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FILE NAME: German Articles - Some with English Translation (GER) DATE: 1943 DOC#: GER008 DOCUMENT DESCRIPTION: Journal Article by Boemke - No Translation ^ /^ aM mZsA, ^ b lc A ^ tr v C ' * / WELCH MEDICAL LIBRARY <JL--INTEhLlBRARY LOAN REQUEST TMe Journal: JOURNAL V o l.: Y M onth: No.: ' * Year: Pages:. ^ 7 "" / ^43 $&&&}> bo k i ",hor Editor: UU: V / / .A ^ '/ \ y / \ sci*> 1 8# B o e m -fe -.-F " s / Article: 4 SJ^S+CS 1S jjWJU Lo^^CCUTt^C^ Edition: Year: Publisher: FOR OFFICE USE ONLY Date Verified . I________ Hu)H- NLM Call No.. I.D . K UJ* ~ESM Received Due. Charges. Item N ot Needed A fte r Follow ing Date: ---- Is Photocopy Acceptable? E 'Y e s d l No Renewed . ^ k > ^ ^ Where did you see this reference? J S ( CtV>JCfalJtM -tfix- V o l.: ___- Pg.: j JLs Vr.: 1 Q *7 Costs o f loans w ill vary, depending on the charges o f the lending library. If charges are assessed, method o f paym ent w ill be: R e tu rn e d . 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This in s titu tio n reserves the rig ht to refuse to accept a copying order, if, in its judgm ent, fu lfillm e n t o f the order w ould involve \violation o f copyright law. Hsu / w -*> v* ' f /' . ; US dem Institut fr Allgemeine und Wehrpathologie der Militrrztlichen Akademie. (Leiter: Oberfeldarzt Professor Dr. L a u ch e.) Asbestosis und Lungencarcinom. Von Dozent Dr. Friedrich Boemke, Stabsarzt ri. R. Mit 3 Abbildungen im Text. Whrend ber die Klinik und Pathologie der Asbestosis trotz der im ganzen gesehen relativ geringen Zahl von Beobachtungen bereits eine urn. fassende in- u n i auslndische Literatur vorliegt, sind die Verffentlichungen her Asbestosis und gleichzeitig bestehendes Lungencarcinom noch recht "Sprlich. Diese Tatsache mag ihre Begrndung darin haben, dass bisher nur innige derartige Flle zur Beobachtung gekommen sind. Nach Mitteilungen 'ers sind bisher in der Literatur insgesamt nur 14 Beobachtungen von itosis mit Lungencarcinom verffentlicht. Eine zeitlich spter erschienene j|||beit von Linzbach und Wedler fhrt unter Einbeziehung einer eigenen Beobitung 12 Flle von Lungencarcinom bei Asbestosis auf. Zwei weitere le wurden krzlich von Welz verffentlicht1. In einer 1938 erschienenen Arbeit ber den Berufskrebs der Asbestliter nimmt erstmalig in der deutschen Literatur Nordmann Stellung ffeFrage des Zusammenhangs zwischen Asbestosis und Lungencarcinom. nn bejaht unter eingehender Errterung bereits von anderen Autoren iebener und zweier eigener Beobachtungen die Zusammenhangsfrage, mddie vorangegangenen Verffentlichungen in der auslndischen Literatur ll nur mit einigem Vorbehalt fr einen urschlichen Zusammenhang der n Erkrankungen aussprechen. Hinsichtlich der Besprechung der bisher Beobachtung gekommenen Flle muss auf die Arbeit Nordmanns, die eine Uarische bersicht ber sechs Beobachtungen bis zum Jah re 1938 bringt, auf die 1941 bzw. 1942 erschienenen Arbeiten von Linzbach und Wedler von Welz verwiesen werden. Fr die Berechtigung der Annahme eines enhangs zwischen Asbestosis und Lungencarcinom fhrt Nordmann e Grnde an: l?1 Whrend der Drucklegung dieser Arbeit erschien eine zusammenfassende Darber den Lungenkrebs bei Asbestosis von Wed!er (Dtseh. Arch. klin. Med. 191, :[1943]), in der 14 Flle von Asbestosis mit gleichzeitigen Lungen-, Rippenfell>Utabellarisch erfasst sind. Jedoch sind in dieser Aufstellung die beiden Flle eh nicht enthalten, so dass unter Einbeziehung meiner eigenen Beobachtung insgesamt 17 Flle bekannt sind. 570 Friedrich Boerake. Auch bei der im ganzen relativ geringen Zahl von Beobachtungen von Asbestosistodesfllen ist der Prozentsatz an Asbestosis mit gleichzeitigem Lungencarcinom ungewhnlich hoch. Gloyne beobachtete bei 50 Obduk tionen von Asbestosis in 6 Fllen, also bei .12%, ein gleichzeitig bestehendes Lungencarcinom. Nordmann errechnet bei einer allerdings geringen Gesamt zahl von Asbestosistodesfllen 17 %, bei denen gleichzeitig ein Lungencarcinom vorlag. Weiterhin weist Nordmann darauf hin, dass die Hlfte der an Asbestosis und Carcinom Verstorbenen von den in seiner Arbeit angefhrten Beobach tungen relativ jung war, bzw. ein Lungencarcinom in einem Alter bekam, das fr das bliche Auftreten dieser Carcmomform nicht typisch ist. Als wesentlicher ist jedoch die auffllige Beobachtung zu werten, dass bei fast allen Krebstrgern eine ziemlich gleichmige Zeitspanne seit dem Beginn ihrer Ttigkeit in einer Asbestfabrik bis zu ihrem Tode an einem Lungen carcinom vergangen ist. Nordmann hat dafr die Durchschnittszahl von 18 Jahren errechnet und festgestellt, dass diese Zanl fr die Hlfte der von ihm angefhrten Beobachtungen genau zutrifft. Bemerkenswert ist auch die Gleichartigkeit des makroskopischen und mikroskopischen Bildes der Mehr zahl der beobachteten Flle. In 5 von 6 Fllen lagen bei den von Nordmann geschilderten Beobachtungen Plattenepithelcarcinome vor, und ebenso hufig war ein Lungenunterlappen der Ausgangspunkt des Carcinoms. Auch bei dem Fall von Linzbach und Wedler und in einem der von Welz beschriebenen Flle handelt es sich um Plattenepithelcarcinome im Bereich des rechten Lungenunterlappens. Schliesslich betont Nordmann, dass wiederholt ein ,,multipler Ausgangspunkt" des Carcinoms in den Lungen nicht auszuschliessen war und hlt das multiple metaplastische Plattenepithelcarcinom geradezu fr charakteristisch fr die Asbestosis. Nordmann und Sorge gelang es auch, im Tierversuch ein Lungencarcinom durch Asbeststaub zu erzeugen. Wenn auch auf Grund der Untersuchungen Nordmanns und der genannten Arbeiten von Baader, Linzbach und Wedler, Welz und Gloyne in der Frage des urschlichen Zusammenhangs zwischen Asbestosis und Lungencarcinom keine wesentlichen Zweifel mehr bestehen, so erscheint es doch bei der geringen Zahl der verffentlichten Flle berechtigt, eine eigene hierher gehrige Beob achtung mitzuteilen. Ein am 24. Mai 1872 geborener Mann arbeitete vom September 1924 bis zum 1. Februar 1935 in einer Asbestfabrik als Krempier. Im Februar 1935 trat Arbeits unfhigkeit ein. Die Beschwerden des Patienten bestanden in Atemnot und Husten bei sehr starker Kurzatmigkeit. Das Krpergewicht betrug 61 kg. ber den Lunge bestand eine mittelstarke diffuse Bronchitis, das Herz war nicht verbreitert, Rntgenaufnahme der Lungen im Juli 1935 ergab einen sehr stark verbreiterten Hilm* bei einer vermehrten Lungenzeichnung. Die klinische Diagnose lautete seiner Zeit auf eine Staublunge mit chronischer Lungenblhung. Da es sich jedoch um eine Asbeststaublunge handelte, wurde zunchst die Anerkennung als entschdigng3" pflichtige Berufskrankheit nach den damals geltenden Bestimmungen abgelehnt. Im weiteren Verlauf der Erkrankung trat jedoch gem der dritten Verordnung bet Asbestosis und Lungencarcinom. Ausdehnung der Unfallversicherung auf Berufskrankheiten vom Dezember 1936 eine rjntschiidigung bzw. eine Anerkennung der Asbestosis als Berufskrankheit ein. rf Bei einer im Juli 1937 erfolgten Untersuchung bestand weiterhin erhebliche Atemnot, die sich bei geringsten Anstrengungen steigerte, sowie starker qulender Kasten. Der Brustkorb weitete sich bei der Atmung nur sehr wenig. Der Umfang Jjetrug bei strkster Ausatmung 91 cm, bei strkster Einatmung 93 cm. Die VitalJupazitt der Lungen betrug 1,35 L gegenber einem Sollwert von 3,2 L. Der Klopffsfcll ber den Lungen war beiderseits hinten unten etwas abgeschwcht, das Atem- ,useh in der Ausatmung verlngert und verschrft, bei der Einatmung waren ite Rasselgerusche zu hren. Die Herzgrenzen waren nicht verbreitert, der Blutnckbetrug 120/70 mm Hg. Rntgenologisch waren beide Lungenfelder berst mit itfleckigen Schatteneinlagerungen, die sich nach unten zu verdichteten. Es wurde ut die Diagnose ,,Schwere Asbeststaublunge" gestellt und der Patient fr vllig iverbsunflug befunden. Im weiteren Verlauf seiner Krankheit war der Patient erholt in rztlicher Behandlung. Im August 1939 trat eine Gallenblasenentzn- bei einem Gallenblasensteinleiden ein, das einen lltgigen Krankenhausmthalt bedingte. Dabei bestand eine erhebliche Kreislaufschwche. Am 22. Mrz 1913 wurde der Patient erneut in ein Krankenhaus aufgenommen, gab an, unter Zunahme des Hustens und der Atemnot zu leiden. Ausserdem klagte iber Schmerzen im linken Bein, sowie ber Xachtschweiss. Aus seiner Anamnese ,rz erwhnt, dass er zwei gesunde Shne hat, sein Vater starb mit 91 Jahren, eMutter im Alter von 76 Jahren. Fnf Geschwister im Alter von 57 bis 78 Jahren a. Kinderkrankheiten hatte der Patient angeblich nicht durchgemacht. AlkoholNikotin-Abusus bestand nicht. Eine venerische Infektion wurde verneint. Bei Aufnahme befand sich der Patient in einem stark reduzierten Allgemeinzustand, Gewicht betrug 51,5 kg, es bestand eine leichte Dyspnoe und Cyanose. Eine ilmebene oberflchlich ulcerierte Verdickung der Kopfschwarte in Scheitelhhe der linken Kopfseite wurde als Furunkel gedeutet. Das Gebiss des Patienten war schadhaft. Die untere Lungengrenze war vorn rechts im 6. Intercostalraum, in rechts in Hhe des 10., links in Hhe des 11. Brustwirbeldorns. Die Veriblichkeit war links zwei Finger breit, rechts bestand keine Verschieblichkeit der iren Lungengrenze. Auf der rechten Seite lag eine Klopfschallverkrzung vor, on der Mitte der Scapula nach unten an Intensitt zunahm. Der Pectoralitus war rechts hinten unten abgeschwcht. Auskultatorisch bestand rechts ,j'abgeschwchte Atmung, links waren feinblasige Rasselgerusche zu hren. |Herztne waren bei regelmigem Rhythmus rein. Der Blutdruck betrug 0 mm Hg. Leber und Milz waren nicht vergrssert, das linke Bein war im Bereich lftgelenks nur unter Schmerzen aktiv und passiv beweglich. Die Reflexe waren l auslsbar. Eine Punktion der rechten Pleurahhle ergab blutiges Exsudat, pken Oberschenkel wurde rntgenologisch eine Tumormetastase nachgewiesen. Klinisch wurde ein Lungencarcinom a u f dem Boden einer Asbestosis tlommen. Unter raschem Verfall tra t am 6. April 1943 der Exitus ein. Die Leichenffnung wurde am 7. April 1943 vorgenommen. (S.-Nr. 98/43 Berlin, Obduzent: Doz. Dr. Boemke). Dabei ergab sich folgender ad1: L Leiche eines alten Mannes in sehr schlechtem Krfte- und Ernhrungszustand. Bereich des Hinterhauptes auf der linken Kopfseite in Scheitelhhe ein etwa pfennigstckgrosser oberflchlich ulcerierter Bezirk mit umschriebener Ver v 1Das Obduktionsprotokoll wurde bei der Wiedergabe bis auf die fr die vorliegende wesentlichen Befunde gekrzt. 572 Friedrich Boemke, dickung der Kopfschwarte. Bei Einschnitt ist das Gewebe hier markig weisslieh Bei Kopfsektion kein wesentlicher krankhafter Befund. Brusthhle: Zwerchfellstand rechts 6., links 5. Zwischenrippenraum. Beira Lsen des Brustbeins quillt aus der rechten Brusthhle gelblichrtliche Flssigkeit. Beide Lungen sind ausgedehnt flchenhaft mit der Brustwand verwachsen, vor allem die rechte, die ausserdem sehr ausgedehnte Verwachsungen mit dem Zwerchfell zeigt. Der Herzbeutel liegt in knapp Leichenhandtellergrsse vor und enthlt wenige Kubikzentimeter einer klaren sersen Flssigkeit. Herzbeutelinnenflche blass, glatt, spiegelnd. Im rechten Brustfellraum insgesamt etwa 1000 ccm einer gelblichrtlichen klaren Flssigkeit. Herz: Knapp leichenfaustgross, Epikard zart, blass, glatt, subepikardiales Fett gewebe sehr gering entwickelt. Herzffnungen normal durchgngig, Herzhhlen links normal weit, der rechte Ventrikel erscheint gegenber der Norm im Verhltnis zur Herzgrsse erheblich erweitert, vor allem im Conus arteriosus pulmonalis. HerzWandstrke normal. Herzmuskulatur auf der Schnittflche gleichmig braun rtlich. Die normal weiten Kranzarterien haben eine zarte, blasse Intima. Gewichts 240 g. Lungen: Die rechte Lunge ist stellenweise aus den Verwachsungen zwischen Pleura costalis und Pleura visceralis kaum lsbar und m it dem Zwerchfell so fest verwachsen, dass dieses im Zusammenhang m it der Lunge herausgenommen werden muss. Die Pleuraspalten zwischen den einzelnen Lappen sind obliteriert. Die Pleura ist nach unten zunehmend weisslich ver dickt. Im Bereich des unteren Teiles des Unterlappens und der Basis ist sie bis zu 2 cm dick, von tumorartiger derber, teils auch markiger Beschaffenheit und von Weisser Farbe. Nur im oberen Teil der rechten Lunge schimmert stellenweise eine schwarze Felderung durch. Das Gewebe der rechten Lunge erscheint im ganzen verdichtet, stellenweise derb, besonders der rechte Unter lappen ist von fester Konsistenz. Auf der Schnittflche ist die rechte Lunge teils schiefergrau, teils mehr graurtlich mit ausgedehnter schwrzlicher Pigmentierung und vor allem im Bereich des rechten Unterlappens von einem dichten, derben, weisslichen Maschenwerk durchzogen (s. Abb. 1). Die linke Lunge zeigt an der Oberflche gleichfalls Verwachsungsreste, jedoch in sehr viel geringerer Ausdehnung, als die rechte. Die Pleura ist von hellgrauer Farbe m it schwarzer Felderung. Stellenweise erkennt m an ein weissliches Maschenwerk, vereinzelt auch Jdeine weissliche Knotenbildungen. Auf der Schnittflche ist das Gewebe der linken Lunge schiefergrau bis braunrtlich, fleckfrmig schwarz pigmentiert. Vereinzelt sind auch hier weissliche Gewebszge, vor allem im Bereich des Unterlappens, erkennbar. Im ganzen ist die linke Lunge nicht von so derber Konsistenz wie die rechte, jedoch auch verdichtet, stellenweise finden sich aber noch normal lufthaltige Gewebsabsehnitte, zum Teil ist das Gewebe, vor allem im Bereich des linken Lungen oberlappens auch luftkissenartig geblht. Die Bronchien sind im ganzen normal weit, werden jedoch im Bereich des rechten Unterlappens von derben weisslichen Gewebszgen umm auert. Ihre Schleimhaut ist gertet und geschwollen. Die normal weiten Verzwei gungen der Lungenarterie zeigen stellenweise leichte gelbliche Intim aver- / Asbestosis und Lungencarcinom. igen. Ein umschriebener Tumor ist im Bereich der Bronchien oder des ;engewebes nicht feststellbar. Man h at vielmehr den Eindruck, als ob `Lungengewebe unter besonderer Bevorzugung des rechten Unterlappens us von Tumorwucherungen durchsetzt ist. Die Hiluslymphknoten sind grssert, derb, auf der Schnittflche grauschwrzlich, von weisslichen ebszgen durchsetzt. ^ Mundhhle und Halsorgane: Bis auf ein sehr schadhaftes Gebiss frei von krank- ^Hn Vernderungen! Die paratrachealen Lymphknoten sind leicht vergrssert, von derber Kon- Bz und zeigen auf der ittflche eine grauweiss- fe Farbe. - . i ; Bauchhhle: Milz: Oberflche glari bis SllWIPlfHiiHlilH' i en das Niveau etwas ber- y? : inden, etwa 1 cm im Durch- er messenden weisslichen Farbe sonst blassrtlich. /(j sistenz mittelfest. Auf der littflche ragt der beschrie- Herd etwa in der Ausdeh- einer Erbse in das Milz- pcbe hinein. Sonst deutliche ikelzeichnung, mig deut- |^-Follikelzeichnung. Keine b abstreifbar. In der Milz- |iflssiges dunkelrotes Blut. 'fleht: 80 g. Magen, Darm,Gekrse: Im transversum findet sich ^fonderUmgebung scharf ab- ,ter erbsengrosser, weiss- y.die Serosa etwas vorwl- ier, Knoten. Sonst Magen, !&- und Dickdarm frei von Abb. 1. Rechte Lunge. -- Asbestosis und Carcinom. Canclnomwucherungen vor allem Im Unterlappeu in Form eines Vi;ls6- liehen Maschenwerks. Carcinose der Pleura. .ften Vernderungen. ymphknoten des fettarmen Gekrses sind teilweise leicht vergrssert, y auf der Schnittflche weisslich. WiPankreas: Frei von krankhaften Vernderungen. H Leber: Zeigt an der Oberflche und auf der Schnittflche eine Durchsetzung mit Sen teils derben, teils markigen erbsen- bis kirschgrossen weisslichen Knoten, ben findet sich braunrtliches Lebergewebe mit eben erkennbarer Lppehen- ung. Gewicht: 1570 g. Grosse Gallenwege normal weit und durchgngig. Gallenblase: Normal weit, enthlt wenige Kubikzentimeter braungeibe, faden;bde Galle und einzelne Cholesterinsteine. Die Schleimhaut zeigt einzelne kleine snbildungen. Nebennieren: Nach Lage und Grsse von normaler Beschaffenheit, die rechte nniere zeigt auf der Schnittflche eine mig lipoidhaltige von blassgrauem deutlich abgrenzbare Rinde, in der linken Nebenniere findet sich ein etwa grosser weisslicher Knoten, sonst wie rechts. iv11' i-ij ... - ,.,.4t?*;'V\ , '.rx- -, ...v . 574 Friedrich Boem ke, Nieren: Fettgewebskapseln gering entwickelt. Bindegewebskapseln leicht ab. ziehbar. Grsse normal, Konsistenz mittelfest. In beiden Nieren finden sich einzelne bis zu erbsengrosse weissliche Knoten, sonst mig deutliche Mark-Rindenzeichnung in normaler Anordnung. Nierenbecken und Ureteren von normaler Weite mit zarter, blasser Schleimhaut. Gewicht der rechten Niere 100 g, der linken 80 g. Harnblase und Geschlechtsorgane: Frei von krankhaften Vernderungen. Die abdominellen Lymphknoten sind zum Teil vergrssert, auf der Schnittflche markig weisslich. Grosse Blutgefsse: Bis auf einzelne leichte gelbliche Intimaverdickungen im Bauchteil der Aorta frei von krankhaften Vernderungen. Skeletsystem: Im linken Femur findet sich im proximalen epiphvsren Teil auf die Weichteile bergreifendes, zum Teil zerfallendes markig weissliclies Tumorgewebe. Ebenso sind die Wirbelkrper im Bereich der unteren Brust- und in der Lendenwirbelsule von weisslichen Tumorwucherungen durchsetzt. Desgleichen zeigen zahlreiche Rippen zum Teil weiche, zum Teil derbere umschriebene Tumor. Wucherungen, stellemveise bis zu Kirschgrsse lind mit entsprechender Auftreibung. \ Fr die histologische Untersuchung wurden von den Lungen zahlreiche grosse bersichtsschnitte angefertigt und m it Hmotoxilin-Eosin und nach V van Gieson gefrbt und ausserdem an diesen Schnitten die Berliner Blau reaktion ausgefhrt. Der rechte Unterlappen zeigt ausgedehnte fibrs vernderte Bezirke. Hier ist es zur Entwicklung eines teils zellarmen hyalinen, teils auch zellreicheren Binde gewebes gekommen. Dieses Bindegewebe durchsetzt in breiten Strngen den ganzen Unterlappen. Vielfach findet sich in den Bindegewebszgen eine entzndliche Zell infiltration, vorwiegend aus Rundzellen. Massenhaft lassen sich im Bindegewebe Asbestnadeln und Asbestosiskrperchen vom typischen Aufbau nachweisen. Stellen weise sind ganze Nester von Asbestosiskrperchen erkennbar. Ausserdem findet sich anthrakotisches Pigment; bei der Berliner Blaureaktion lsst sich dieses ohne weiteres von den Asbestosiskrperchen unterscheiden. Neben der Fibrose des Lungengewebes finden sich in Schnitten vom rechten Unterlappen auch ausgedehnte zapfen- und strangfrmige Wucherungen von grossen epithelialen Zellen, die regellos infiltrierend das Gewebe durchsetzen. Diese epithelialen Zellen zeigen stellenweise eine strkere Polymorphie und zahlreiche Mitosen. Verhornungen sind nicht nachweisbar. Ver einzelt ist ein Einbruch der epithelialen Zellwucherungen in Gefsswnde, sowie auch in das Lumen von Gefssen feststellbar. Vielfach wuchern die epithelialen Zell verbnde auch deutlich in Lymphspalten in der Umgebung von Gefssen. Besonders ausgedehnt sind die epithelialen Wucherungen in und unter der Pleura. Auch im Bereich von epithelialen Zellnestern und Strngen lassen sich sehr reichlich Asbestosis krperchen nachweisen (s. Abb. 2). Normal lufthaltige Alveolen sind in Schnitten aus dem Bereich des rechten Unterlappens nicht mehr erkennbar. Der rechte Oberlappen zeigt histologisch ein hnliches Bild, jedoch ist hier die Fibrose weniger ausgesprochen, stellenweise sind noch normale Alveolen erkennbar, an einzelnen Stellen auch emphysematische Bezirke. Die epithelialen Wucherungen sind gleichfalls nicht so ausgedehnt wie im Unterlappen, durchsetzen aber auch herd- und strangfrmig regellos vorwuchernd das Gewebe. Asbestosiskrperchen finden sich ebenso reichlich wie im Unterlappen. Stellenweise, vor allem in einem bersichtsschnitt von der rechten Lungenspitze, berwiegen die entzndlichen Zell infiltrate, die hier aus Rundzellen und gelapptkernigen Leukocyten bestehen. Ver einzelt sind im Bereich von Asbestosiskrperchen auch Fremdkrper-Riesenzellen nachweisbar. Asbestosis und Lungencarcinom. 575 ST In Schnitten aus der linken Lunge fllt im Unterlappen vor allem eine sehr , iifke Fibrose des Gewebes mit reichlichen Gefssbildungen auf. Epitheliale Sicherungen finden sich hier nur an einzelnen Stellen. Auffllig sind zahlreiche, dicht beieinanderliegende Querschnitte durch Bronchien und Bronchiolen, die in fehl Lumen dicht mit entzndlichen Zellansammlungen angefllt sind. Ihr Epithel fit stellenweise mehrschichtig. Metaplasien sind jedoch im Bereich des Bronchialgithelsin zahlreichen untersuchten Schnitten nicht nachweisbar. Der linke Oberlappen Bgt ausser normal weiten vielfach mit Leukocyten ausgefllten Alveolen emphyseitische Bezirke und fibrs vernderte Lungenabschnitte. Ganz vereinzelt finden sich U;uehhier strangfrmige epitheliale Wucherungen. In smtlichen Schnitten der linken Lunge sind zahllose Asbestnadeln und Asbestosiskrperchen erkennbar (s. Abb. 3). Es wurden ausserdem histologisch zahlreiche innere Organe, die Kopf- juit und das linke Femur untersucht. berall fanden sich bei der histo- Ibb. 2. Rechter Ltmgentmterlappen. Asbestosiskrperchen innerhalb von Carcinomwucherungen. gesehen Untersuchung carcinomatse Wucherungen vom gleichen Aufbau de in den Lungen. Der brige bei der histologischen U ntersuchung erhobene id ist im Zusammenhang dieser Errterungen unwesentlich. Pathologisch-anatom ische D iagnose: Asbestosis der Lungen m it Fibrose des Lungengewebes, diffuse Carcino- iatose des rechten Lungenunterlappens, Carcinomwucherungen in den igen Lungenlappen. Ausgedehnte rechtsseitige Pleuracarzinose m it chenhaften Verwachsungen. Rechtsseitiger Hydrothorax (etwa 1000 ccm). sseitige flchenhafte Pleuraverwachsungen. Eitrige Bronchitis und onchiolitis, bronchopneumonische Herde in beiden Lungen. Emphysema che Herde in beiden Lungen. Dilatation des rechten Herzventrikels. ai'cinom-Metastasen in den thorakalen und abdominellen Lymphknoten, in ,sV> 576 Friedrich Boemke, der Milz, in beiden Nieren, in der linken Nebenniere, in der Leber, in der Dick darmschleimhaut, in den Rippen, in der Wirbelsule, im linken Femur und in der Kopfschwarte. Cholelithiasis, chronische Cholecystitis. Geringe Arterio sklerose der Aorta und der Verzweigungen der Pulmonalarterie. Sekundre Anmie, Kachexie. Auf Grund des makroskopischen und vor allem des histologischen Befundes muss angenommen werden, dass es sich im vorliegenden Fall um ein Lungencarcinom, als Folge einer Asbestosis handelt. Wie in einem der Flle Nordmanns liegt offenbar auch in diesem Fall eine multicentrische Entstehung des Carcinoms im rechten Lungenunterlappen vor. Ein umschriebener E n t stehungsort des Carcinoms war nicht nachweisbar. Bei den Tumorwucherungen Abb. 3. Linke Lunge. Haufen vod Asbestosiskrperchen in den Alveolen. handelte es sich wie bei fast allen der bisher beschriebenen F*lle um Plattenepithelcareinom, whrend sonst bei primren Lungencarcinomen bekanntlich kleinzellige, wenig differenzierte Carcinomformen auftreten. Auch im Hinblick auf die von Nordmann erwhnte Zeitspanne, zwischen Beginn einer Ttigkeit in einer Asbestfabrik und Tod an Lungencarcinom besteht eine bereinstimmung zu der Mehrzahl der bisher beschriebenen Flle. Nordmann hat, wie oben erwhnt, eine Durchschnittszahl von 18 Jahren errechnet. Diese Zeitdauer trifft auch fr den vorliegenden Fall zu. Vom Beginn der Ttigkeit in einer Asbestfabrik bis zum Tode vergingen im liegenden Fall genau 18 Jahre und 7 Monate. Auch in der Mehrzahl der bisherigen Beobachtungen war ein Lungenunterlappen der Ausgangspunkt des Carcinoms. *' Asbestosis und Lungencarcinom. 577 ber die N atur der Asbestosiskrperchen haben Berger, Sundius und ygden sehr ausfhrliche und grundlegende Untersuchungen angestellt. Das "rgebnis dieser Untersuchungen ist in der Arbeit von Linzbach und Wedler nsfhrlicb. besprochen. Zu einer etwa vorhandenen cancerogenen Eigenhaft der Asbestosiskrperchen sagen jedoch diese Untersuchungen nichts rundlegendes aus. Bei der, Annahme, dass bei der Asbestosis freie Kiesellure die hauptschlichen Lungenvernderungen hervorruft, ist es immerhin ifllig, dass bei der Silicoseder Lungen gleichzeitig auftretende Carcinome eine hufige Erscheinung sind. Wahrscheinlich spielen, wie Linzbach und /edler betonen, fr die Entstehung eines Carcinoms in einer Asbeststaubunge chemische und mechanische Schdigungen des Gewebes eine Rolle. Zusammenfassung. Es wird ber einen Fall von Asbestosis mit Lungencarcinom berichtet. ")ie Entstehung des Lungencarcinoms wird auf die Asbestosis zurckgefhrt. wird darauf hingewiesen, dass der vorliegende Fall in klinischer und athologisch-anatomischer Hinsicht eine weitgehende bereinstimmung m it er Mehrzahl der bisher verffentlichten Flle zeigt. Literaturverzeichnis. Baader, E. W .: Dtsch. med. Wschr. 1, 407 (1939). -- Beger, P. J . : Virchows Arch. 0, 280 (1933). - Med. Klin. 1943, II. - Virchows Arch. 293, 530 (1943). - Arch. f. "werbepath. 6, 349 (1935). -- Biasidi, W .: Arch. f. Gewerbepath. 8, 139 (1938). -- idge: Ann. Rep. Sen. Med. Inspector of Factories 1931, S. 74; zitiert nach Beger. -- \ loyne: Tubercle 17, 5 (1935). -- Koppenhfer: Arch. f. Gewerbepath. 6, 38 (1935). -- jrehows Arch. 297, 271 (1936). -- Linzbach u. Wedler: Virchows Arch. 307, 387 (1941). -- nrdmann: Z. Krebsforch. 47, 288 (1938). -- 8. intem at. Kongr. Unfallmed. u. Berufs- kheiten Frankfurt a. 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