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Analyse von Kltemittel-Emissionen der Klte- und K limaanlagen in Deutschland
Aktuelle Analyse von rund 54.000 Anlagenbetreibern mit mehr als 238.000 Klte- und Klimaanlagen der VDKF-LEC-Nutzerdaten
Zur Sicherstellung der geforderten und gesetzlich vorgeschriebenen Aufzeichnungspflichten sowohl fr den Klte-Klima-Fachbetrieb als auch fr Betreiber von Klte- und Klimaanlagen setzen mittlerweile ber 1.100 Fachbetriebe und Anlagenbetreiber in Deutschland und der EU auf VDKF-LEC. Die 2004 erstmals auf den Markt gebrachte Branchensoftware wurde 2009 mit dem Frderpreis in der Kategorie ,,Kltemittel-Emissionsverringerung" prmiert und stetig weiterentwickelt, um u.a. die rechtssichere Dokumentation in digitaler Form sicherzustellen. VDKF-LEC ist heute bereits in neun Sprachen erhltlich. Durch die Verwendung der Branchensoftware knnen die geforderten Aufzeichnungspflichten fr Fachbetriebe und Betreiber digital umgesetzt werden. Somit entfllt die Verwendung des traditionellen analogen Papierlogbuches fr diese Unternehmen. Die eindeutige Erfassung bzw. Zuordnung einer Anlage erfolgt mittels einer fortlaufenden neunstelligen Anlagennummer, welche zu jeder Anlage einmalig vergeben wird. Zu jeder Anlagennummer bzw. Anlage werden in VDKF-LEC weitere spezielle Anlagendaten, z.B. Hersteller, Typ, Baujahr, Inbetriebnahmedatum, Kltemittelbezeichnung und -menge sowie der Standort der Anlage, gespeichert. Auch Mehrkreisanlagen knnen ordnungsgem erfasst und mittels VDKF-LEC genau identifiziert bzw. zugordnet werden.
Zusammensetzung der Daten
Die erhobenen Daten werden von Klte-Klima-Fachbetrieben und Anlagenbetreibern auf freiwilliger Basis und anonymisiert bermittelt. Die bertragung erfolgt zudem verschlsselt, sodass kein Dritter die Daten auswerten kann. Eine Rckverfolgung zum Betreiber oder Fachbetrieb ist somit ausgeschlossen. Die Ergebnisse der Auswertung dienen dem VDKF u.a. zur Interessenvertretung gegenber Politik und Wirtschaft.
Die Auswertung der Datenstze erfolgte zum Stichtag 28.03.2023 und betrachtet die Daten aus dem Jahr 2022. Aufgrund der freiwilligen Datenbermittlung der teilnehmenden Fachbetriebe und Betreiber knnen die vorliegenden Daten zum Stichtag der Auswertung differieren und sind nicht ohne weiteres mit den Auswertungen der Vorjahre vergleichbar. In der Auswertung werden ausschlielich Daten zu Klteanlagen mit dem Standort Deutschland betrachtet. Die Analysemglichkeiten reichen von der Erfassung bis zur Verschrottung einer Anlage.
Die Nutzer der Klte-Klima-Fachbetriebs- bzw. der Betreiberversion haben ebenfalls ber VDKFLEC die Mglichkeit, Auswertungen ber die erfassten Daten (Anlagen) durchzufhren, z.B. ber Strungs- und Leckageursachen.
Die Daten beinhalten smtliche durch den Fachbetrieb erfassten Kltemittelmengen, welche u.a. bei den durchgefhrten Service- und Wartungsarbeiten bzw. den gesetzlich vorgeschriebenen Dichtigkeitsprfungen festgestellt wurden. Die festgestellten Leckageraten beinhalten immer smtliche an der Anlage vorkommenden Ereignisse, wie z.B. schleichende Verluste oder auch komplette Verluste aufgrund einer Havarie.
Die vorliegenden anonymisierten Daten wurden hinsichtlich verschiedenster Kriterien analysiert. Zum Stichtag der Auswertung lagen Datenstze von ber 54.000 Anlagenbetreibern mit mehr als 238.000 Klte- und Klimaanlagen und insgesamt ber 2.502t Kltemittel zugrunde.
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Verteilung der Kltemittel
Abbildung 1: Prozentueller Anteil der Anlagen nach Kltemittelkategorie
Wie in Abbildung 1 zu erkennen ist, sind 88% der 238.901 erfassten Anlagen mit HFKW-Kltemitteln befllt. Dabei betrgt bei den HFKW-Kltemitteln die Kltemittelmenge zusammengefasst rund 2.273t. Die Kltemittelmenge der FCKW und HFCKW betrgt 130t (3,7% der Anlagen), die der sonstigen Kltemittel betrgt ca. 5t (7% der Anlagen; darin enthalten sind auch die stillgelegten Anlagen, deren Fllmenge auf null gesetzt wird). Mit einer Kltemittelmenge von rund 94,4t der erfassten Anlagen sind lediglich 1% mit natrlichen Kltemitteln bzw. alternativen Kltemitteln gefllt. Im Verhltnis zu den letzten Jahren ist weiterhin ein Anstieg an erfassten Anlagen mit alternativen Kltemitteln zu verzeichnen, auch wenn es derzeit keine direkte gesetzliche Pflicht zu regelmigen Dichtheitsprfungen oder zum Fhren eines Logbuchs gibt. Aufgrund der Betreiberpflicht fr den sicheren Betrieb der Anlage empfiehlt sich jedoch eine Erfassung der alternativen Kltemittel in VDKF-LEC, da diese Kltemittel in der Regel brennbar oder giftig sind und somit andere Regelungen und Gesetze gelten. Hier sind z.B. Gefhrdungsbeurteilungen wie bei Anlagen mit Kltemitteln der Gruppe A1 und ggf. zustzlich Brandschutz- und ggf. ExSchutz-Konzepte zu erstellen und einzuhalten. Die Beurteilungen bzw. Konzepte drften zum Schluss kommen, dass regelmige Kontrollen bzw. Dichtigkeitsprfungen erforderlich sind. Die nachfolgende Abbildung zeigt die Verteilung der FKW- und HFKW-Anlagen nach t CO2-quivalent. Wie der Abbildung zu entnehmen ist, sind ungefhr 35% aller F-Gase-Anlagen nach dieser Verordnung nicht prfpflichtig. Fast 55% der Anlagen haben ein CO2-quivalent zwischen 5t und 50t und dementsprechend ein Prfintervall von 12 Monaten. Mit 9% ist die Anlagenanzahl bei den Anlagen mit einem CO2-quivalent von 50t bis 500t zu vorangegangenen Auswertungen konstant geblieben. Ebenfalls gab es bei den Anlagen, bei denen ein Leckage erkennungssystem gesetzlich vorgeschrieben ist, mit 0,56% keine signifikante Vernderung zum Vorjahr.
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Abbildung 2: Verteilung der FKW- und HFKW-Anlagen nach t CO2-quivalent * = Betreiber von Anlagen, die 500t CO2-quivalente enthalten, mssen diese gem. Art. 5 Abs. 1 EU-VO 517/2014 mit einem Leckageerkennungssystem versehen. Dadurch erhht sich das Prfintervall fr diese Anlagen auf mind. alle 6 Monate.
Welche Kltemittel befinden sich in den Anlagen? Der nachfolgenden Tabelle knnen die kumulierte Kltemittelfllmenge und die Anlagenanzahl je Kltemittel entnommen werden. Sowohl bei der Betrachtung der Anlagenanzahl als auch der Kltemittelfllmenge liegt wie bereits in den Erhebungen der letzten Jahre mit Abstand das Kltemittel R 410A mit rund 23% des Gesamtkltemittelanteils und fast 40% Anteil der in VDKFLEC erfassten Anlagen an der Spitze. Im Vergleich zu vorangegangenen Auswertungen ist der prozentuelle Anteil an erfassten R 410A-Anlagen nicht weiter gestiegen. Mit mehr als 35.000 Anlagen und einer Gesamtfllmenge von 494t liegt ebenfalls wie in den letzten Jahren R 134a weiterhin an zweiter Stelle. Darber hinaus ist gegenber zu letzten Auswertungen der prozentuelle Anteil der gespeicherten R 404A-Anlagen weiterhin gesunken. Betrachtet man dementsprechend die Kltemittel, welche seit dem 01.01.2020 mit dem Verbot von Frischware fr Anlagen ab einer Fllmenge von 40t CO2-quivalent betroffen sind (R 404A, R 422D und R 507A), ist hier im Verhltnis ein klarer Rckgang der Anlagenanzahl sowie der kumulierten Kltemittelmenge zu vorherigen Auswertungen zu verzeichnen. Festzuhalten ist zudem ein deutlicher prozentueller Rckgang der Anlagenanzahl des Kltemittels R 22, obwohl die Anzahl der erfassten Anlagen gestiegen ist. Dies ist vermutlich auf die generell gestiegene Anzahl erfasster Anlagen zurckzufhren. Positiv zu erwhnen ist, dass der Anteil an Anlagen mit natrlichen Kltemitteln ebenfalls weiterhin gestiegen ist. R 32 und R 513A werden in der Tabelle dieses Jahr erstmals gesondert aufgefhrt.
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Kltemittel
Sonstige Kltemittel alternative Kltemittel R 12* R 134a R 22** R 32 R 404A*** R 407C R 407F R 410A R 422D*** R 449A R 452A R 507A*** R 513A Gesamt
Anzahl der Anlagen 19.977
3.577 959 35.916 7.115 17.477 23.421 25.557 453 92.206 1.414 2.474 5.277 2.195 879 238.897
Anzahl Anlagen [%] 8,36 1,50 0,40 15,03 2,98 7,32 9,80 10,70 0,19 38,60 0,59 1,04 2,21 0,92 0,37
100,00
Menge Kltemittel [t]
63,46 90,49 1,66 494,39 115,29 31,94 420,48 443,37 26,54 578,96 28,53 95,32 30,59 49,29 32,07 2.502,38
Anteil Kltemittel [%]
2,54 3,62 0,07 19,76 4,61 1,28 16,80 17,72 1,06 23,14 1,14 3,81 1,22 1,97 1,28 100,00
Tabelle 1: Verteilung der Klteanlagen (Stck) auf die eingesetzten Kltemittel und deren gesamte Fllmenge (in t) zum Stichtag 28.03.2023 *** Nachfllverbot Kltemittel ab 01.07.1998 *** Nachfllverbot Kltemittel ab 01.01.2015 *** Nachfllverbot Kltemittel ab 01.01.2020
Einsatz von Klte- und Klimaanlagen nach deren Anwendungsgebieten
Wird das Anwendungsgebiet in Bezug zu der jeweiligen Gesamtfllmenge der Kltemittel und Anlagenanzahl betrachtet, liegt mit ber 40% der erfassten Anlagen der Hauptanteil weiterhin bei Splitklimagerten, gefolgt von den Anlagen in der Gewerbeklte mit mehr als 19% und der Industrieklte mit fast 13% des Gesamtanteils. Vermutlich aufgrund der hheren durchschnittlichen Fllmenge und Anlagenanzahl liegt die Gewerbeklte bei der Gesamtfllmenge, dicht gefolgt von der Industrieklte, deutlich an der Spitze. Wie bei den Auswertungen der letzten Jahre machen bei der Betrachtung des prozentualen Anteils der Gesamtfllmenge die Industrieund Gewerbeklte weiterhin fast 60% aus. Im Vergleich zu vorherigen Auswertungen ist zwar die Anzahl der Split-Klimaanlagen sowie Anlagen in der Transportkhlung gestiegen, jedoch bei der prozentuellen Betrachtung der Anlagenanzahl ungefhr gleichgeblieben. Dies ist auf die gestiegene Gesamtanzahl der in VDKF-LEC gespeicherten Anlagenanzahl zurckzufhren. Ein weiterer signifikanter Anstieg der Anlagenanzahl und auch der Gesamtfllmenge des Kltemittels im Vergleich zu den Vorjahren ist bei den Sonderanlagen zu verzeichnen.
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Anwendungs gebiet
Splitklima Gewerbeklte Industrieklte Zentralklima VRF-Klima Wrmepumpen Transportkhlung Sonderanlagen Sonstige Summe
Anzahl Anlagen
95.878,00 45.886,00 29.387,00 21.777,00 16.800,00 5.313,00 10.020,00 9.103,00 4.495,00 238.659,00
Anzahl Anlagen [%]
40,17 19,23 12,31 9,12 7,04 2,23 4,20 3,81 1,88 100
Gesamtfll- Gesamtfll Durchschnitt
menge
menge liche Fllmenge
Kltemittel [t] Kltemittel [%] pro Anlage [kg]
279,75
11,19
2,92
833,91
33,36
18,17
607,45
24,30
20,67
343,75
13,75
15,79
208,27
8,33
12,40
57,74
2,31
10,87
50,56
2,02
5,05
103,04
4,12
11,32
15,04
0,60
3,35
2.499,52
100
Tabelle 2: Einsatz von Klte- und Klimaanlagen nach deren Anwendungsgebieten/Nutzungen (gerundete Zahlen Stand: 28.03.2023)
Emissionsraten von Klteanlagen
Nachfolgend werden die durchschnittliche Gesamtfllmenge und die durchschnittliche Gesamtmenge an freigesetztem Kltemittel im Zeitraum 2018 bis 2022 betrachtet. Zudem wurde die durchschnittliche Leckagerate in diesem Zeitraum inklusive aller Havarien ermittelt. Mit 10,90t liegt R 404A auch in diesem Jahr bei der durchschnittlichen Gesamtmenge an freigesetztem Kltemittel der letzten fnf Jahre an der Spitze - die Menge ist im Vergleich zum Vorjahr jedoch um 37% gesunken. Wie im letzten Jahr ist R 407C mit 7,89t auf Platz zwei. Die durchschnittliche Leckagerate variiert bei den Kltemitteln und liegt zwischen 0,20% (R 32) und 5,19% (R 449A). Werden die durchschnittlichen Leckageraten denen aus der letzten Auswertung gegenbergestellt, kann insgesamt ein Rckgang der Leckageraten festgestellt werden. Zudem ist positiv zu erwhnen, dass das Kltemittel R 410A mit der hchsten durchschnittlichen Gesamtfllmenge eine der niedrigsten Leckageraten (0,67%) in dem betrachteten Zeitraum aufweist. Demgegenber steht das Kltemittel R 407F, welches als Ersatzkltemittel fr bestehende Anlagen mit dem Kltemittel R 22 verwendet wird. Die durchschnittliche Gesamtfllmenge liegt zwar nur bei 26,40t und somit bei den betrachteten Kltemitteln im unteren Bereich, die durchschnittliche Leckagerate liegt jedoch bei 3,62% und weist damit den dritthchsten Wert aller betrachteten Kltemittel auf. Dieser Wert ist jedoch um 35% gegenber dem Vorjahr gesunken. Im betrachteten Zeitraum wurden auch Leckagen bei R 22-Anlagen erfasst. Diese sind auf Verschrottungen oder Umrstungen von Anlagen auf alternative Kltemittel zurckzufhren und sind somit in die Erhebung mit eingeflossen.
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Kltemittel
R 12 R 134a R 22 R 32 R 404A R 407C R 407F R 410A R 422D R 449A R 452A R 507A R 513A
Durchschnittliche Gesamtfllmenge 2018 - 2022 [t]
1,65 486,40 115,14 16,78 418,55 439,56 26,40 536,77 28,45 89,56 26,41 49,23 20,97
Durchschnittliche Gesamtmenge freigesetztes Kltemittel 2018 - 2022 [t]*
0,01 7,14 0,51 0,03 10,90 7,89 0,95 3,62 1,03 4,61 0,43 0,72 0,13
Durchschnittliche Leckagerate
2018 - 2022 [%]* 0,38 1,47 0,44 0,20 2,61 1,80 3,62 0,67 3,63 5,19 1,64 1,46 0,62
Tabelle 3: Emissionsraten von Klte- und Klimaanlagen mit bestimmten Kltemitteln befllt, gerundete Durchschnittswerte der Jahre 2018 - 2022, Stand 22.03.2023 * = gerundete Werte
Der folgenden Grafik kann die durchschnittliche Leckagerate aller betrachteter Anlagen fr die Jahre 2018 bis 2022 entnommen werden. Erfreulicherweise kann festgestellt werden, dass die Leckagerate seit Jahren kontinuierlich sinkt. Die durchschnittliche Leckagerate (inkl. Havarien) liegt 2022 bei nur noch 1,12% - 2017 war sie noch dreimal so hoch.
Abbildung 3: Durchschnittliche Leckagerate aller ausgewerteten Anlagen in Deutschland fr die Jahre 2018 - 2022 zum Stichtag der Auswertung
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Durchschnittliche Leckagerate von Klteanlagen (2018 - 2022), bezogen auf die Art der Anwendung/Nutzung
Die nachfolgende Tabelle gibt eine bersicht ber die durchschnittlichen Leckageraten in Verbindung mit den Gesamtfllmengen nach Anwendungsgebiet bzw. Art der Nutzung. Wie zu erkennen, liegt die Gewerbeklte mit 22,3t durchschnittlich freigesetztem Kltemittel bei einer durchschnittlichen Gesamtmenge von 803,2t Kltemittel im Zeitraum von 2018 bis 2022 wie die Jahre zuvor an der Spitze. Das entspricht einer durchschnittlichen Leckagerate von 2,80%.
Positiv zu erwhnen ist die im Verhltnis zu den vorherigen Auswertungen weiterhin gesunkene Leckagerate trotz gestiegener durchschnittlicher Gesamtfllmenge. Nur bei den Sonderanlagen ist ein leichter Anstieg bei der durchschnittlichen Leckagerate zu verzeichnen. Dies ist vermutlich auf die ebenso gestiegene Gesamtanzahl an erfassten Sonderanlagen zurckzufhren. Insgesamt ist im Vergleich zu vorherigen Auswertungen nach wie vor eine gesunkene durchschnittliche Leckagerate zu verzeichnen.
Anwendung
Splitklima Gewerbeklte Industrieklte Zentralklima VRF Klima Sonderanlagen
Durchschnittliche Gesamtfllmenge Kltemittel 2018 - 2022 [t]
256,8 803,2 587,8 335,7 190,9 98,5
Durchschnittliche Gesamtmenge freigesetztes Klte-
mittel 2018 - 2022 [t] 1,6 22,3 10,7 3,5 1,3 2,2
Durchschnittliche Leckagerate
2018 - 2022 [%] 0,65 2,80 1,83 1,06 0,68 2,22
Tabelle 4: Durchschnittliche Leckageraten von Klte- und Klimaanlagen (2018 - 2022), bezogen auf die Art der Anwendung/Nutzung (gerundete Werte), Stand 28.03.2023
Jhrliche Emissionen in t CO2-quivalent, die durch Leckagen bei Klte- und Klimaanlagen hervorgerufen wurden
Zur Ermittlung der Umweltbelastung in t CO2-quivalent pro Kltemittel, welche z.B. durch Leckagen entstanden sein knnen, dienen die in der nachfolgenden Auswertung betrachteten Zahlen. Hier wird die durchschnittliche Gesamtmenge des freigesetzten Kltemittels in Verbindung mit dem jeweiligen GWP-Wert (Global Warming Potential) eines Kltem ittels gesetzt. Hier ist weiterhin das Kltemittel R 404A mit rund 42.754,33t CO2quivalent mit einem Anteil von ber 48% an der Umweltbelastung haupturschlich zu nennen (Reduzierung um 32% gegenber dem Vorjahreswert). Die Hoch-GWP-Kltemittel (GWP 2.500) R 507A, R 422D und R 404A sind zusammen fr 53,73% aller Emissionen (in t CO2-quivalent) verantwortlich. Im Vergleich zu der Auswertung des letzten Jahres ist hier ein Rckgang um 6,68% festzustellen Die folgende Grafik zeigt die Kltemittel mit ihrem jeweiligen Anteil an der Umweltbelastung.
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Abbildung 4: Anteil (gerundet) der betrachteten Kltemittel mit ihrem Anteil an der Umweltbelastung 2018 - 2022 in %
Wie bereits in den letzten Auswertungen festzustellen war, ist nach wie vor bei den HochGWP-Kltemitteln ein deutlicher Rckgang der durchschnittlichen Gesamtmenge an freigesetztem Kltemittel zu erkennen, was weiterhin einen positiven Einfluss auf die Umweltbelastung hat. Zudem kann trotz der gestiegenen durchschnittlichen Gesamtmenge an erfasstem Kltemittel sowie erfasster Anlagenanzahl ein Rckgang der Treibhausgasemissionen um ber 21.000t im Vergleich zum Vorjahr festgestellt werden, was einem Rckgang um 20% entspricht. Diese Vernderung hat vermutlich ihren Ursprung in der F-GaseVerordnung (EU-VO 517/2014) mit der Verwendungs- und Vermarktungsbeschrnkung fr Hoch-GWP-Kltemittel. Seit dem 01.01.2020 besteht ein Nachfllverbot von F-Gasen (Frischware) mit einem GWP-Wert von 2.500 zur Wartung und Instandhaltung von Anlagen mit einer Fllmenge von 40t CO2-quivalent. Betroffen ist beispielsweise schon eine Anlage mit 10,2kg R 404A. Werden die 10,2kg Kltemittel mit dem GWP-Wert von 3922 multipliziert, fhrt dies zu ber 40t CO2-quivalent. Ebenfalls ist ab 2020 das Inverkehrbringen von ortsfesten F-Gase-Anlagen mit einem GWP-Wert von 2.500 ein wesentlicher Bestandteil, welcher zur Entlastung der Umwelt beitrgt. In den kommenden Auswertungen werden sicherlich weitere Verbote, wie das dieses Jahr in Kraft getretene Verbot des Verkaufs von mehrteiligen zentralisierten Klteanlagen als Neuanlagen zur gewerblichen Verwendung mit einem GWP-Wert von 150 und einer Nennleistung von 40 kW, einen positiven Einfluss auf die Umweltbelastung haben. Wie zuvor erwhnt, wurden bei R 22-Anlagen Leckagen erfasst, welche aber auf Verschrottungen oder Umrstungen zurckzufhren sind.
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Kltemittel
R 12 R 134a R 22 R 32 R 404A R 407C R 407F R 410A R 422D R 449A R 452A R 507A R 513A Summe
Durchschnittliche Gesamtmenge freigesetztes Kltemittel
2018 - 2022 [t] 0,0063 7,1387 0,5097 0,0315 10,9012 7,8941 0,9524 3,6235 1,0328 4,6063 0,4276 0,7199 0,1323 37,98
GWP-Wert Kltemittel
10.900 1.430 1.810 675 3.922 1.744 1.825 2.088 2.729 1.397 2.140 3.985 631
Umweltbelastung in [t] CO2- quivalent
68,98 10.208,37
922,57 21,27 42.754,33 13.767,30 1.738,20 7.565,82 2.818,48 6.434,96 915,15 2.868,82 83,45 90.167,68
Anteil Umwelt belastung [%]
0,08 11,32 1,02 0,02 47,42 15,27 1,93 8,39 3,13 7,14 1,01 3,18 0,09 100,00
Tabelle 5: Jhrliche Umweltbelastung in t CO2-quivalent, die durch Leckagen bei Klte- und Klimaanlagen hervorgerufen wurden (gerundete Durchschnittswerte fr 2018 - 2022) Stand 28.03.2023
Fazit
Wie die Daten der Auswertung belegen, kann trotz steigender Nutzer- bzw. Anlagenzahlen eine signifikante Reduzierung der Umweltbelastung durch den Ausstieg aus den HochGWP-Kltemitteln festgestellt werden. Ebenso kann ein weiterer Anstieg an Anlagen mit alternativen Kltemitteln in VDKF-LEC identifiziert werden. Der Umgang mit alternativen Kltemitteln stellt die Branche weiterhin vor groe Herausforderungen. Dies ist nicht nur der Brennbarkeit oder Giftigkeit der Kltemittel, sondern auch noch zu erwartender weiterer Auswirkungen der bereits genderten oder noch anstehenden Novellierungen der Gesetze und Verordnungen geschuldet. Hier sind u.a. die weiteren Verbote auf Basis der EU-VO 517/2014 zu nennen. Seit dem 01.01.2022 ist das Inverkehrbringen von
Khl- und Gefriergerten fr die gewerbliche Verwendung (hermetisch geschlossene Einrichtungen), die HFKW mit einem GWP von 150 oder mehr enthalten, und
mehrteilige zentralisierte Klteanlagen fr die gewerbliche Verwendung mit einer Nennleistung von 40 kW oder mehr, die fluorierte Treibhausgase mit einem GWP von 150 oder mehr enthalten oder zu ihrem Funktionieren bentigen, auer im primren Kltemittelkreislauf in Kaskadensystemen, in dem fluorierte Treibhausgase mit einem GWP von weniger als 1.500 verwendet werden drfen,
verboten.
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Zudem ist das seit dem 01.08.2021 gltige neue Chemikaliengesetz zu nennen. Das Gesetz verbietet den Erwerb und die weitere Abgabe von teilfluorierten Kohlenwasserstoffen (HFKW) sowie von Erzeugnissen und Einrichtungen, die unter Versto gegen entsprechende unionsrechtliche Vorgaben erstmalig in Verkehr gebracht wurden. In Ergnzung dazu ist eine Begleitdokumentation bei der Lieferung der betreffenden Waren eingefhrt worden, die jeweils bestimmte Angaben im Hinblick auf die Rechtmigkeit des erstmaligen Inverkehrbringens enthlt. Die Dokumentationspflicht soll Wirtschaftsbeteiligten und Behrden erleichtern, die Legalitt der Ware zu bewerten. All diese Herausforderungen wirken sich ebenfalls auf den Markt aus. Betreiber zeigen sich bei knftigen Investitionen fr Neuanlagen oder Umrstungen eher zurckhaltend.
Ausblick In Zukunft ist mit weiteren, teils schon geplanten Verboten und neuen Herausforderungen im Bereich der Kltemittel zu rechnen, welche sich wahrscheinlich positiv auf die Emissionsreduzierung auswirken werden. Hier ist vor allem die Novellierung der F-Gase-Verordnung zu nennen, die voraussichtlich 2024 in Kraft treten wird. Ob und in welchem Umfang das im Rahmen der REACH-Verordnung angestrebte Verbot der PFAS-Stoffgruppe, zu der die allermeisten fluorierten Kltemittel zhlen, Auswirkungen auf die Verwendung von F -Gasen haben wird, ist zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht abzusehen.
Leakage & Energy Control Emissions- und Energiekontrolle
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