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Der Verband Schmierstoff-Industrie e.V. ist der Verband der deutschen Schmierstoffindustrie. Mitglieder sind sowohl mi elstndige Unternehmen als auch mul na onale Konzerne. Der VSI begrt ausdrcklich die Gelegenheit, zum EU-Vorschlag zur Beschrnkung von per- und polyfluorierten Alkylsubstanzen (PFAS) Stellung zu nehmen. Wir befrchten aber aus Umfragen im Mitgliederkreis, dass sehr viele mi elstndige Unternehmen aus vielen Wirtscha3szweigen (Maschinenbau, Chemie etc.), welche unsere Produkte einsetzen, hier trotz der umfangreichen Betroffenheit nicht teilnehmen. Die Grnde liegen nicht nur in der mangelnden Zeit, sondern auch in der mangelnden Detailkenntnis, wo und wie die Produkte und Stoffe, um die es hier geht, eingesetzt werden. O3 werden von diesen Firmen Vorprodukte bezogen, wie Schmierstoffe, aber auch Dichtungen auf Fluorpolymerbasis. Deren Funk onen sind bekannt, aber nicht unbedingt alle Details der genauen Zusammensetzung. Damit en8llt das Bewusstsein der Betroffenheit. Nicht zuletzt gibt es eine Sprachbarriere, denn exzellentes Englisch ist Voraussetzung zum Verstndnis dieses Beschrnkungsvorschlags und der Konsulta onen. Der VSI will die Europische Kommission darin untersttzen, die menschliche Gesundheit und die Umwelt vor gefhrlichen Chemikalien zu schtzen, ihre weitreichenden Auswirkungen auf sektorale Anwendungen zu kontrollieren und die Ziele der 2020 festgelegten Chemikalienstrategie fr Nachhal gkeit zu erreichen. Nachfolgend geben wir einige Informa onen zur Verwendung von PFAS und daraus abgeleitete Stellungnahmen zum Beschrnkungsvorschlag. Schmierstoffe und Schmierfe e Die Aufgabe von Schmierstoffen ist die Vermeidung von Reibung, Verschlei und Korrosion. Laut der Studie "Einfluss der Tribologie auf den globalen Energieverbrauch, die Kosten und die Emissionen"1 werden 23 Prozent des weltweiten Energieverbrauchs durch Reibung und WiederauCereitung verschlissener Komponenten verursacht. Als Ergebnis der Studie ist das Potenzial, die Energieverluste kurzfris g (8 Jahre) um 18 Prozent und langfris g (15 Jahre) um 40 Prozent zu reduzieren mglich, wenn neue Technologien zur Reduzierung der Reibung und zum Schutz vor Verschlei eingesetzt werden. Dies fhrt kurzfris g zu einer Reduzierung der CO2-Emissionen um 1.460 Millionen Tonnen und langfris g zu einer Reduzierung der CO2-Emissionen um 3.140 Millionen Tonnen. Alle Schmierstoffe, einschlielich solcher, die PFPE und/oder PTFE enthalten, spielen eine wich ge Rolle bei dieser Reduzierung der CO2-Emissionen, was ein wich ges Ziel des europischen Green Deals ist. Aufgrund der sehr speziellen Eigenscha3en von PFPE/PTFE basierten Schmierstoffen werden diese meist durch ,,industrielle" und nur sehr wenige ,,professionelle" Anwender verwendet. Die ,,privaten" Endverbraucher werden solchen Produkten kaum ausgesetzt sein, da es sich i.d.R. um Lebensdauerschmierung in geschlossenen Systemen handelt. Die sehr wenigen PFAS -hal gen Endverbraucherprodukte wie z.B. Fahrradke enschmierstoffe sind unserer Meinung nach verzichtbar. Eigenscha en von PFAS-hal!gen Spezialschmierstoffen 1 Kenneth Holmberg, Ali Erdemir (2017): Einfluss der Tribologie auf den globalen Energieverbrauch, die Kosten und die Emissionen PFAS-basierte Schmierstoffe, Gleitlacke und Schmierfe e sind eine sehr spezielle Nischenkategorie von Schmierstoffen (geschtzt weniger als 1 % des Marktvolumens) mit einzigar gen Eigenscha3en. Die in der Schmierstoffindustrie verwendeten PFAS sind im Wesentlichen: PFPE: Perfluorpolyether sind Polymere, die als Grundl, Addi v oder Lsungsmi el fr Schmierstoffe und SchmierfeQormulierungen verwendet werden. PTFE: Polytetrafluorethylen ist ein Fluorkohlenwasserstoffpolymer, das als Verdickungsmi el fr Fe e und Pasten sowie als Reibungs- und Verschleiminderer in (Fest-)Schmierstoffen, Gleitlacken (engl.: ,,dry lubricants") und Fe en verwendet wird und Fluorsilikone: Fluorsilikone sind Polymere, die als Grundle fr spezielle Schmierstoffe verwendet werden, und eine hhere chemische Resistenz im Vergleich zu Silikonlen aufweisen. Fluorpolymere (PFPE und PTFE), die in Schmierstoffformulierungen verwendet werden, werden auf der Grundlage der von der OECD definierten Kriterien und ihrer intrinsischen Eigenscha3en als nicht besorgniserregend eingestu323. Es handelt es sich bei diesen Fluorpolymeren um Stoffe, die aufgrund ihrer vernachlssigbaren Lslichkeit in Wasser und ihrer Schwerflch gkeit nicht mobil sind, keine nachgewiesene systemische Toxizitt aufweisen und auch kein Bioakkumula onspotenzial4 haben. Demnach sehen wir hier nicht eine Gefahr fr Mensch und Umwelt, die eine Beschrnkung nach Art. 68 der REACH VO rech8er gen wrde. PFPE- und PTFE-basierte Schmierstoffe werden wegen ihrer einzigar gen Eigenscha3en eingesetzt. Diese Schmierstoffe gelten als physikalisch und chemisch sehr stabil, langlebig, nicht brennbar, extrem inert, strahlungsbestndig und verfgen ber einen hohen elektrischen Widerstand. Darber hinaus gilt: Die Stoffgruppe der PFAS umfasst sehr viele verschiedene Substanzen, von denen einige als gefhrlich fr Mensch und Umwelt bekannt sind und andere, fr die trotz jahrzehntelanger, intensiver Nutzung keine nega ven Auswirkungen bekannt sind. Aufgrund der sehr unterschiedlichen Eigenscha3en von Stoffen innerhalb der PFAS-Familie halten wir die kollek ve Beschrnkung daher fr unverhltnismig. Herstellung und Umweltemissionen PFAS-hal ge Schmierstoffe werden in streng kontrollierten industriellen Prozessen hergestellt, die den blichen chemischen Emissions- und Freisetzungsberwachungs- und Genehmigungsvorschri3en unterliegen. Darber hinaus haben sich die Hersteller von Fluorpolymeren zu verantwortungsvollen Herstellungsprinzipien verpflichtet und setzen diese bereits um5. Die Kombina on aus geringerer Gesamtmenge bei der Herstellung und der sehr begrenzten Emissionen in die Umwelt durch Kontrollen des Herstellungsprozesses begrenzt das Exposi onspotenzial fr Mensch und Umwelt. Die PFPE/PTFE basierte Schmierstoffe sind kaum flch g, so dass die Emissionen in die Lu3 sehr begrenzt oder gar nicht vorhanden sind. 2 h ps://www.oecd.org/env/ehs/risk-assessment/42081261.pdf 3 h ps://setac.onlinelibrary.wiley.com/doi/full/10.1002/ieam.4646 4 h ps://fluoropolymers.plas cseurope.org/applica on/files/5416/5104/8333/20211104_FP_RMOA_Final_3.pdf 5 h ps://fluoropolymers.plas cseurope.org/applica on/files/8716/7991/0281/21_March_FPG_Statement_on_t he_PFAS_REACH_restric on_report.pdf Die verwendeten Fluorpolymere sind sehr teuer. In Anbetracht der hohen Kosten dieser Schmierstoffe wurden spezielle Verfahren eingefhrt, um sicherzustellen, dass es bei der SchmierstoWerstellung nicht zu Produktverlusten kommt, die zu Boden- und Wasseremissionen fhren knnten. Fr den Vertrieb werden die Produkte in dicht verschlossenen Behltern verpackt und transpor ert. Daher gibt es hier keine mglichen Emissionen. Verwendung PFPE/PTFE basierte Schmierstoffe und Schmierfe e sind sehr teure Produkte, verglichen mit konven onellen len und Fe en. Daher werden diese i.d.R. nur dann verwendet, wenn die Anwendung dieser Produkte aufgrund der Umgebungsbedingungen zwingend erforderlich ist. Beispielsweise werden diese Produkte in Automobilkomponenten wie Abgasrckfhrungsven len, hydraulischen Kupplungssystemen und speziellen, hoch belasteten Lagern eingesetzt. Die aufgetragene Menge pro System liegt meist zwischen 0,3 g und 3 g, abhngig von der Produk8unk on und der Anwendung. In den meisten Fllen wird der Schmierstoff oder das Fe in einem sehr dnnen Film eingebracht und whrend der gesamten Lebensdauer des Systems in geschlossener Umgebung gefhrt, um Produktverluste zu vermeiden, die zu einer Verkrzung der Lebensdauer des Systems fhren knnten. Aus diesem Grund ist es unwahrscheinlich, dass der Endanwender in direkten Kontakt mit dem Schmierstoff kommt. Aufgrund der herausragenden Eigenscha3en von PFPE und PTFE werden sie speziell fr die folgenden kri schen Anwendungen eingesetzt, bei denen andere Schmierstoffe nicht hinreichend leistungsfhig sind. Einige Anwendungen seien hier beispielha3 genannt: Hochtemperaturanwendungen: Fluorpolymere werden zur Schmierung der Wlzlager von Maschinen zur Produk on von Wellpappe oder aber der Vulkanisierung von Gummi (Reifenherstellung) verwendet, bei denen hohe Temperaturen und Feuch gkeit herrschen. Auch die Lager von fen zur Wrmebehandlung von Kunststofffolien werden ebenso wie die Lager in automa sierten Backfen mit (ggf. lebensmi eltauglichen) PFPE-Schmierstoffen geschmiert. Viele dieser Schmierstoffe auf Fluorpolymerbasis haben die Zulassung fr ,,unbeabsich gten Lebensmi elkontakt" nach H1 und werden hergestellt nach ISO 21469. Kontakt mit reak ven, korrosiven oder explosiven Flssigkeiten und Gasen: PFPE wird als Dichtungs- und Arbeitsflssigkeit in Vakuumpumpen und Ven len eingesetzt, die aggressiven Umgebungen (chemisch und thermisch) ausgesetzt sind. Anwendungen, die geringe Ausgasung erfordern: bei Hochvakuumpumpen, op sche Instrumente und Einhausungen, in denen die Kondensa on des Schmierstoffs vermieden werden muss, sind PFPE/PTFE-basierte Schmierstoffe die ideale Wahl aufgrund des auerordentlich geringen Dampfdrucks. Stromerzeugung: In Kernkra3werken wird PFPE als Lagerschmierstoff fr Pumpen verwendet, die radioak ver Strahlung ausgesetzt sind. Strahlung zersetzt gewhnliche Schmierstoffe schnell, aber PFPE-basierte Schmierstoffe funk onieren ber lange Zeitrume ohne nennenswerte Vernderung. Lebensdauerschmierung in Automobil- und Maschinenbau: PTFE kann nicht einfach durch einen anderen Festschmierstoff ersetzt werden, ohne dass die Funk onalitt, einschlielich der Geruschreduzierung, beeintrch gt wird. Die Vertrglichkeit mit Kunststoffen/Elastomeren sowie die Schmiereigenscha3en unter variablen Belastungen und Umgebungsbedingungen muss immer gegeben sein. Diese Lebensdauerschmierungen mssen z.B. mit sehr groen Temperaturspannen zurechtkommen. Gleitlacke (engl: dry lubricants) fr die Lebensdauerschmierung: PTFE, welches hier als Schmiermi el eingesetzt wird, kann nicht ohne Weiteres gegen einen anderen Festschmierstoff ausgetauscht werden, ohne die Funk onalitt (u. A. Geruschreduzierung, engl.: NVH) zu beeintrch gen. Dies liegt neben der Bestndigkeit von PTFE vor allem an der Kompa bilitt mit Kunstoffen/Elastomeren und dessen Schmiereigenscha3en unter bes mmten Lasten. No8allaggregate: PTFE und PFPE werden auch fr No8allanwendungen verwendet, wenn Maschinen nach jahrelangem S llstand schnell starten mssen (z. B. Brandschutztren, Notstromaggregate, Getriebe etc.). Darber hinaus werden PFPE- und PTFE-basierte Schmierstoffe aufgrund ihrer hervorragenden Oxida onsstabilitt und der Unterdrckung von Ablagerungen in allgemeinen industriellen Anwendungen eingesetzt, z. B. fr stark belastete Lager und Drehzapfen. Sie reduzieren die Anzahl der Schmierstoffwechsel und damit die Menge der eingesetzten Schmierstoffe erheblich. Informa!onen zu Alterna!ven PFPE/PTFE basierte Schmierstoffe knnen derzeit nicht ohne weiteres durch einen anderen SchmierstoYyp ersetzt werden. Alle anderen getesteten Produkte sind nicht in der Lage, die Kombina on aus Leistung, Zuverlssigkeit, Sicherheit, Haltbarkeit, En8lammbarkeit und Elastomervertrglichkeit zu garan eren, wie es bei PFPE/PTFE basierten Schmierstoffen oder Fe en der Fall ist. So sind Schmierstoffe auf Siliziumbasis (Silikone) zwar mit vielen (nicht allen!) Elastomeren kompa bel. Allerdings vertrgt Silikon keine sehr hohen Temperaturen (maximal 200 C im Vergleich zu 300 C bei PFPE) und wird z.B. strker von Strahlung angegriffen. Die Durchbruchspannung von Silikon ist im Vergleich zu PFPE-formulierten Schmiermi eln rela v schlecht, wich g bei Anwendungen im Umfeld der Elektrotechnik. Schlielich gelten Silikone als schwer brennbares Material, knnen aber bei hohen Temperaturen dennoch en8lammt werden, was bei mit PFPE formulierten Schmiermi eln nicht der Fall ist. Zudem ist die starke Kriechfhigkeit von Silikonlen ein Problem, den diese kann zu erheblichen Schden an Oberflchenbeschichtungen fhren. Generell ist die Traglas8higkeit von Silikonlen deutlich unter der von PFAS-basierten Schmierstoffen angesiedelt. Schlielich sind viele Silikone hnlich persistent wie PFAS, ein Problem, weil Persistenz ja der Grund fr die Beschrnkung sein soll. Darber hinaus nimmt die Verfgbarkeit von Silizium aufgrund der Verwendungen in Ba erien, Solaranlagen usw. ab. PTFE kann nach aktuellem Stand der Technik nicht durch andere Feststoffe in Fe en oder Pasten ersetzt werden, da PTFE eine einzigar ge elas sche Struktur hat, die eine sehr geringe Reibung, ein sehr niedriges Anlaufdrehmoment, eine Geruschreduzierung sowie eine Verringerung des S ck-SlipPhnomens an Elastomer/Kunststoff- und Elastomer/Metall-Kontakten ermglicht. Alterna ven wie Graphit, MoS2 (Molybdndisulfid), Bornitrid, Zinkoxid und Titanoxid knnen aufgrund von Unvertrglichkeiten nicht allein als Verdickungsmi el fr PFPE basierte Schmiermi el verwendet werden. MoS2 wird zwar hufig als festes Addi v in Schmierfe en verwendet, insbesondere bei der Reibpaarung Metall / Metall. Nichtsdestotrotz ist durch viele Studien belegt, dass PTFE einen viel niedrigeren Reibungskoeffizienten als MoS2 aufweist, unter anderem aufgrund der Par kelform; MoS2-Par kel haben scharfe Kanten, PTFE hingegen nicht. Zu guter Letzt ist MoS2 elektrisch lei8hig, PTFE hingegen ist ein guter Isolator. Grafit wird auch in der Formulierung von Schmierfe en verwendet, insbesondere fr Hochleistungsanwendungen wie offene Getriebe fr die Zement- und Bergbauindustrie. Grafit weist einen niedrigen Reibungskoeffizienten auf, kann jedoch zu Ablagerungen und auch zu Gesundheitsproblemen durch Oxida onsprodukte fhren. Grafit als solches ist wie Molybdndisulfid zwar nicht als gesundheitsgefhrlich bekannt, kann aber Nanopar kel enthalten Bornitrid gilt als gi3ig, da es das Bor als CMR 1B Stoff enthlt. Zusammenfassend sagen wir, dass nach dem derzei gen Stand unseres Wissens keine direkten Alterna ven verfgbar sind, die das gleiche kombinierte Leistungsniveau von PFPE- und PTFEbasierten Schmierstoffen erreichen. Mgliche Op onen zwingen die Anwender dazu, ihre Maschinen und Bauteile neu zu gestalten und Einbuen in der Leistungsfhigkeit und Haltbarkeit hinzunehmen. Zusammenfassend knnen wir sagen, die genannten Alterna ven: haben bes mmte, ungns ge toxikologische Eigenscha3en fr die Verwendung z.B. in der Lebensmi elproduk on und Medizintechnik. neigen zur schnelleren Zersetzung in Gegenwart aggressiven Chemikalien / Umgebung; knnen aufgrund extremer Temperaturen (Hitze) nicht verwendet werden; knnen aufgrund ihrer allgemeinen Gefhrlichkeit (Toxizitt, En8lammbarkeit usw.) nicht verwendet werden; haben Eigenscha3en, die die zuverlssige Funk on von Gerten aufgrund ihrer physikalischen und chemischen Eigenscha3en einschrnken (Dampfdruck, Hydrophilie, Oxida onsstabilitt etc.). Bei nichtmetallischen Polymerwerkstoffen verursachen einige der Alterna ven Schrumpfung von Dichtungswerkstoffen (wie z.B. PAO), andere verursachen Quellungen (Ester), was ein ernstha3es Sicherheitsrisiko darstellen kann. haben kein Poten al zur lebenslangen Schmierung aufgrund der geringeren Stabilitt; dies kann zu gefhrlicheren und/oder kostspieligeren Wartungsarbeiten fhren. Es wren hufigere Nachschmierintervalle, viel mehr Berhrungs- und Exposi onspunkte fr die Arbeiter, hheren Schmierstoffverbrauch und einer verkrzten Lebensdauer der Bauteile zu befrchten. Dies fhrt zu einem erhhten Einsatz von Ressourcen und Energie, was dem Ziel des Green Deal entgegenwirkt Im brigen verweisen wir hier auf die Stellungnahme des europischen Schmierstoffverbandes ATIEL, der sehr ausfhrlich auf die Vor- und Nachteile der PTFE/PFPE basierten Schmierstoffe im Vergleich zu den Alterna ven eingeht. Eintragung von PFPE/PTFE durch Industrieprodukte in die Umwelt findet so gut wie nicht sta Zu Bedenken ist, dass PTFE-hal ge Schmierstoffe aufgrund ihrer Stabilitt und Unlslichkeit prak sch nicht durch Wi erungseinflsse oder -bedingungen aus Bauteilen ausgewaschen / oxidiert werden. Daher sind direkte Emissionen in die Umwelt nicht zu befrchten. Auerdem stellen Schmierstoffe auf PFPE/PTFE-Basis ein sehr geringes Volumen dar, bezogen auf die Bauteile, da es sich o3 um eine einmalige Schmierung ber die gesamte Lebensdauer handelt. Auch das gesamte Volumen an Schmierstoff ist sehr gering, da diese Schmierstoffe nur in absolut notwendigen Fllen eingesetzt werden und kleinste Mengen ausreichen. Geschmierte Bauteile und Schmierstoffe, die in geschlossenen Systemen/Teilen eingesetzt werden, werden gem der EU-Abfallliste kontrolliert entsorgt, blicherweise werden diese nach den EUVorschri3en verbrannt / eingeschmolzen. Eine aktuelle Studie des deutschen Beratungsunternehmens Conversio hat gezeigt, dass etwa 85 % aller Fluorpolymere am Ende ihrer Lebensdauer in Mllverbrennungsanlagen landen6. Eine Studie des Karlsruher Ins tuts fr Technologie (KIT)7 hat gezeigt, dass die in Schmierstoffen verwendeten PFAS bei den blichen Bedingungen einer Hausmllverbrennungsanlage (2s, 850C, entspricht der europischen Emissionsrichtlinie 2010/75/EU) quan ta v mineralisiert werden. In der Praxis finden sich sogar Verbrennungstemperaturen von ber 1000C. Darber hinaus werden aktuell Methoden zum sicheren Abbau von PFAS entwickelt8. Eine Beschrnkung von PFPE- und PTFE-basierten Schmierstoffen wrde sich auf ein breites Spektrum nachgeschalteter Anwender auswirken. Insgesamt sehen wir Auswirkungen auf die folgenden nachgeschalteten Anwender und Anwendungen, fr die wir PFPE/PTFE-basierte Schmierstoffe fr unverzichtbar halten (Auswahl): Automobilindustrie; Lebensmi elindustrie; Hydraulik- und Pneuma kausrstung, Ven le und Dichtungen; Lager aller Art; Op k und Feinmechanik; Elektronik- und Halbleiterindustrie; Chemische Industrie, Raffinerien, Gummi-, Kunststoff- und Lederindustrie; Energiebertragungs- und verbindungssysteme; Stromerzeugung (konven onelle Kra3werke, Windkra3, Kernenergie) und Energiespeicherung; Wasserstoffindustrie; Robotertechnik; Papier- und Druckindustrie; Folienproduk on; Eisenbahn; Flugzeug- und Raumfahr echnik; Medizintechnik; Kompressoren; Bergbau, l und Gas; Zement, Kalk und Gipsproduk on; Militrtechnik. Erschwerend kommt hinzu, dass fr die Tests und Zulassungen von Alterna ven auf Anwenderseite lange Erprobungs- und Zulassungszeiten notwendig sind. Im Automobilbereich z.B. knnen solche Tests, Bewertungen und Zulassungen zu Leistungs- und Gesundheitsauswirkungen neuer Produkte mindestens fnf Jahre dauern. Fr andere Sektoren wie Lu3- und Raumfahrt, Militr und Kernenergie kann es erheblich lnger dauern. Fnf Jahre sind ein absolutes Minimum, das erforderlich ist, wenn ein Schmierstoff durch einen hnlichen ersetzt wird, aber die PFAS-Technologie ist aufgrund der extremen Anwendungsbedingungen sehr viel komplizierter. Der im Beschrnkungsvorschlag angestrebte bergangszeitraum von 13,5 Jahren (nach EiF) ist hier das absolute Minimum. Wir verweisen hier auch auf die Antwort der Verbnde ACEA, UEIL und ATIEL zu der Konsulta on, die unserer Meinung nach perfekt verdeutlicht, wie wich g PFPE und PTFE fr die Schmierstoffindustrie sowie andere Industriezweige sind, fr die es keine geeignete Alterna ve gibt. Wir verweisen auch auf den VDMA, der die Bedeutung von Fluorpolymeren im Maschinenbau dargestellt hat. Zusammenfassung PFPE, PTFE und Fluorsilikone werden fr sehr spezielle Anwendungen verwendet, bei denen eine andere Chemie das erforderliche Leistungsniveau nicht erreichen kann, hauptschlich (aber nicht nur) in der Lu3- und Raumfahrt-, Militr-, Elektronik-, Automobil-, Pharma- und Chemieindustrie. 6 h ps://www.pro-kunststoff.de/fachwissen/conversio-studie-end-of-life-von-fluorpolymeren.html 7 Gehrmann et. al.: Pilot-Scale Fluoropolymer Incinera on Study: Thermal Treatment of a Mixture of Fluoropolymers under Representa ve European Municipal Waste Combustor Condi ons 8 h ps://www.fraunhofer.de/de/presse/presseinforma onen/2023/mai-2023/plasma-gegen-toxische-pfaschemikalien.html PFPE, PTFE und Fluorsilikone in Schmierstoffen machen weltweit rund 3000 Tonnen aus, die etwa 0,2% des gesamten Bedarfs reprsen eren. Davon werden 60 % als Schmierstoff und etwa 40 % als Fe oder Paste verkau3. Diese Mengen sind sehr gering, bezogen auf den gesamten Schmiersto`edarf, aber essenziell fr bes mmte Bereiche. Derzeit gehren die Verwendeten PFAS zu den teuersten Schmierstoffen. Nichtsdestotrotz schaY die Verwendung von PFPE/PTFE-Schmierstoffe einen erheblichen Mehrwert fr unsere Kunden durch: o wesentlich lngere Produktlebensdauer im Vergleich zu anderen Schmierstoffen. o hhere Sicherheit (nicht brennbar und hochbestndig). o hohe Zuverlssigkeit unter extremen Bedingungen o Reduzierung des Wartungsaufwands und Steigerung der Produk vitt. Dies sind einige Grnde, die dazu fhren, dass unsere Kunden solch teure Materialien z.B. anstelle von Standardprodukten wie etwa Lithium- oder Kalziumfe e verwenden. Wenn uns die Beschrnkung von PFAS im Schmiersto`ereich auferlegt wird, hat dies erhebliche und nega ve wirtscha3liche Auswirkungen gerade fr unsere Kunden. Wenn also keine Schmierstoffe auf Fluorpolymerbasis mehr verfgbar sind, wren die Auswirkungen fr die Anwender, die diese SchmierstoYechnologie ben gen, unabsehbar. Das triY insbesondere den Mi elstand aus den oben genannten Industriezweigen, der sich o3 auf sehr spezielle Apparate und Maschinen fokusiert hat. Die Auswirkungen auf das Schmierstoffgesch3 der SchmierstoWersteller sind dagegen vergleichsweise gering. Die hergestellten Mengen sind zwar essen ell fr die Industrie, aber insgesamt gering verglichen mit dem Gesamtmarkt. Dennoch: fr einige mi elstndige SchmierstoWersteller, due hier ihre Kernkompetenz haben, ist es uerst wich g. Eine einfache Subs tu on von PFPE/PTFE basierten Schmierstoffen fr bes mmte Anwendungen ist nicht mglich. Alle denkbaren Op onen, die ausschlielich ausgewhlte Teilbereiche des Eigenscha3skollek vs von PFPE oder PTFE basierten Schmierstoffen abdecken knnen, wrden hnliche, von den Antragstellern unerwnschte, Eigenscha3en wie etwa Persistenz oder Nanopar kel (Mikroplas k) aufweisen. Eine komple e Neukonstruk on von Anlagen, Maschinen und Bauteile ist selbst mit diesen Op onen wahrscheinlich und bringt Einbuen bei der Leistungsfhigkeit und Langlebigkeit. Das Verbot von PFPE/PTFE-Schmierstoffen wird letztendlich zu Folgendem fhren: Hohe Inves onen der Industrie, um alterna ve Schmierstoffe zu finden oder ihre Technologien zu ndern, falls dies berhaupt mglich ist. Einige kri sche Systeme in sensiblen Branchen zu betreiben, wird nicht mglich sein. Dichtungen auf Fluorkautschukbasis werden zwar von uns nicht hergestellt, aber eine Beschrnkung wrde zu extrem hohen Wartungsaufwendungen bei SchmierstoWerstellern und in der gesamten chemischen Industrie fhren. Verringerung der Zuverlssigkeit, des Ertrags und der Leistung der Systeme. Reduzierung der Sicherheit u.a. im Automobilbau, Nukleartechnik, Lu3fahrt, Anwendung bei kri schen Stoffen (Sauerstoff/H2 etc.). Umweltverschmutzung, erhhter Energieverbrauch und CO2-Aussto durch hheren Schmierstoffverbrauch und/oder geringere Leistung/Ausbeute. Verlust von Marktanteilen und Arbeitspltzen in EU-Unternehmen zugunsten von Nicht-EUUnternehmen, die diese Produk onshilfsmi el verwenden drfen. In Anbetracht der verschiedenen Schri e der alterna ven Bewertung ist daher die bergangsfrist von 13,5 Jahren nach EiF, die in der aktuellen Vorschlagsbeschrnkung vorgesehen ist, unerlsslich um PFAS Alterna ven zu finden. Die Schmierstoffindustrie ist bestrebt, mit Lieferanten und Kunden zusammenzuarbeiten, um diese PFAS-freien Lsungen zu finden. Dennoch kann bei einigen sehr speziellen/sensiblen Anwendungen nicht ausgeschlossen werden, dass berhaupt Alterna ven gefunden werden. Daher wre es wich g, eine Neubewertung der Beschrnkung vor dem Ende der bergangsfrist durchzufhren, damit die Beschrnkung keine nega ven Folgen fr die Gesellscha3 hat. Wir pldieren darber hinaus fr eine Unterscheidung nach chemischen, physikalischen und toxikologischen Eigenscha3en, um gefhrliche PFAS von den PFAS zu trennen, die lediglich persistent sind und deren Emissionen gut kontrolliert werden. Eine Herausnahme z.B. von PTFE und PFPE aus der Beschrnkung erscheint uns mehr als wnschenswert. ber den Verband Schmierstoff-Industrie e. V. (VSI) Der Verband Schmierstoff-Industrie e. V. (VSI) ist ein Zusammenschluss aller bedeutenden Hersteller von Auto- und Industrieschmierstoffen in Deutschland. Mit ber 80 Mitgliedsfirmen reprsen ert der VSI ber 90% der deutschen Schmierstoffindustrie. Mitglieder sind neben groen, mul na onalen lkonzernen viele kleine und mi elstndische Unternehmen. Aufgabe des Verbandes ist die Wahrnehmung und Frderung ideeller, wirtscha3licher und technischer Interessen seiner Mitglieder. Er vertri diese Interessen insbesondere gegenber Behrden, Krperscha3en des ffentlichen Rechts und Wirtscha3sverbnden.