden Lungen, rechte und linke Herzkammer, Drsen (bronchial, peritraclienl, periaortal, abdominal), .Milz, Leber, Pankreas, beide Nieren, Nebennieren und Wurm. Bei den Lungen ergibt sich histologisch, da eine typische Asbostoscerkrankung vorliegt. berall im Lungengcwobe zerstreut, (luden sich in mehr oder minder groer Anzahl oft sehr zahlreich Asbestkrperchen, die bald fein, bald dick sind, wechselnde Lnge haben und oft an den Enden kolbige Auftreibungen haben. Bisweilen sind diese spieartigen Gebilde in kleine Bruchstcke zerfallen, die ihnen ein segmentiertes Aussehen verleihen. Bei Anwendung der Borlinorblauroaktion frben sio sich blau. Sie liegen zum eist im interstitiellen Lungengewebe, das deutlich um sie herum reaktive Wucherungserscheinungen erkennen lt. An einigen Stellen ist, dieses hier nur zellreichcr, dabei etw as von Leukozyten infiltriert. Gewhnlich ist es tibrs bis hyalin urngewandolt und bildet peripherwrts in das Lnngengewebe sieh verlierende kleine Indurutionshorde, die manchmal zudem fein krniges Kohlepigment in sich beherbergen. N icht zu selten liegen den Asbestkrperchen kleine, unregelmig gestaltete Riesenzellen an. Auch inner halb der Lungenalveolen kommen diese Asbestkrpevehon vor. Sie haben 08 12. A b b i l d u n g e n m i t E r l u t e r u n g e n liier zur intraalveoliiren Anfllung mit protoplasmai-oieben histiozytren Zellelementen gefiilirt, unter denen sieb gleichfalls Fremd krperriesenzellen befinden und denen sich oft Leukozyten heimischen. Eine Bevorzugung be stimmter Lungenteile m it den Asbestkrperellen fehlt. Die Bronchien ent halten reichlich Schleim. Bei den greren ist die Schleimhaut und die uere Wand oft kleinzellig infiltriert. Ihre epitheliale Auskleidung wird von mehrschichtigem Zylinderepithel dargestellt, das in Abstoung begriffen ist. Nicht gar zu selten hat sich unter dieses desquamierende Zylinderepithel eine Schicht indifferenten Epithels geschoben, das dort, wo das Zylinder epithel verlorengegangen ist, sich zu Plattenepithel umgewandelt hat. Bei den kleineren Bronchien ist diese Metaplasie in Plattenepithel oft ganz aus gesprochen, so da diese Bronchien auf weite Strecken hin mit Platten opithel ausgekleidet sind. Die Drsen (bronchial, peritruclieal) lassen Asbest krperchen vermissen. Sie sind nur stark anthrakotisch. Herzmuskel (rechts und links) ausgedehnte Verfettung. Stauungsleber und -liieren, Pankreas, Nebennieren, Milz blutreich, sonst normal. Wurm narbig. Diesem Befund nach liegt bei der Verstorbenen mit Sicherheit eine chronische Asbestosekrankheit der Lungen vor, die den Tod herbeigefhrt hat, indem es zu einer rechtseitigen Herzvergrerung mit sekundrer fettiger Herzmuskelentartung kam. 12. Abbildungen mit Erluterungen Nachfolgend bringen wir eine Auswahl von Rntgenbildern aus unserem Untersuchungskreis, die im wesentlichen die. Sanpmchvn Be schreibungen besttigen und sie in gewissen Einzelheiten erweitern sollen. Sie sind vor allem aber als b ild lic h e V e ra n sc h a u lic h t! ng z u m V er lau fe d e r E rk ra n k u n g gedacht. Da die Strukturvernderungen be sonders anfangs sehr fein sind, ist ihre Wiedergabe auf Papierabzgen oft nur sehr unvollkommen. Auf diese technischen Schwierigkeiten hat schon iS'dupe hingewiesen. Wir haben versucht, diesen Mangel teilweise durch Ausschnitte aus dem Film zu beheben. Die Einzelstrukturen des Filmbildes werden aber auch so nicht erreicht. Den Abzgen sind kurz die klinischen Unterlagen angefgt. Es sei im brigen auf Abschnitt fi ,,Rntgenbefund bei Asbestose" hingewiesen. 13. Schwere Asbeststaublungenerkrankung im Sinne des Gesetzes Durch die Dritte Verordnung ber Ausdehnung der Unfallver sicherung auf Berufskrankheiten vom 16. Dezember 193(5 ist die schwere Asbeststaublungenerkrankung unter Versicherungsschutz gestellt worden. Der Gesetzgeber gibt zu der Frage, wann eine schwere Asbestose vorliegt, keine genaueren Anhaltspunkte. Die Beurteilung ist ganz dem einzelnen Gutachter berlassen. In dem Kommentar von Bauer usw. (S. 375) findet sich folgender Hinweis: ,,Fr die Beurteilung der schweren Asbestose ist die Gre des 99 K. Eigene Ergebnisse Ausfalls im Herz-Lungenkreislauf neben dem Rntgenbild von aus schlaggebender Bedeutung." - S. auch das beifolgende Merkblatt der Staatlichen Gewerberzte. Greift man auf die ausgedehnten Erfahrungen bei der schweren Silikose zurck und wendet die dort gltigen Richtlinien sinngem an, so wrde man eine schwere Asbeststaublungenerkrankung dann an nehmen mssen, wenn durch ausgedehnte koniotische Bindegewebs neubildungen im Lungengewebe eine solche Verminderung der Atem kapazitt und Rckwirkung auf den Kreislauf bedingt wird, da eine erhebliche Beeintrchtigung der krperlichen Leistungsfhigkeit besteht. Jedenfalls hat der Gesetzgeber eine Auswahl unter den Asbestose kranken getroffen und nur die in ihrer Gesamtleistungsfhigkeit erheb lich Geschdigten erfassen wollen. Da feste Stze der Erwerbsfhigkeits minderung nicht genannt sind und grere Erfahrungen in der Recht sprechung ber die Asbestose noch nicht vorliegen, ist eine Meinungs verschiedenheit der Gutachter ber die Frage einer schweren Asbestose durchaus mglich. Die Verhltnisse bei der schweren Silikose lassen sich sicher nicht im einzelnen auf die Asbestose bertragen, da bei der Asbestose die rntgenologischen Lungenvernderungen fr die einzelnen klinischen Stadien viel weniger ausgeprgt und oft auch nicht so charakteristisch sind wie bei der Silikose, und da die Asbestose fast regelmig frh zeitiger zu funktionellen Beeintrchtigungen Anla gibt. Es kann sich nur um die Anwendung des Grundsatzes der Beurteilung handeln. Zweifellos wrde es eine Hrte bedeuten, wenn man nur die dem klinischen Stadium III der Erkrankung zugehrigen Kranken als im Sinne des Gesetzes schwer bezeichnen wollte. Wir wrden vielmehr Vor schlgen, die Grenze zwischen erheblich und unerheblich durch das II. klinische Stadium (mittelschwer) zu legen, indem man alle mehr zum III. Stadium neigenden Formen als schwer (im Sinne des Gesetzes) ansieht und noch alle mehr zum I. Stadium hinweisenden als solche ab lehnt. Natrlich wird es gerade hier in der Mitte immer Grenzflle geben. In solchen Zweifelsfllen lassen wir uns nicht so sehr von dem Ergebnis irgendeiner einzelnen Funktionsprfung leiten, sondern richten unser Augenmerk vor allem auf den Allgemeineindruck und das Verhalten unter Einwirkung einer physiologischen und alltglichen Belastung. Fllt hierbei ein grober Defekt auf, der sich durch andere Erkrankungen als die Asbestose nicht erklrt, so sind wir geneigt, eine schwere Form an zunehmen. Viele der uns zur Verfgung stehenden Einzeluntersuchungsmethoden sind von einer Reihe von Umstnden abhngig, die leicht Irrtm er zulassen. Man mu das Verhalten von Atmung und Kreislauf fr die Be urteilung besonders herausstcllen und sein Augenmerk diesen beiden vornehmlich zuwenden. Fr die Atmung gelingt es durch physikalische Untersuchung der Lungen, Prfung der Dehnbarkeit des Brustkorbes, der Verschieblichkeit der Zwerchfelle, der Vitalkapazitt usw. noch am 100 13. Schwere Asbeststaublungenerkrankung im Sinne des Gesetzes ehesten, eine Beeintrchtigung nachzuweisen. Wesentlich schwieriger ist indes die Beurteilung der Rckwirkung auf den Kreislauf und da be sonders auf das Herz. Der pathologische Anatom schliet aus der Be schaffenheit des rechten Herzens bei der Koniose meist auf eine Beein trchtigung des Kreislaufes. Der Kliniker hat es hier wesentlich schwieriger, weil der Nachweis einer Mehrbelastung des rechten Herzens oder des Herzens berhaupt oft sehr schwer sein kann. Es ist auch bis zu einem gewissen Grade oft praktisch unmglich, die Leistungsfhigkeit von Herz und Lunge, die eine gekoppelte Funktion darstellt, im einzelnen zu trennen. Es kann sich dabei gewhnlich nur um grbere Ausschlge handeln, die man mehr der Lunge oder mehr dem Herzen zuerkennt. B ei v llig re g e lre c h te m E rg e b n is der H erzuntersuchung wird unseres E rachtens die A nerken nung einer schweren Form der Asbestose nur dann ver tre tb a r sein, wenn der R ntgenbefund, die Beschwerden und d a s E rg e b n is d er s o n s tig e n L u n g e n u n te rs u c h u n g ein im k lin isch en Sinne m indestens g u t m ittelseh w eres, wenn n ich t schw eres B ild der L ungenfibrose e rg ib t, so da man jedenfalls m it einer grberen funktionellen Rckw irkung auf das Herz rechnen darf. Wenn auch ein bestimmter Satz der Erw erbsfhigkeitsminderung zur Anerkennung einer schweren Asbestose nicht vorgeschrieben ist, so brauchen wir doch gewisse Normen, zumal die allgemeine Leistungs fhigkeit zum letzten Grundsatz der Entscheidung gemacht werden soll und wir diese in der Gutachterttigkeit -- unbeschadet der hierzu ge uerten Zweifel an einem solchen Begriff -- dauernd gebrauchen. Wir wrden, auf die allgemeine Leistungsfhigkeit bezogen, die Minderung der Erwerbsfhigkeit von etwa 50 % als untere Grenze zur Anerkennung einer schweren Form der Asbestose fr geeignet halten. In Ausnahmefllen wird man pneumonischen Entzndungen, Abszebildungen (z. B. infolge Bronchiektasen), einem Empyem oder septischen Erkrankungen begegnen, bei denen vielleicht eine schwere Asbestose noch nicht unbedingt vorliegt, wo aber doch der Zusammen hang offensichtlich ist, so da man ihn bejahen mu. Die Schwierigkeiten, die sich durch die Entwicklung eines Lungen krebses bei Asbestose ergeben, haben -wir in dem betreffenden Abschnitt bereits erwhnt. Da wir in Deutschland ausreichende Erfahrungen ber den Einflu der Asbestose auf eine gleichzeitig vorhandene Tuberkulose noch nicht besitzen, wird vorlufig jede Einzelbeobachtung sorgfltig geprft werden mssen. Bei einer an sich sicher schweren Asbestose wird man heute praktisch im Entsehdigungsverfahren unseres Erachtens kaum Zweifel an einer urschlichen Beziehung zu uern brauchen. Anders liegen aber die Verhltnisse da, wo nur eine an sich leichtere Asbestose besteht. Hier wird nach den bisherigen Beobachtungen grte Zurck haltung in der Frage der Bejahung ntig sein. 101 10. Eigene Ergebnisse I M erkblatt der Staatlichen Gewerberzte XV1IL. S chw ere A s b e s ts ta u b lu n g e n e rk ra n k u n g (A sbestose) (Nr. 18 der Liste zur Dritten Verordnung vom ]. Dezember 1!)3(5 ber die Ausdehnung der Unfallversicherung auf Berufskrankheiten) Es wird gebeten, bei der Beurteilung und Begutachtung die nach-, stehenden arbeitsmedizinischen Gesichtspunkte zu bercksichtigen: 1. V orkom m en. Asbest ist ein Mineral, ein Magnesiumsilikat von faseriger Beschaffenheit und wechselnder Zusammensetzung. Es liil.lt sich zu einer wolligen, flockigen Masse aufschlieen und nach Art von Textilfasern verarbeiten. Die Gefhrdung ist um so grer, je reich licher feiner Asbeststaub bei der Arbeit eingeatmet wird. Am strksten gefhrdet sind die Arbeiter, die bei der Zerkleinerung des Gesteins, beim Mischen, Krempeln, Krempelputzen, bei der Aufbereitung der Abflle und beim Matratzenfllen beschftigt sind, dann die Spinner, Zwirner und Weber. Es ist die Arbeitsweise in der letzten und in frheren Arbeitsstellen in Asbestwarenfabriken u. a. m. genau zu erfragen und nach den einzelnen Zeitrumen anzugeben. 2. A u fn a h m e und W irk u n g sw eise. Einatmung von Asbeststaub. Das Silikat wird in der Lunge langsam gelst, die freiwerdende Kiesel sure bringt die Bindegewebsfasern des Sttzgewebes zur Ver dickung (Fibrose). Die Fibrose bildet sich in den interalveolaren, interazinsen und sonstigen intrapulmonalen Scpten, vorzugsweise befallen sind die Unterlappen. Asbeststaub bringt Reizungen der Augenbindehute, der Rachen- und Kehlkopfschleimhaut hervor. Diese Reizungen und Reizungen der Bronchialschleimhaut knnen zu Husten und Atemnot fhren, jedoch pflegt Gewhnung an die Reizung einzutreten. Nach 3-- Arbeitsjahren setzen Beschwerden der eigentlichen Asbestose ein, Beklemmungsgefhl auf der Brust,Husten und Auswurf, der auch Blutspuren enthalten kann, An strengungsdyspnoe, erst im schweren Stadium auch Ruhedyspnoe. 3. K lin isc h e E rsc h e in u n g e n . Der objektive Befund und das Rnt genbild (Durchleuchtung gengt nicht!) stehen im Miverhltnis zur Schwere der Atemstrungen. Man findet in schweren Fllen ber den abhngigen Lungenbezirken Schallabschwchungen, abgeschwchtes oder auch rauhes Vesikulratmen, Giemen und feuchte Rasselgerusche. Bei gleichzeitiger Tuberkulose knnen Krankheitsbefunde auch in den oberen Lungcnabschnittcn vorhanden sein, eine enge Beziehung zwischen Asbestose und Lungentuberkulose, wie sie bei Silikose be kannt ist, besteht jedoch nach deutschen Erfahrungen nicht. Das Rntgenbild zeigt zunchst uncharakteristische Verstrkung der Lungenzeichnung, uerst feines und dichtes Netzwerk, an den Knotenpunkten feinste Krnchen. Spter nimmt die Zahl der Krnchenschatten betrchtlich zu, ohne da in typischen Fllen ihre Gre erheblich wird. Schlielich tritt eine diffuse Verschleierung 102 Schrifttum vorzugsweise der Untergeschosse auf, innerhalb der sieh die Herz schatten meistnoch erkennen lassen. Die herznahen Abschnitte scheinen bevorzugt befallen zu werden, so da man Verschleierungen sieht, die mit Filzstreifen am Ventrikelrande verglichen wurden. Die Ober felder knnen durch Emphysem vermehrt durchlssig erscheinen. 4. Gu t a c h t l i c h e s . Die Beschrnkung der Erwerbsfhigkeit wird im wesentlichen durch den Zustand der Herzkraft bestimmt. Im Aus wurf knnen manchmal Asbestfasern von spindliger oder keulen frmiger Gestalt und Asbestosekrperchen (nadelartige Gebilde mit Zentralfaden und endstndigen oder mittelstndigen Auflagerungen, Hantel-, Keulen- oder Rollenformen) nachgewiesen werden, die eine Berlinerblau-Reaktion geben. (In der Haut entstehen durch eingespiete Asbestnadeln Warzen, die keine Wachstumstendenz haben, histologisch keine leukozytre Gewebsreaktion zeigen. Sie knnen bei Druck recht schmerzhaft, sein.) Schrifttum ,1been, Mnch, med. Wselir. 1935 II: 1797. /inner, Engel, Konisch, Krohn und Lauterbach, Arbeit und Gesundheit, H.29: Dritte Verordnung ber Ausdehnung der Unfallversicherung auf Berufs krankheiten vom 16. Dezember 1936. Verlag (1. Tbionie, Leipzig 1937. 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Sie ergibt sich aus der Berufsvorgesehichte, den Beschwerden, dein Keizhusten, den Asbest krperchen im Auswurf und dem Rntgenbild. 8 W c r tlc r, Klinik der Lunaoiinshcstosc lir Abb. 30a Abb. 30 b 152 Heobnohtung IIS: Ausseluiit ttiufnalunen (Abb. 30): Aufnahme Februar 15134; (30a; 42 4. w., 7 J. Zw.): Ganz feine, weichgozeiehnete Streifung und Flockung der unte ren Limgontoilo. Asbestose 0-- (I). Aiifnahmo Novem ber 15137 (30 b: 40 J . w,, 10,5.1. Zw.): Die einzel nen Streifen und Fleckschiitton stehen dielitei1 und sind strker gezeich net.. Asbestose (0)...I. Rntgenatlas der Asbestose der Lungen Von Prof. Dr. E ric h S a u p e , Dresden (Fortschritte auf dem Gebiete der Rntgenstrahlen, Ergnzungsband 54). Lex.-8. 99 Seiten. Mit 52 Ab bildungen. 1938. RM 19.50, in Ganzleinen gebunden RM 21.50. Vor zugspreis fr Bezieher der ,,Fortschritte auf dem Gebiete der Rntgen strahlen" und der ,,Rntgenpraxis" RM 17.55, gebunden RM 19.35 Staublungenerkrankungen der Ruhrbergleute Von Dr. G. S c h u lte . Unter Mitarbeit von Dr. K: H u ste n (Fortschritte auf dem Gebiete der Rntgenstrahlen, Ergnzungsband 50). Lex.-8. 141 Seiten. Mit 153 Abbildungen. 1936. RM 24.--, in Ganzleinen ge bunden RM 26.--. Vorzugspreis fr Bezieher der ,,Fortschritte auf dem Gebiete der Rntgenstrahlen" und der ,,Rntgenpraxis" RM 21.60, in Ganzleinen gebunden RM 23.40 H ein --K re m e r--S c h m id t Kollapstherapie der Lungentuberkulose Bearbeitet von Prof. Dr. med. H a n n s A lex a n d er, Leitender Arzt der Heilsttte Agra bei Lugano; Dr. med. Dr. phil. nat. E rw in G a u b a tz , Oberarzt am Tuberkulosekrankenhaus Heidelberg-Rohrbach; Dr. mrd. J o a c h im H e in , Direktor des Krankenhauses Tnsheide in Holstein; Dr. med. W ilhelm K rem er, Dirigierender Arzt der Heilsttten und des Tuberkulosekrankenhauses Beelitz bei Berlin; Doz. Dr. med. habil. W alter S ch m id t, Direktor und leitender Arzt des Tuberkulose krankenhauses Heidelberg-Rohrbach; Doz. Dr. med. habil. H ans Wurm, Direktor des Pathologischen Instituts des Stdtischen Krankenhauses Wiesbaden. Herausgegeben von W alter Sch m i d t, Heidelberg-Rohrbach. Mit einem Geleitwort von L u d o lp h B ra u e r und F e rd in a n d S a u e r b ru c h , Berlin. Lex.-8. XXVIII, 1135 Seiten. Mit 1077, zum Teil farbigen Abbildungen und 35 Tabellen. 1938. RM 116.--, in Ganz leinen gebunden RM 119. Die offene Lungentuberkulose bei Kindern und Jugendlichen Ein Beitrag zu r Frage Tuberkulose und Konstitution Von Prof. Dr. K u rt K la re , Scheidegg, und Dr. F rie d a B h n in g , Warburg/W. Lex.-8. 164 Seiten. Mit 91 Abbildungen und 23 Tabellen. 1938. RM 13.50, in Ganzleinen gebunden RM 15.-- Der Beginn der Lungentuberkulose beim Erwachsenen Untersuchungen an 86 Reihen von Rntgenpliotographien vom Gesunden bis zum Krankhaften ber Ursache, Gestalt, Entwicklungstempo, thera peutische Beeinflubarkeit und Prognose der Erkrankung. Von Dr. H. B ra e u n in g , Hohenkrug-Stettin. Lex.-8. 222 Seiten. Mit 177 Ab bildungen. 1938. RM 22.--, in Ganzleinen gebunden RM 24.-- GEORG THIEME / VERLAG / LEIPZIG