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FILE NAME: German Articles - Some with English Translation (GER) DATE: 1938 DOC#: GER054 DOCUMENT DESCRIPTION: Medical Journal Article - Martin Nordmann - No Translation x.: L ,? ( . r . S) ' 11 A< v (Aus dem Pathologischen Institut der Hauptstadt Hannover. Vorstand: Prof. Martin Xorthnann.) Der Berufskrebs der Asbestarbeiter12. Von /' Martin Nordiuann. / Mit ti Textabbildungen. (Eivgegnngen am IS. Mrz 1938.) Die Asbestosis, die Berufserkrankung der Asbestarbeiter, ist natur gem an die Lnder und Stdte gebunden, in denen Asbestfabriken errichtet worden sind. Die Kenntnis dieser eigenartigen Erkrankung ist in England und Amerika etwas lter und grer als bei uns. Immer hin hat schon 31anhand im Jahre 1900 der Deutschen Pathologischen Gesellschaft eine Asbestlunge demonstriert, ohne sie allerdings als solche zu erkennen. 8 Jahre spter hat Fahr einen zweiten Pall ge zeigt und ihn bereits in den wichtigsten Zgen richtig dargestellt. ln den letzten 10 Jahren ist die Krankheit besonders in England, Amerika und Deutschland eingehend studiert worden, und wir kennen aus In- und Ausland bereits grere Reihenuntersuchungen an Asbest arbeitern. In Deutschland hat besonders ein Fall, den Beger und Stroebe in Hannover gemeinsam beobachteten, bedeutende Fortschritte ge bracht, weil Bcger die Asbestosis nach der mineralogischen Seite hin eingehend bearbeitete und damit auch an anderen Stellen entsprechende Untersuchungen anregte (Eoppenkfer, Sundius). 3t Klinisch kommt es nach langjhriger Arbeit im Asbeststaub zu asthmatischen Beschwerden und einem qualvollen Tod, indem das rechte Herz erlahmt. Man findet eine betrchtliche Anzahl von Fllen, hnlich wie beider Silikose, in Verbindung mit Lungentuberkulose (Egbert, Wood), und berall findet man Flle erwhnt, in denen sich die Asbestosis mit einem Carcinom der Lunge kombiniert hatte (Wood, Gloyne, 1933). Die Zahl der Leichenffnungen ist berall gering, vermehren sich aber in letzter Zeit ziemlich rasch. In Deutschland sind bis jetzt, so weit mir bekannt, 9 Flle seziert bzw. publiziert (3Iarchand, Fahr, Y. Loeschice, Stroebe-Beger, di Biasi, Wedler, Bhme, 2 eigene)2,. -i Obwohl im Schrifttum Carcinomflle hin und wieder erwhnt wer den, gibt es nur 3 Verffentlichungen aus Amerika und England, die sich m it dem Problem des Krebses in der Asbestosislunge nher be fassen und sich zum Teil mit der im Anfang stets gebotenen Vorsicht /T 1 Dem Herausgeber der Zeitschrift, meinem verehrten Lehrer Prof. A D `- Dietrich zum 65. Geburtstag gewidmet. *."*"--- - " 2 Nach Mitteilung von Prof. 'Saupe sind'nT seinem Beobaohtungsbord-1 in Dresden noch 3 Todesflle Torgekomiften, . b. ohne Carcinom. ** t> ........ Der Berufskrebs der Asbestarbeiter. 289 einen urschlichen Zusammenhang der beiden Erkrankungen aus,Sprecher' Die weittragende Bedeutung fr unser Versicherungswesen erfordert es, diese Arbeiten kurz zu besprechen, bevor wir2 eigene Beobachtungen be kanntgeben. Die Zusammenstellung derJ) F lle und der sonst noch bei lufig erwhnten Krebserkrankungen bei Asbestosis soll alsdann die Be hauptung beweisen, da es einen Berufskrebs bei den Asbestarheitern gibt. Fall 1. Lynch und Smith [Amer. J. of Cancer 24, 56 (1935)]. Lynch spricht von einem 57jhrigen Arbeiter, der 22 Jahre lang als Weber in einer Baumwollspinnerei und dann 21 Jahre in einer Asbestfabrik gearbeitet hatte. Die Rntgenaufnahme, die man hei ihm machte, kurz bevor er starb, stimmt genau mit der von Hornig gebrachten Abbildung zu unserem Fall 5 berein, m it der Abweichung, da der tiefe Tumorschatten in der rechten Lunge sitzt. Man stellte durch die Sektion eine Fibrosis der Lunge mit zahlreichen Asbestnadeln und Asbestosiskrperchen und ein verhornendes Plattenepithelcarcinom im rechten Unterlappen fest. Der Tumor wird von den Verff. an die Seite des Schneeberger Lungenkrebses oder auch eines Krebses nach Kohlenstaublunge und anderen Pneumokoniosen gestellt, und schlielich verglichen mit K reb sen bei Arbeitern in arsenhaltigen Erzen, bei denen allen an einem urschlichen Zusammenhang zwischen der Berufserkrankung und dem Krebs kaum gezweifelt werde. Soviel aber knne mit Sicherheit be hauptet werden, da die Fibrosis der Lungen dem, Carcinom lange Zeit vorausgelaufen sei und da es mit der Kenntnis vom Krebs ber haupt in Einklang stehe, den Krebs Von chronischen Reizen, in diesem Falle der Bronchien, herzuleiten. _ Fall 2. Qloyne (Tubercle 1935, 5). Gloyne berichtet ber eine 35jh- rige Frau, deren Ttigkeit in Asbest 17 Jah re vor dem Tode begann und 8 Jahre andauerte. Also lagen vor dem Tode 9 Jahre, in denen sie mjt der Asbestarbeit nicht irr Berhrung stand. Die Asbestosis der Lunge war migen Grades. Im rechten Oberlappen fnd er einen kleinenwalnugroen Knoten, mikroskopisch ein Plattenepithelcarcinom, das sich in Auslufern bis zur Lungenspitze und Pleura verfolgen lie. Dabei folgte die Neubildung ganz offenbar den Verzweigungen der Bron chien. Am Rande der Neubildung waren riesige Zellen zu beobachten; Fall 3. Gloyne (Tubercle 1935, 5). Der .andere Fall der. gleichen Verffentlichung handelt von einer 71jhrigen Frau m it Asbestosis unttelschweren Grades, Ascites und Beinvenenthrombose derfinken Seite. * iri^ k te n Unterlappen.eine'Neubildung mitrzahlreiehen Nekrosen und Kavernen, die dem von Lynch (Fall 1) abgebildeten Falle hnlich ge lb e n haben soll. Mikroskopisch wieder ein .PlattenepithelQaicinom. In der. Zusammenfassung erscheint Gloyne, ein eigentlicher primrer 290 Ar. N ordmann: tum# am Bronehialbaum, der_ Tumor knne auch an vielen Ortengleiehzeitig entstanden sein. Jm anderen Fall (Fall 3) war die Geschwulst offensichtlich an der Stelle der strkst entwickelten Asbestosis ent standen. ln beiden Fllen hatte der Verf. den Eindruck, da der Tumor nicht gro genug war, um als Todesursache zu gelten, aber auch die Asbestosis schien ihm nach ihrer Schwere den Tod nicht allein verur sacht zu haben. Vielmehr htten beide zusammen das Leben vernichtet. Der Verf. stellt die Frage nach dem urschlichen Zusammenhang, will aber in seiner Publikation durchaus keinen Versuch unternehmen, sie zu beantworten. Fall 4. Egbert und Geiger [Amer. Rev. Tbc. 34 143 (1936)]. Ein 41 jhriger gebrtiger Ungar arbeitete ununterbrochen _l Jahre als Weber in einer Asbestfabrik. Von einer 8tgigen Lungenentzndung, 9 Jalire vor dem Tode, behielt er Husten und Atemnot zurck. Erst 2 Jahre vor seinem Tode wurde seine Fabrik einigermaen saniert. E r starb innerhalb von 8 Monaten unter den Erscheinungen eines Lungenkrebses im linken Oberlappen. Hier fand man auer der Asbesto sis ein in zahlreichen Organen metastasierendes Bronchialcarcinom. mikroskopisch Adenocareinom. Die Autoren halten es durchaus fr mglich, da der Asbest ein Lungencareinom erzeugt. In kurzem Abstand wurden in unserem Institut 2 Flle beobachtet an Arbeitern mit Asbestosis und Carcinom der Lunge. Fall 5. Eigne Beobachtung. -- Eine 35jhrige Frau war zwischen ihrem J 7. und 26. Lebensjahr mit einer l 1/2jhjrigen Pause im ganzen genau 7 Jahre in einer Asbestfabrik als Arbeiterin ttig gewesen, davon 2 Jahre in der Asbestkrempelei, in der brigen Zeit in der Spinnerei und Weberei. Nach dieser Zeit, also 9 Jahre lang, hat sie die Fabrik nicht mehr betreten und weit entfernt von ihr gewohnt. Der Vater starb an einem Krebs der Speiserhre, die Mutter an einer Fehlgeburt. Ihre Geschwister sind bis auf eine gesund, diese leidet an Tuberkulose. 5 Brder sind gefallen, 2 Geschwister klein gestorben. Sie selbst hat nur die Kinderkrankheiten durchgemacht, ihre Ehe -blieb nach 3 Fehlgeburten kinderlos. Die WaR. ihres Blutes war negativ. Whrend ihrer Arbeit in der Fabrik hatte sie nur einmal einen lngeren Bronchialkatarrh, bat aber nie krankheitshalber die Arbeit ausgesetzt. 4--5 Jahre vor dem Tode fing sie an zu husten, spter stellte sich Atemnot ein, besonders schlimm im Frhjahr und Herbst. 3/4 Jahr vor ihrem Tode kam sie in rztliche Behandlung, zunchst mit subfebrilen Temperaturen, pleuritisehem Reiben und schleppender, links seitiger Atmung. Das Rntgenbild aus dieser Zeit zeigt einen eigen artigen Schatten im linken Unterfeld, der keilfrmig'vom Hilus nach dem Rcken zog. In einer Heilsttte (vgl. die Arbeit von B o rm g ji^1 diesen Fall) stellte man die bisherige Diagnose auf Tuberkulose richtig ;K|?\ ` "fi 3v*&&&*!&>\ Der Berufskrebs der Asbestarbeiter. 291 in Asbestosis d er L ungen u n d nah m an Stelle des nunm ehr seh r d ic h ten groen S chattens im Bereich des linken Unterlappens einen Tum or, und zwar in urschlichem Zusam m enhang m it der A sbestosis, an. P ie Leiche w ar sehr m ager und bla. Die Lungen waren flchenliaft verw achsen, ebenso die Organe des oberen B auches. Die Lungen waren geblht, auf der Schnittflche rotbraun, g latt und voll schumen- sie-: Abb. 1. lin k e lunge zu Fall 5 (M. Sch., S. 1247/3'?). Plattenepithelcarciaom des linken. 1'nterlappenB und der Pleura mit zentraler Zerfallshhle. Asbestosis der Image. - Me r derFlssigkeit, in der sich Asbestkrperchen in Mengen n achweienlioen. ... w .& S & P Bemustert. Der linke Unterlappen war sehr hart, schiefrig oder wei. In Verlngerung.desHauptbronchus und mit ihm inoffener Verbindung stand ein zackig begrenzter Hohlraum von Walnugroe, durch den skeletier re 9 `Gefe und Bronchien wie ein Strebewerkjiittditrehzogen. DieV eiterA ' * bmgebiing der KaverneV ar.derb, diePleura darber knotig bis zu 10 mm Z 't >1 J \ ... .it .'S ..v ijjfc e iv S e A h 292 \l. Xordmann: In der Leber und der Niere fanden sielt Metastasen, zum Teil in Form voller Knoten, zum Teil als derbes weies Gitterwerk. In den krebsfreien Abschnitten der Lunge fand sich mikroskopisch das bekannte Bild der Asbestosis. Es soll hierbei bemerkt werden, da die dadurch bedingten Schwielen teilweise recht ansehnlich waren und weit ber den Begriff der diffusen Lungenfibrose, wie man sie von Stauungslungen her kennt, hinausgingen. Besonders auffallend war die groe Zahl von Riesenzellen um die Asbestosiskrperchen auch im Vergleich mit den mir zur Verfgung stehenden Fllen von Fahr, Abb. 2. Linke Lunge zu Fall 5 fM. Sch., S. 1247'37). Plattenepitlielcarcinom m it ABbcstosiskrperclien. di Biasi, Loeschke und Stroebe-Beger. Der Tumor selbst war. ein ver hornendes Plattenepithelcarcinom, in dessen Epithelzapfen und Stroma sich ganze Pakete von Asbestnadeln oder Asbestosiskrperchen be-, fanden (Abb. 2). Von gleichem Bau waren die Metastasen, allerdings ohne Asbest. /- . " ' A.-.r Fall 6. Eigene Beobachtung. -- Ein 55jhriger Mann hatte zwischen dem 36. und 43. Lebensjahr in dem Asbestsaal einer Asbestfabrik bei der Vorbereitung zur Spinnerei/ also 7 Jahre gearbeitet, dann s/4 J a^r ohne Arbeit zugebracht, in dieser Zeit eine Lungenentzndung dareh gemacht und ist dann bis 4 Monate vor seinem Tode in einer Woll wscherei ttig gewesen. E r hatte zwar nicht beim Militr gedient war aber 3 Jahre im Kriege Soldat, er h atte Diphtherie^ Scharlach and Malaria. ber 65 kg ist sein Gewicht nicht gestiegen. ber Troek' : heit im Halse hat er wohl schon seit 1919 geklagt. Spter ist er wogt" Der erufskrebs der Asbestarbeiter. 293 B ronchialkatarrhs und berschssiger M agensure behandelt. 13 Mo nate vor dem Tode m agerte er stark ab und bekam blutigen Auswurf. Man h atte V erdacht auf Tuberkulose. 4 Monate vor dem Tode stellte er die A rbeit ein. E r h atte A tem not und H usten. Die A tm ung schleppte links, hier bestand eine Dm pfung und abgeschwchtes Atmen. Im Auswurf befanden sich massenweise Asbestosiskrperchen. ac Abb. 3. Jlntgenbild zu k'XL 6 <2 .Monate v o r dem- Toe). ;v Verschattng im linken U nterfeld ..' Tiefe Das Rntgenbild zeigte einen tiefen Schatten im Bereich-des linken Unterlappens (Abb. 3). Seine rzte, Schulte und Reichelt (Hannover) dia gnostizierten aus diesen Anzeichen eine Asbestosis der Lungen und e in . Carcinom des linken Unterlappens m it Verbreitung im Zwerchfell, "'egen der radiologisch zum Vorschein kommenden Einengung <tw Speiserhre. An der Leiche fanden sich stark verwachse; Lungen mit berdehnung der Lungenblschen und einem feingeghcderten stahlgrauen derben Gitterwerk. Die Farbe der 'Schnittflche war im brigen rotbraun. Im Bereich^ des Unterlappens ein schwarxweib .. gefleckter Tumor, der die Nachbarorgane : Herzbeutel,-linke Kar.mu rwand des Herzens, Zwerchfell, Peritoneum des Hlfen Obtrbuuci.es, M: - 294 VI. Nordmann: gruppe und die untere Brust- und obere Lendenwirbelsule ergriffen hatte (Abb. 4). Im Mittelpunkt des Tumors, in Verlngerung des Hauptbronchus, erkannte man eine walnugroe Zerfallshhle mit zundrigen Rndern. Die mikroskopische Untersuchung in den krebsfreien Abschnitten ergab eine Asbestosis, die nach Schwere und Ausdehnung sich mit unkomplizierten Todesfllen wohl vergleichen lt. Im linken Unter- ,i i ;; I f^ . ' }`t.--&t.** . \ : ii w* C V: P Abb. 4. Linke Lunge zu Pal! 6 (O. H., S. 1335/37). Plattenepithelcarcinom de linken U nterlappens und der Pleura m it zentraler Zerfallshhe. Asbestosis der Lunge. lappen ein stark zerfallenes verhornendes Plattenepithelcareinom, in dem sich Asbestnadeln und Asbestosiskrperohen machweisen lassen. Im rechten Unterlappen fiel ein weiterer Bezirk durch seine feste Be schaffenheit ins Auge (Abb. 5). Die mikroskopische Untersuchung ergab hier eine starke Wucherung des Bronchialepithels, das in um schriebenen Bezirken sich als echtes Carcinom verbreitete. An Makro phagen und Riesenzellen ..waren die Lungen im .Bereich der Schwielen und Alveolarrume nicht minder reich als Fall 5. ' "** - Wir stellen die zitierten und selbst beobachteten Flle"von sis und Carcinom in einer Tabelle zusammen, .. " 1 :. fr., .., > .. . -n.: ". \v . 1 . ' ...................................... ................... *' Th Der Berufskrebs der Asbestarbeiter. 295 Abb. 5. Atypische Bronchialepithelwucherung ans dem recht? n terlappen bei F all 6 (O. R., S. 1335/37). Tabelle 1. D er B e ru f s k r e b s d e r A s b e s ta r b e ite r . Nr. Ja h r A utor Alter, Arbeitsbeginn Geschlecht in Asbest A rbeitsdauer 1 P a th ..aIiat. Befund in Asbest j l 1935 Lynch 57 Jahre, vor 21 Jahren 21 Jahre Plattenepithelcarci- u. Smith, Amerika Mann ,, 1 , . noin rechter TJX. * . 2 1935 Oloyne, 35 Jahre, vor 17 Jahren 8 Jahre ;K1. Plattenepithei- England Frau carcinom re. O.L. 3 1935 Oloyne, 71 Jahre,- vor 15 Jahren, 1 Jah r 7 Man. Hattenepithelcarcin. England Frau re.TJX.(wieFalll) 4 1936 Egbert, , u. Geiger, Amerika i i* : .. 41 Jahre, vor 18 Jahren Mann 1 18 Jahre Adenocarcinom Bronchus li. TJX. . mit zahlreichen. Metastasen 5 1938 Nordmann 35 Jahre, vor IS Jahren - 7 Jahre i Plattenepitlielcarcin. {Hornig) Frau : Z li.U.L. (wieFaUlj CiT; * ! mit Metastasen i n ' M j* # :' , j Leber u. Kienj 6 1938 Nordiiiann 55 Jahre, vor IS Jahren . 7 Jahre ;Plattenopitheiearein'. *VV -< ? Mann ' >> ^ *-] i li. TJX. (vvicFalll) i m it. Einbruch in -, . den H em nuikel fW-tb 296 M. Nordmann: Es geht aus den Angaben hervor, da sich Lungenkrebs und Asbesto- sis der Lungen in einer Reihe von Fllen kombiniert. Dieses Ereignis knnte ein zuflliges Zusammentreffen sein (Gloyne, Wood). Es wieder holen sieh aber bereits in diesen 6 ausfhrlich beobachteten Fllen so viele Eigentmlichkeiten, da der Krebs in der Asbestosislunge in einem urschlichen Verhltnis zu dieser Berufserkrankung er scheint. Zunchst ist die kleine Zahl der Flle berhaupt zu erlutern. Die Zahl der gefhrdeten Arbeiter in den Asbestfabriken ist bedeutend geringer als die Zahl der berhaupt in diesen Betrieben ttigen Per sonen. Die Zahl der z. B. im Deutschen Reich in Betracht kommenden Personen beluft sich schtzungsweise auf nur wenige Tausende. Nur ein Bruchteil davon ist wirklich im Asbeststaub ttigi Hinzu kommt, da die Belegschaft zahlreiche Frauen umfat und diese, aber auch die Mnner, dem Betrieb oft nur kurze Zeit angehren. Nach englischen, amerikanischen und deutschen Autoren sind aber mehrere Jahre ntig, um berhaupt sprbare Erscheinungen bzw. objektive-Anzeichen ein geatmeten Staubes zu erhalten. Man kann also zu unserem Problem nicht mit groen Zahlen aufwarten. Die Aufmerksamkeit auf den Berufsschden der Asbestosis ist auerdem noch nicht sehr lange wach. Die Masse der wissenschaftlichen Arbeiten in England stammt aus den Jahren 1927/29 (vgl. Lit.). In Deutschland ist auer den beiden Vorlufern Marchand (1906) und Fahr (1914) die Asbestosis der Lungen erst seit 1931/32 eingehender besprochen, dasselbe gilt von Amerika. Vollends zeigt unsere Tabelle, da die Publikationen, die unserer Fragestellung im besonderen ge- i widmet sind, aus den letzten 3 Jahren stammen. Nichts ist natrlicher, , als da diese schwerwiegende Betrachtung bei einem neuen Krank- \ heitsbild erst unternommen wird, wenn die Krankheit selbst in ihren v\ Grundzgen bekanntgeworden ist. ^ Haben wir aber an sich nur m it kleinem Zahlenmaterial zu rechnen, kann'"bei der in Rede stehenden Frage des Berufskrebses der Asbest- arbeiter nur auf die Todesopfer zurckgegriffen werden. In Deutsch land sind mit den eigenen 12 Sektionen bekannt, davon verliefen 2 mit Krebs, ca. 17%. In Hannover sind davon 3 Flle seziert, davon 2 mit Krebs, ein weiterer, 4. Fall, mit ungnstiger Prognose, steht unter ge werberztlicher Frsorge, voraussichtlich ohne Komplikation mit/ Krebs, d. s. also 50% Crcinome. Die Zahl der tatschlich sezierten^- Flle in Deutschland drfte' mangels Verffentlichung kaum sehr viel grer sein. Aus England liegt eine bersicht von 100 Fllen vor, die Wood beobachtet hat. V on'diesen'sind ?3% mit- .Tbc,. kombinirt: ' f>17 noch unsicher, die brigen 53 Flle sichere Asbstsisngen. 12 sind, gestorben, davon P T -- - - - J *'**** -V * Der Berufakrebs der Asbestarbeiter. 297 in the pleura" . Sehen wir von diesem letzten undurchsichtigen Falle ah, wren hei 2 von 12 Asbestosisfllen 17% Krebstrger. Die geringe Zahl der Krebsflle darf also nicht gegen den urschlichen Zusammen hang angefhrt werden, sie entspricht dem Stande der wissenschaft lichen Bearbeitung des Problems. Die von mir angefhrten Prozent stze, die aus so kleinen Zahlen errechnet sind, knnen keinen An spruch darauf machen, den wirklichen Prozentsatz zu treffen, sind aber durchaus dazu angetan, dem Problem nachzugehen. Wir sind sogar zuversichtlich, da die Bemhungen der Fabriken und Gewerberzte in der Sanierung der Betriebe ein rasches Ansteigen des Beobachtungsgutes verhindern und die von uns hier aufgezeigte Gefahr bannen. Der nchst gelegene Einwand gegen den urschlichen Zusammenhang ist die groe Zahl von Lungencarcinom berhaupt und insbesondere sein Auftreten im Alter von 50--70 Jahren. Wegen der betroffenen Lebensalter belehrt die Tabelle, da die Hlfte der Krebstrger jung war, 2 davon 35, einer 41 Jahre. Diese Hufung jugendlicher Krebstrger wird noch an Bedeutung berboten durch die gleichmige Zeitspanne, die bei allen Krebstrgern seit dem Beginn ihrer Arbeit im Asbest bis zu ihrem Tod an Krebs verstrichen ist: 15--21 Jahre, im Durchschnitt also 18 Jahre, welche Zeitspanne fr die Hlfte genau zutrifft. Die krzeste Zeit bis zum Tod von 15 Jahren betraf den ltesten in dem Reihe. Die lteren Leute unter den Opfern sind also auch sehr viel spter in ihrem Leben m it dem Asbest in Berhrung gekommen. So scheint das erreichte Lebensalter bei. den Alten nicht der Ausdruck ihrer besonderen Altersdisposition fr den Krebs, sondern eine Funk tion der Krebsentwicklung bei Asbestosis zu sein. Es ist wiederum bei 4 von 6 Krebstrgern nur ein Teil dieser Zeitspanne, allerdings stets der erste Teil im Asbeststaub verbracht. Mit defii Asbest in d e r Lunge hielten sich diese Personen weiterer Einatmring fern, ohne die E n t wicklung des Krebses dam it zu verhindern. Die Arbeitszeiten betrugen mindestens 7--8 Jahre, nur hei der .'-alten 71 jhrigen Frau l 1/* Jahre. Allein ihre Asbestosis war betrchtlich. Es bewirbt also, wie die mikro skopische Untersuchung des Auswurfs schn whrend des Lebens und. ebenso sicher die anatomische Untersuchung der Lunge bewiesen h at; die Entfernung aus dem Betriebe mitnichten d ie Entfernung des As- StS fl.n'fi iloit vw-voli rm-nLjnrInuF Ufoncslvmri.rJio Rlnfmolr]iiyiw M. Nordmann: Der Berufskrebs der Asbestarbeiter. nach dem Stande unseres Wissens mglich ist, als des Nachweises da er sich praktisch in typischer Form gengend oft wiederholt. Auch als einziger Beobachter htte ich die berzeugung gewonnen, da hier ein urschlicher Zusammenhang bestehen mu, in Verbindung mit. der lteren Beobachtung erhalte ich die Gewiheit, da wir tatschlich einen Berufskrebs der Asbestarbeiter vor uns haben. Gov eks: Literaturverzeichnis. Alwens, IV., Mnch, med. Wschr. 1935, 45 -- Frankf. kasuist. Beobacht, S. 532. -- Alwens u. 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