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FILE NAME: German Articles - Some with English Translation (GER)
DATE: 1942
DOC#: GER045
DOCUMENT DESCRIPTION: Swiss Medical Journal Article by Von C. Wegelin Translation
/
a V
SCHWE1ZERISCHE MEDIZINISCHE
WOCHENSCHRIFT
OURNAL SUISSE DE MDECINE
23. J A H R G A N G 1942
] 72. Jahrgang des Correspondenz-Blattes fr Schweizer rzte
Redaktion : Prof. Dr. Alfred Gigon, in Basel
Dr. Engen Bireher, in Aarau
B A SE L 1942 D I U CK U N D V E R L A G : B E N N O S C H W A B E & CO,
SCHWEIZERISCHE MEDIZINISCHE WOCHENSCHRIFT
26. September 1942
JOURNAL SUISSE DE MDECINE
72. Jahrgang Nr. 39
INHALT DIESER NUMMER
>cr Bronchial- und Lungenkrebs Von C. W e g e lin .........................
3ie Klinik des Bronchial- und Lungenkrebses. Von Rudolf Staehelin
Ironchialkrobs und Lungenkrebs. Von Hans R. Schinz . . . .
er Metallkrebs. Ein neues Prinzip der Krebserzeugung. Von Hans R. S e k in z ................................................................................................
.a colcliicine dans le traitement du cancer de la souris. Par J. L. Nicod et J. Regamey ...........................................................................
.a cancrisation artiicielie en atmosphres diffremment ionises. Par G. Joyet, L a u s a n n e ...................................................................
ioeligradige atypische (krebshnliche) Epithehvucherung in der Haut nach Schutzpockcnimpfung. Von B. W alth a rd .................
1053 Grundstzliches ber den Krebs in unserer Armee. Von H. v. Meyen-
1063 bui' S ........................................................................................................ 1079 1067 Wirkt der Ru von Oelfeuerungen karzinogen ? Von G. Miescher
und E. S ch w a r z....................................................................................1081
1070 Experimentelle Untersuchungen ber Krcbscrzeugung durch Photo sensibilisierung. Von G. M ie s c h e r ....................................................... 1082
1074 Die B e r a tu n g ....................
1084
1077 Zeitschriften-Referate.....................................................................................1085 fkBcherbesprechungen.....................................................................................1087
1078 Kleine M itte ilu n g e n .....................................................................................1088
_______________________ ______________________________ ___
0EE KEEES
Keferate, gehalten an der Tagung der Schweizerischen Nationalliga fr Krebsbekmpfung
Basel 29./30. November 1941
Aus dem pathologischen Institut Bern
Der Bronchial- und Lungenkrebs
Hufigkeit, pathologische Anatomie und Aetilogie
Von C. Wegelin
Unter den zeitlichen Verschiebungen innerhalb der Krankiten und Krankheitsgruppen ist wohl die Zunahme des primren ronchial- und Lungenkrebses eine der eindrcklichsten Erscheiungen. Sie hat sich innerhalb weniger Jahrzehnte vollzogen, teiclisam unter den Augen der Aelteren von uns. Vor beinahe j Jahren, als ich meine Ttigkeit als Pathologe aufnahm, war diese orm des Krebses eine Seltenheit, der man nicht einmal jedes ahr auf dem Sektionstische begegnete, heute ist sie so hufig worden, da sie fein zahlenmig eine bedeutende Bolle spielt ud nach gewissen Statistiken [Kraft, Peters, Rosahn) an die 3. ler sogar 2. Stelle aller Krebse vorgerckt ist, indem sie nur noch oin Magenkrebs und zum Teil vom Darmkrebs au Hufigkeit bertroffen wird. In meinem Material (1935--40) steht jetzt der ungenkrebs an 4. Stelle, hinter dem Magen-, Speiserhren- und armierebs.
Hufigkeit der Lungenkrebse
Da die absolute Zahl der Lungenkrebse ganz gewaltig zugeomrnen hat, daran zweifelt heute niemand mehr. Da noch ziemlich icle Lungenkrebse der klinischen Diagnose entgehen, so liefern ie pathologischen Institute die sichersten Zahlen, und diese sprelen eine deutliche Sprache. In der Schweiz ist die Zunahme fr ase) (Sthelin, Sachs), fr Zrich (Probst) und fr Bern (Mnger) atistisch belegt, sie; gilt aber auch fr die meisten Stdte Deutschnds und mehrerer anderer europischer Lnder (zusammengeellt von TP. Fischer, Peters), fr Nordamerika [Barron, Fried, ichty, Wright und Baumgartner, Weller, Rosahn), fr Sdamerika iuenos Aires, Palacio und Mazzei), fr Japan [Suzuki).
Dabei mu freilich bercksichtigt werden -- und es ist dies' ich fr die Aetiologie nicht ohne Bedeutung--, da die Zunahme cht berall zu gleicher Zeit erfolgt ist. Zrich verzeichnet eine ilche schon von 1910, Basel von 1912 an, whrend in Bern erst m 1915 an ein Anstieg erfolgt. Die Zunahme hielt in den Jahren 20--1935 an und ist in den letzten 5 Jahren fr Bern ganz besonrs augenfllig, indem von 1935--40 nicht weniger als 46 Flle obachtet wurden. Das macht 2,05% der Erwachsenensektionen
aus gegenber 9 Fllen in dem Zeitraum von 1900--1914 -- 0,22% der Erwachsenensektionen, also ist eine Steigerung fast auf das lOfache eingetreten. W. Fischer hat berechnet, da jetzt in Deutschland durchschnittlich ungefhr 6% Lungenkrebse auf die gesamte Zahl der bsartigen Geschwlste kommen.
Nun ist aber von verschiedenen Autoren die Frage errtert worden, ob diese Zunahme wirklich (real) oder nur scheinbar (apparent) sei. In letzterem Fall wre sie durch verschiedene Fak toren hervorgerufen, wie Verbesserung der histologischen Dia gnose, Aenderung des Aufbaues des Sektionsmaterials, Aenderung in der Auslese und Zusammenstellung der Kranken in den Spi tlern (Ssen). Was den ersteren Einwand betrifft, so ist zuzu geben, da vor 1900 und auch noch bis 1910 manche kleinzellige Lungenkarzinome fr Sarkome gehalten wurden, aber auch die Sarkome waren damals seltene Geschwlste. Oder es kann makro skopisch ein Lungenkrebs mit einer Pneumonie verwechselt werden [Hedinger), wobei aber die mikroskopische Untersuchung ohne wei teres die Sache richtigstellt. Den Einwand Von Peer;/, da heutzu tage zu viele primre Lungenkrebse an Steile metastatischer Tumoren diagnostiziert wrden, kann ich nicht gelten lassen.
Viel schwerwiegender ist der Hinweis auf die vernderte Zusammensetzung des Sektionsmaterials, insbesondere durch den gnzlich umgestalteten Altersaufbau der Bevlkerung. Denn mit steigendem Durchschnittsalter erreichen auch viel mehr Personen als frher das sog. Krebsalter, das fr den Lungenkrebs zwischen 40 und 70 Jahren liegt. Fr New Haven (U. S. A.) ist jedoch von Rosahn in einer einwandfreien statistischen Untersuchung gezeigt worden, da die vernderte Altersverteilung die Zunahme der Lungenkrebse nicht erklren kanr\, soda sie also wirklich besteht.
In Bern sind von 1900--1940 117 Flle von Lungenkrebs seziert worden, davon sind 51 Flle (1900--1930) in der Disser tation von Frl. Mnger verarbeitet. Der Altersaufbau der im pathologischen Institut sezierten Personen (inkl. Privatsektionen) hat sich in den letzten 40 Jahren erheblich gendert. Mit der Ver alterung haben die absolute Zahl aller Krebsflle und der Prozent satz der Gesamtzahl der Krebsflle, bezogen auf die Erwachsenensektionen, zugenommen. Ebenso ist die Zahl der Lungenkrebse, bezogen auf die Erwachsenensektionen, gestiegen und diese Zu nahme ist nicht zufllig. Herr P.-D. Dr. Linder, Adjunkt ' statistischen Amts der Stadt Bern, war so freundlich, die statis Auswertung meiner Zahlen vorzunehmen und mir seine Ergf
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zur Verfgung zu stellen, wofr ich ihm bestens danke. Ich lasse hier seine Berechnungen folgen:
3. Die Hufigkeit der Litiigenkarzinome. unter dm Karzinomen berhaupt
Gesamtzahl der Krebse
Lungenkrebse
Jahre
1. Sektionen von Erwachsenen Altersgruppe
21-30 31-40 41-50 51-60 61-70 71-80 81 +
Total
Jahrfnfte
Absolute Zahl
% der Erwachsenen-
Sektionen
Absolute Zahl
% der Gesamt-
krebsflle
1900--04. . . .
260
19,53
3
1.2
1900--04. . . . 219 224 209 292 252 94 7 1297 1905--09. . . .
239
18,08
3
1.2
1905--09. . . . 221 232 245 255 229 71 20 1273 1910--14. . . .
269
18.68
3
1,1
1910--14. . . . 232 275 293 247 255 103 20 1425 1915-- 19. . . .
311
21,73
13
4,2
1915--19. . . . 289 240 259 285 209 97 21 1400 1920--24. . . .
305
22,83
7
2,3
1920--24. . . . 215 195 268 297 226 99 20 1320 1925--29. . . .
413
25,73
16
3,9
19 2 5 -2 9 . . . . 214 208 266 363 319 150 20 1540 1930--34. . . .
425
24,28
26
6.1
1930--34. . . . 212 229 279 427 374 197 32 1750 1935--39. . . .
484
25,7
37
7,6
1935--39. . . . 191 242 246 403 461 279 61 1863
1940 . . . .
36 52 47 75 94 43 9 356 1900--39. . . .
2706
22,76
108
4,0
Total 1829 1897 2112 2644 2419 1133 210 12244
1940 . . . .
89
25,0
9
10,1
2. Lungenkarzinome
1900--40. . . .
2795
22,8
117
4,2
Jahre
Altersgruppe 21-30 31-40 41-50 51-60 61-70 71-80 81 +
Total
nicht so stark angestiegen, da von einer mehr als nur zuflligen Zunahme die Rede sein knnte.
y 2 = Summe der Quadrate der Abweichungen der Einzelwerte vom Erwartungswert. ``
1900--04. . . .
2
1
3
1905--09. . . . --
1
1
1
--
--
--
3
1910-- 14. . . . --
1
--
1
1 ----
3
1915--19. . . . --
1
4
4
4
--
--
13
1920--24. . . . --
1
1
3
1
1--
7
1925--29. . . .
1
--
3
6
5
1--
16
1930--34. . . . --
t
3 12
6
2
--
26
1935--39. . . . --
1
3 20
9
4
--
37
1940 . . . . -- --
3
4
2 ----
9
Total 1
8 18 53 28
9 -- 117
Wie schon erwhnt, fallen die meisten Lungenkrebse in die Lebensperiode von 50--70 Jahren, sie sind aber auch schon vorher gar keine Seltenheit und verschonen nicht einmal das erste Lebensjahrzehnt. W. Fischer fhrt in seiner vorzglichen Bear beitung des Lungenkrebses unter 3443 Fllen 6 Flle bei Kindern unter 10 Jahren an. In meinem Material von 117 Fllen fllt die weitaus grte Zahl auf die Altersstufe von 51--60 Jahren. Der jngste Fall betraf eine 23jhr. Frau, der lteste eine 79jhr. Frau Einen Lungentumor aus dem bernischen Kinderspital (1905), der
Ergebnisse der statistischen Prfung
von einem Sjhr. Knaben stammte und als Sarkom bezeichnet
,,1. Die Zahl der Lungenkarzinome wurde, in Beziehung gesetzt zu allen war, habe ich nachtrglich als Karzinom diagnostiziert, so da
Sektionen. Fr jedes Jahrfnft von 1900-- 1904 bis 1935--1939 wurde
die Zahl der Lungenkarzinomo auf 1000 Sektionen berechnet. Die Zahlen
lauten:
Jahrfnft
Lungenkarzinome
auf 1000 Sektionen1)
dies wohl einer der jngsten Flle ist. Die jngsten in der Literatur beschriebenen Flle waren 16 Monate alte Kinder (Beardsley. Schwyter).
Altersverteilung
1900--04
2,5
1905--09
1,8
1910-- 14
1,6
1915-- 19
7,5
1920--24
4,8
1925--29
7,8
21--30 Jahre . . 31--40 Jahre . .
41--50 Jahre . . 51--60 Jahre . . 61--70 Jahre .. 71--80 Jahre . .
1 Fall 8 Flle
. 19 Flle . 53 Flle . 27 Flle . 9 Flle
1930--34
11,2
1935--39
14,2
1) berechnet als Durchschnitt der Fromillezahlen fr die Altersgruppen.
Die beiden Geschlechter werden nach den meisten Statistiken ganz ungleich vom Lungenkrebs befallen, indem das mnnlicbe Geschlecht in weit strkerem Mae zu dieser Krankheit neigt als
Bezeichnet man als Erwartungswert den Durchschnitt dieser 8 Werte,
so kann man fragen, ob die tatschlichen Werte in den 8 Jahrfnften vom Erwartungswert so stark abweichen, da eine systematische Abweichung anzunehmen ist. Der sog. y~ Test gibt darauf folgende Antwort: Aus obigen Zahlen ergibt sich fr y2 ein Wert von 232,5. Demgegenber zeigt
das weibliche. Meistens wird das Verhltnis mit 3--4: 1 angege ben, nach IV. Fischer 3,6: 1. Nach Junghnnns, Peters, v. Glinski soll die Zunahme des Lungenkrebses auch allein oder fast aus schlielich die Mnner betreffen. Es gibt freilich Zusammenstel
die Theorie, da bei rein zuflliger Verteilung der 8 Werte nur in 1% aller Flle ein Wert von entsteht, der grer ist als 18,5. Bei rein zuflliger Verteilung ist also ein y} = 232,5 uerst selten zu erwarten. Man mu daher annehmen, die Abweichungen vorn Erwartungswert seien nicht blo zufllig, sondern systematisch.
lungen, nach welchen der Unterschied zwischen den Geschlechtern nicht wesentlich ist, so diejenige von Harbitz in Oslo: 40 M .: 35 W.. Marchesani in Innsbruck: 13 M.: 13 W., oder doch nur ca. 2 :1 (Kikuth, Breckivoldt fr Hamburg). In meinem Material kamen
2.
Ist die unter 1 festgestellte Zunahme, des Anteils der Lungenkarzinom9e6 Lungenkrebse auf das mnnliche, 21 auf das weibliche Ge
an der Gesamtzahl der Sektionen eine Folge der Veralterung ? Um diese schlecht, so da also das Verhltnis 4,57 :1 ist. Fast gleich gro
Frage zu beantworten, fhrten wir eine sog. Streuungsanalyse (Analysis of variance nach 11. A . Fisher) durch. Als Grundlage dienten uns die
ist die Verhltniszahl von Zrich, nmlich 4,43 : 1 (Probst).
Tabellen 1 und 2, aus denen wir fr die Jahrfnfte 1900--04 bis 1935 bis
Wras noch die Verteilung auf die Rassen betrifft, so wissen wir,
1939 und die Alterjabrzehnte 21--30 bis 71--80 und die Altersgruppe 81 und mehr die Zahl der Lungenkarzinome auf 100 Sektionen berechneten.
Ergebnis: a) Alter. Der sog. z-Test gibt in bezug auf das Alter einen
Wert von z = 0,52. Nach der Theorie ergibt sich in 5% aller Flle bei rein zuflliger Verteilung ein Wert z = 0,44 oder mehr lind in 1% aller
da der Lungenkrebs auch bei den Negern Nordamerikas und Sdafrikas, bei den ostasiatischen Vlkern (Japanern, Chinesen) und Malayen (Bonne) vorkommt, in Japan anscheinend in etwas geringerer Hufigkeit als in Europa (N uki). Jedoch fehlen noch
Flle ein Wert von 0,61. Legt man den weniger strengen Mastab von 5% genauere Angaben aus vielen auereuropischen Lndern, so da abne,hasuoptkeatnwneradleson (eLinuengAenbkharnzginigokmeeitaduefr10L0uSnegkentikoanrezni)n.ome vom Alter $ sich ber eine allfllige Rassendisposition bis jetzt nichts sagen lt.
b) Zeitliche Abhngigkeit. Es ergibt sich ein Wert z = 0,24. Der theo retisch zu erwartende Wert ist bei zuflliger Verteilung rund 0.4 oder grer in 5% aller Flle und rund 0,56 oder grer in 1% aller Flle.
Pathologische Anatomie Gehen wir nun zur 'pathologischen Anatomie ber, so ist das
Eine zeitliche Abhngigkeit ist demnach aus dem Material nicht zu beweisen. Die statistische Analyse fhrt zur Folgerung, da die in 1 festgestellte
Zunahme der Lungenkarzinome unter den Sektionen durch die Veralterung bedingt ist, da eine Abhngigkeit vom Alter wahrscheinlich erscheint, eine zeitliche Abhngigkeit dagegen nicht festzustellen ist.
makroskopische Bild durchaus nicht einfrmig. R. Huguenin, der sich in seiner Monographie sehr eingehend damit befat hat, stellt nicht weniger als 7 Formen auf, wobei er aber in wenig glck licher Weise gleichzeitig rein morphologische und topographische
Die Abweichung der einzelnen Werte vom Erwartungswert 4,0 fr die Periode 1900-- 1939 ist statistisch zu beurteilen. Der berechnete W'ert
von y 2 ist y 2 = 11,2. Die Theorie ergibt in 1% der Flle bei zuflliger Verteilung einen Wert y'2 = 18,5 oder grer, in 5% einen Wert y 2 -- 14,1. Somit ist die Zahl der Lungenkarzinome unter den Karzinomen berhaupt
Merkmale zur Einteilung benutzt. E r unterscheidet: 1. Zirkum skripte Form. 2. Lobre Form. 3. Massive, vom Hilus ausgehende Form. 4. Pleurale Form. 5. Mediastino-pulmonale Form. 6. Nodu lre Form, meistens in beiden Lungen. 7. Hilus- oder Bronchusform.
i
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W. Fischer begngt sich m it 3 Formen, nmlich: 1. Knotige, massive Form. 2. Diffus-infiltrierende Form (Pneumonie-hnlich). 3. Medullar-miliare Form. Ich glaube auch, da man m it diesen 1 Formen auskommt, nur mchte ich die 3. Gruppe lieber nodulr
rennen, da ihr Auftreten in Form von kleinen, tuberkelhnlichen Kntchen charakteristisch ist und diese Kntchen durchaus nicht mmer miliare Gre haben.
Die knotige massive Form (Abb. 1) breitet sich hnlich wie in Mammakarzinom von einem Zentrum nach allen Seiten aus ind ist m it ihrem weilichen Gewebe gegen das normale Lungenrewebe noch ziemlich scharf begrenzt. Anders die diffus-infiltrieende Form, die einen ganzen Lappen oder fast eine ganze Lunge innehmen kann, wobei die Schnittflche sich durch eine anthernd gleichmige grobe Krnung auszeichnet. Dieses Ver salien gibt dem Bild eine gewisse Aehnlichkeit mit einer Pneu
monie in einer emphysematosen Lunge im Stadium der graugelben Hepatisation oder m it einer ksigen Pneumonie, und tatschlich ist m it bloem Auge die Unterscheidung manchmal nicht zu tref fen, wie die Beispiele von Bedinget lehren. Was freilich in solchen
Fllen oft die Diagnose ohne weiteres ermglicht, das sind die brei ten, weien Strnge, welche das Lungengewebe durchziehen und einer krebsigen Infiltration der Lymphgefe entsprechen (Abb. 2). Die nodulre Form erinnert mit ihren kleinen, oft rosettenhnlichen, weilichen Knoten am meisten an eine nodse Tuberkulose und lt, eine multizentrische Entstehung vermuten (Abb. 3). Gerade diese Form, die an sich am seltensten ist, kommt manchmal in beiden Lungen zur Entwicklung (Huguenin, Weimann). Durch Konfluenz der Herde kann eine diffuse Krebsentwicklung vorge tuscht werden.
Sehr wichtig ist das Verhalten des Krebses zu den Bronchien, in welchen ja zweifellos selir oft der Ausgangspunkt der Krebs entwicklung liegt. Nur selten sind die peripheren, pleuranahen Lungenteile primr betroffen. Im Berner Material hatte der Lungentumor nur 20 mal unter 117 Fllen keinen Zusammenhang m it einem greren Bronchus. In allen andern Fllen war ent weder der Hauptbronchus (20 mal) oder ein sekundrer groer Bronchus (77 mal) in direktem Zusammenhang m it dem Tumor
-\bb. 1 Lungenkrebs im linken Unterlappen. Knotige massive Form.
Abb. 3. Doppelseitiger Lungenkrebs. Nodulre Form. Rechts teilweise Konfluenz der Kntchen.
b. 2. Lungenkrebs mit Karzinose der Lymphgefe. Diffus infiltrierende Form.
(Abb. 4), entweder so, da seine Wand infiltriert, oft auch das Lumen verengt oder verschlossen war, oder durch Ulzeration ein Teil der Wand zerstrt war. Seiten sind die auf die Bronchien be schrnkten, oft. polyps vorragenden Tumoren, die das Lumen verlegen knnen (Chmri, Reiche, Breckwoldt, Horn, Kreglinger, Kirch, Peters, Harbitz, Wt.jen, Ca,in und Facquet, Chiray, lbot und Jatne). Da solche rein bronchiale Tumoren manchmal auch gutartigen Charakter haben und sich durch einen besonderen histo logischen Bau auszeichnen, werden wir spter noch zu besprechen haben. Auch in der Wand Von bronchiektatischen Hhlen kann sich der Krebs entwickeln (Abb. 5).
Der Sitz des Tumors ist nach W. Fischer etwas hufiger rechts als links, was dieser Autor m it dem greren Volumen der rechten Lunge erklrt. In meinem Material war 72 mal die rechte und 14 mal die linke Seite betroffen, so da also der Unterschied zwischen rechts und links recht bedeutend ist und vielleicht doch noch andere Momente als die Gre der Lungen mitspielen, so z. B. die strkere Exposition der rechten Seite gegenber von auen eindringenden Schdlichkeiten infolge des steileren Abgangs des rechten Hauptbronchus (Seyfarth). Es gibt allerdings Statisti ken (z. B. diejenigen von Probst, Kraft, Vonend), die ein Ueberwiegea der linken Seite verzeichnen. Interessant, aber selten sind die Flle, in welchen der Krebs gleichzeitig beide Lungen befllt (in meinem Material 1 Fall).
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Abb. 4. Lungenkrebs ausgehend vom rechten Hauptbronchus, der durch Tumorgewebe verschlossen ist.
chronische Pneumonien, Lungenabszesse und Pleuritiden sic! daran anschlieen und zur unmittelbaren Todesursache werden
Die topographischen Verhltnisse des Lungenkrebses zu der Nachbanm)anen ergeben sich aus verschiedenen Arten und Rieb
tungen des Wachstums. Wenn auch viele Karzinome vom Hilu.aus zunchst intrapulmonal wachsen und sich auf dem Lymph wege lngs den Bronchien und Arterien ausbreiten, so erreichen sie doch oft die Pleura, wo sie flchenhaft weiterwuchern und dann zv schwartigen Verdickungen fhren, die fest an der Brust wand hafter oder zu Ergssen in die Pleurahhle Anla gehen, die sers odei blutig sein knnen und manchmal reichlich Tumorzellen enthalten Solche Tumoren sind frher -- auch von mir -- fr primre Sar kome oder Endotheliome der Pleura gehalten worden, heute aner kennen wir ihren Ursprungsort in einem Bronchus oder in de Lunge. Tn anderen Fllen geht das Wachstum vom Lungenhiluaus direkt in das Mediastinum hinein, wo Perikard, Herz und groe Gefstmme, Oesophagus und Wirbelsule infiltriert wer den knnen, ja sogar das Rckenmark komprimiert werden kann Auch diese Geschwlste sind lange verkannt und als primre Tn moren des Mediastinums, meistens als Lymphosarkome diagnosti ziert worden, bis namentlich von englischer Seite (Barnard, M ax well) ihre wahre Natur aufgedeckt wurde. Einbrche in gro* Venen begnstigen die Metastasierung. Krebse des Oberlappens, die bis zur Lungenspitze reichen, sind manchmal die Ursache de? Pancoast-Syndroms (Schmerzen rund um Schulter und Oberarm. Muskelatrophie an der Hand und Hornersches Symptom), indem hier das Krebsgewebe auf die Nerven des Plexus brachialis und den Sympathikus bergreift und sie zerstrt.
Die Bildung von Metastasen ist beim Bronchial- und Lungen
krebs ein sehr hufiges Vorkommnis, sie fehlte in meinem Material
von 117 Fllen nur 13 mal, war also in 89% vorhanden. Weitaus
am hufigsten sind die lymphogenen Metastasen (81,2%) und
zwar in erster Linie in den bronchialen und mediastinalen Lymph
knoten (93 Flle), jedoch erfolgt recht oft ein direkter oder retro
grader Transport von Geschwulstzellen zu den retroperitonealen
Lymphknoten (45 Flle), und nach oben zu den zervikalen und
supraklavikulren Knoten (9). Das letztere ist wichtig, weil eine
Probeexzision einer solchen Metastase die Diagnose Lungenkarzi
nom sicherstellen kann. Die retrograde Verschleppung von Tumor
zellen kann weiter bis zu den axillaren und unten bis zu den
mesenterialen, iliakalen und. inguinalenLymphknoten fortschreiten.
Eine ausschlielich lymphogene Metastasierung erfolgte in meinem
Material 11 mal. Erwhnt sei noch, da auch Metastasen in Pleura.
Lungen, Perikard, Zwerchfell, Trachea und Oesophagus lymphogen
entstehen knnen.
__ --
Abb. 5. Lungenkrebs in einer bronehicktatisehen Kaverne des Unter lappens.
Die Oberlappen sind in meinem Material etwas hufiger Sitz des Krebses als die Unterlappen (47: 41), 10 Flle betrafen den Hilus und 8 waren auf einen H auptbronchus beschrnkt, die brigen verteilen sich auf 2 oder 3 Lappen und nur einmal sa der Tumor im Mittellappen.
Sekundre Vernderungen werden in den Lungenkrebsen gewhnlich durch Nekrosen und autolytischen Zerfall eingeleitet, worauf von den Bronchien aus, namentlich wenn ein Zusammen hang m it einem greren Bronchus von vornherein besteht, die ' Infektion des nekrotischen Materials erfolgt. Abszedierung und Gangrn mit Bildung Von mehr oder weniger groen Holden sind deshalb ziemlich hufige Erscheinungen und die Arrosion grerer Aaste von Lungenarterien kann zu schweren, manchmal td lichen Blutungen fhren. Auf der anderen Seite hat der Lungen krebs sehr oft eine schdliche Wirkung auf die Bronchien und Lungen, indem er durch Stenosierung des Bronchiallumens eine chronische, nicht selten eitrige Bronchitis unterhlt, wobei die Sekretstauung auch Bronchioktasien m it schleimigem oder eitri gem Inhalt erzeugt. Kein Wunder, da hufig auch akute und
Metastasen beim Lungenkrebs (117 Flle)
Metastasen in den Lymphknoten
Bronchiale und mdiastinale
L ym phknoten................. 93 Zervikale ............................. 25 Supraklavikulre................. 9 In fra k la v ik u la ro ................. 1
A x i l l a r e ................. 5 Retroperitoneale . . 46 Periportale . . . . 9 Iliak ale..................... 1 In g u in a le................. 3
Metastasen in den Brust- und Halsorgancji lymphogen oder hmatogen
L u n g e n .................................. 19 Pleura .................................... 22 P erikard.................................. 15 H e r z ...................................... 4
Zwerchfell. . . . . 4 Oesophagus . . . . 1 Tonsille . . . . . . 1 Trachea..................... 2
Hmatogene Metastasen
L e b e r ...................................... 54 Gallenblase ......................... 2 Pankreas ............................. 10 Mundspeicheldrsen . . . . 1 D a r m ...................................... 5 Peritoneum............................. 5 N ieren ...................................... 26 M ilz .......................................... 10 Gehirn ................................. 18 Meningen................................. 3 H a u t ................................. .... 6 O varium .................................. 2
U teru s..................................... 1 Mamma ................................. 1
Nebennieren . . . 24 Schilddrse . . . . 15 Hypophyse . . . . 2
Muskulatur (M.psoas) 1 S k e le tt..................... 31
Schdel................. 7 Wirbelsule . . . 22 Sternum . . . . 5 R ip p e n ................. 10
Klavikula- . . . 1 Becken . . . . . 5 Humerus . . . . 1 F e m u r ................. 3
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Hmatogene Metastasen sind nach den meisten Statistiken Gramer sind Metastasen in den Chorioideae beider Augen al
weniger hufig als die lymphogenen. Ziehe ich in meinem Material erstes Zeichen eines Lungenkrebses beschrieben worden.
die intrathorakalen Metastasen ab, bei denen oft ber lympho-
Ebenso wechselnd wie das makroskopische Aussehen ist de
gene oder hmatogene Entstehung nicht sicher entschieden werden histologische Bau des Bronchial- und Lungenkrebses. Auch hie
kann, so bleiben immer noch 77 Flle (65,8%). Obenan steht die fehlt es nicht an Einteilungsversuchen, und zwar nach Form un(
Leber m it 54 Fllen, dann folgen das Skelett m it 31, die Nieren Anordnung der Tumorzellen, aber wenn es auch einzelne gut charak
m it 26, die Nebennieren m it 24, das Gehirn m it 18, die Schild terisierte Formen gibt, so stt doch bei vielen Lungenkrebsen di'
drse m it 15, das Pankreas und die Milz m it je 10 Fllen. Die Zuteilung zu einer bestimmten Gruppe auf die grten Schwierig
Zahlen der brigen Organe sind in der Tabelle verzeichnet.
keiten. Es liegt dies z, T. daran, da viele Lungenkrebse eine seh:
Unter den hmatogenen Metastasen haben von jeher die rela starke Zellpolymorphie bei sehr geringem Differenzierungsgrad auf
tiv hufigen Hirnmetastasen Aufsehen erregt (in meinem Material weisen, z. T. aber auch an den zahlreichen Uebergngen von einei
15,4%). Dosquet hat sie teils m it dem Vorkommen von End- Zellform in eine andere innerhalb desselben Tumors.
arterien im Gehirn, vor allem aber m it chemischen Eigentmlich
Lindberg, dem wir eine sehr sorgfltige Studie Liber der
keiten erklrt, indem Lunge und Gehirn die sauerstoffreichsten Lungenkrebs verdanken, hat folgende Einteilung vorgenommen
Organe des Krpers seien. Die in der Lunge an den Sauerstoff
Gruppe 1. Krebse mit ganz oder vorwiegend undifferenzierten Zellen,
reichtum angepaten Tumorzellen wrden im Gehirn analoge Lebensbedingungen finden. Tatsache ist jedenfalls, da wir gleiche Verhltnisse auch bei Mikroorganismen finden, indem ja Hirn abszesse m it Vorliebe nach primren eitrigen Prozessen in Lungen
Gruppe 2. Krebse mit ganz oder vorwiegend differenzierten Zellen, a) Differenzierung, mehr oder weniger weit auf der Linie des Plattenepithels. b) Differenzierung mehr oder weniger weit auf der Linie des Zylinderepithels (Adenokarzinom).
und Bronchien auftreten. Wenn aber Dosquet meint, da zur
c) Adenokankroide.
Metastasierung im Gehirn Zerfall und eitrig-gangrnse Prozesse in der Nachbarschaft des primren Tumors ntig seien und da dabei verschleppte Bakterien die Schrittmacher der Krebszellen seien, so liefert mein Material keine Sttze fr diese Ansicht, denn in der Mehrzahl der Flle m it Hirnmetastasen fehlte ein Zerfall der primren Geschwulst. Mglicherweise spielt auch der hohe Lipoid gehalt des Gehirns bei dem Angehen der Metastasen eine Rolle, ein Faktor, der auch zur Erklrung der hufigen Nebennieren metastasen herangezogen wird.
Aehnlicli ist IF. Fischer vorgegangen, nur da er bei der ersten Gruppe der undifferenzierten Karzinome eine Teilung in vorwie gend kleinzellige Krebse und in polymorph- und grozellige Krebse vorgenommen hat und die Untergruppe 2c nicht besonders er whnt.
Eine strkere Aufteilung hat R. Huguenin durchgefhrt, der folgende Formen unterscheidet:
1. Epitliilioma malpighien (dem Plattenepithelkrebs entsprechend). 2. Epithelioma paramalpighien (mit groen, polyedrischen Zellen, hie
Mein Material besttigt auch die von klinischer Seite hervor und da mit Parakeratose und mit zentralen Nekrosen in den Strngen).
gehobene Tatsache, da die Hirnmetastasen der Lungenkrebse nicht selten als primre Tumoren diagnostiziert werden, whrend die Lungengeschwulst bis zum Tode ,,stumm" und verborgen
3. Epithelioma oylindriquo (mehrschichtiges Zylinderepithel mit
Palissadenstellung auf dem bindegewebigen Stroma, manchmal mit Papillen).
4. Epithelioma glandulaire (Schluche und Hohlrume mit kubischem
bleibt. Ein solcher Fall sei hier kurz angefhrt:
47j. Mann (S. 250, 1940). Vor 3 Monaten Anstoen des Kopfes an einen Trpfosten. Nachher allmhlich fortschreitende Parese der linken Krperseite, Sprachstrungen, Aenderung des Charakters, apoplektiforme Insulte. Schmerzen in der rechten Stirngegend. Stauungspapille. Tod im Anschlu an eine Trepanation. Faustgroes Karzinom im Unterlappen der
oder zylindrischem Epithel, oft mit Schleimproduktion), 5. Epithelioma atypique (unregelmige Zellen in Haufen, die
manchmal kleine Spalten aufweisen). 6. Tumeur a petites cellules (frher als Sarkom oder Lymphosarkom
bezeichnet).
Englische und amerikanische Autoren, wie Barnard, Maxwell,
rechten Lunge mit zystischer Metastase im rechten Stirn- und Scheitel Karsner und Saphir, Olson, begngen sich meistens m it 3 Gruppen,
lappen des Grohirns von ca. 5 cm Durchmesser.
indem sie neben dem Plattenepithel- und Zylinderzell- oder Adeno
Das Kopftrauma hat in diesem Falle wahrscheinlich lokali karzinom noch die Gruppe der kleinzelligen Krebse unterscheiden.
sierend gewirkt und das Angehen der Metastase begnstigt. D'Aunoy, Pearson und H alferl nennen die letzteren Reservezellen
Neuerdings bat auch Minkowski mehrere Flle von Hirnmeta krebse.
stasen bei latentem Lungenkrebs beschrieben.
Geschickter und Denison geben folgende Einteilung:
Sehr hoch ist auch die Zahl der Knochenmetastasen, in meinem Material 27%, in den Statistiken Wtjens und Arkin und Wagners sogar 43%, resp. 48%. Demnach drfen die Lungenkrebse in die Reihe derjenigen Geschwlste treten, die eine besondere Affinitt
1. Bronchiales oder epidermoides Karzinom mit Sitz am Hilus. Auf treten besonders um das 50. Jahr herum.
a) Plattonepithelkarzinom.
b) Basalzellenkarzinom, kleinzellig. 2. Lobulres oder pneumonisches Karzinom und diffuses Adeno
zum Knochenmark besitzen. In einem meiner Flle (Pr. S. 492, 1941) waren auer sehr ausgedehnten Kuochenmarksmetastasen auch noch gewaltige, fast diffuse Leber- und Mijzmetastasen vor
karzinom mit mehr peripherem Sitz, besonders bei unter 45 Jhrigen.
a) Adenokuboide Form.
b) Adenokolumnre Forni._
- --- : -------L--
-- cy-"Adcnomukotfte~Por"m.
handen m it dem klinischen Bild einer hmorrhagischen Diathese mit Thrombopenie und Anmie. In einem anderen Falle (S. 165, 1940) schwankte die klinische Diagnose zwischen Knochen metastasen eines Lungenkarzinoras und einer Osteodystrophia deformans Paget. Die Sektion ergab das Nebeneinander beider Ver nderungen, indem zu einer Pagetschen Krankheit der Klavikula, Skapula, Wirbel und Tibia Krebsmetastasen in Sternum, Rippen und Schdel hinzugekommen waren.
Auch Nieren, Nebennieren, Milz und Pankreas sind recht oft der Sitz von Metastasen und Taandrager hat berechnet, da die
Ieli selbst mchte mich in der Hauptsache der Lindbergschen Einteilung anschlieen, nur sollte hei den Krebsen mit vorwiegend undifferenzierten Zellen noch eine Unterteilung in klein- und gro zellige Formen und in Mischformen, stattfinden.
In meinem Material ist die Verteilung, soweit sie sich aus den Protokollen noch einigermaen sicher feststellen lie, folgende:
1. Karzinome mit undifferenzierten Zellen . . . C9 -- 61% davon kleinzellige . . . 38 grozellige . . . . 19 Mischformen . . . , 15
meisten dieser Organe neben Gehirn und Knochen beim Lungen krebs wesentlicli hufiger von Metastasen betroffen werden als im Mittel der allgemeinen Krebsstatistik. Interessant ist auch das
2. Plattenepithelkarzinom e...................................... 30 -- 26,6%
i
3. Zylinderepithelkarzinome............................. , . _J4 -- 12,4%
113
'
i
lufige Befallensein der Schilddrse (auch von Wahl hervor
Die Karzinome mit. undifferenzierten Zeilen haben oft diagno
gehoben), das sich zum Teil durch das Haften von Tumorzelien stische Schwierigkeiten verursacht und wurden lange Zeit fr Sar
in Kropfknoten erklren lt. Ferner sei aus meinen Beobachtungen kome gehalten. Es ist dies begreiflich, weil die Tumorzellen oft nur
das Auftreten einer solitren subkutanen Metastase am Unter in lockerem Verband liegen und das Stroma manchmal sehr j
schenkel nach einem lokalen Traimia erwhnt. Auch Hautmeta sprlich ist. Die kleinzelligen Formen (Abb. 6) wurden frher mit I
stasen sind nicht selten und lenken hie und da die Aufmerksamkeit Lymphosarkomen oder Rundzellensarkomen verwechselt, und es
auf einen latenten Lungenkrebs (de Josselin de Jong).
ist1namentlich das Verdienst Barnards, darauf hingewiesen zu
Das Auge bleibt ebenfalls nicht verschont, von Siegrist und haben, da die Zellen meistens doch nicht rund, sondern lnglich,
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Abb. 6. Kleinzelliges, undifferenziertes Lungenkarzinom. Vergr. 150fach.
Abb. 7. Kleinzelliges Lungenkarzinom mit lnglichen, haferkornhnlichen Zellen (Oat-celled tumour). Vergr. SOOfach.
Abb. 8. Kleinzelliges Lungenkarzinom. Metastase in der Milz. Ausfllung der vensen Sinns mit Tumorzellen. Vergr. lOOfach.
namentlich aber haferkornlmlich sind (oat-celled tumours, Abb. 7). Bei den grozelligen Formen (Abb. 9) knnte man manch mal an Endotlieliome denken. Wenn man aber solche Geschwlste
an zahlreichen Stellen untersucht, so stt man doch hufig auf Bilder m it zweifellos epithelialer Struktur, wie dies namentlich auch durch die systematischen Untersuchungen Lindbergs besta tigt worden ist, der in 36% der undifferenzierten Krebse kleine drsige Bildungen und in 30% kleine Inseln von Plattenepithe! fand. Dazu kommt dann noch der ausgesprochen alveolre Bau bei vielen dieser Tumoren.
Whrend die kleinzelligen Formen auf weite Strecken recht eintnig aussehen knnen, ist das Bild bei den grozelligen Formen oft mannigfaltig, in Gre und Form der Zellen innerhalb des selben Stranges stark wechselnd, soda man von Polymorphie sprechen kann. Riesenkerne und mehrkernige Riesenzellen sind nicht selten anzutreffen. Ferner sei noch auf die Mischformen hin gewiesen, in welchen klein- und grozellige Teile nebeneinander Vorkommen und ineinander bergehen.
Hmatogene Metastasen sind bei den undifferenzierten Karzi nomen hufig (in 76,8% dieser Gruppe) und manchmal durch eine eigentmlich diffuse Ausbreitung in den Leberkapillaren und vensen Sinus der Milz (Abb. 8) ausgezeichnet, so da gewal tige Vergrerungen dieser Organe entstehen knnen. Der histo logische Bau der Metastasen weicht hie und da vom Typus des primren Tumors ab. So habe ich in den Hirnmetastasen eines un differenzierten Karzinoms stellenweise Bildung von Hohlrumen mit zahlreichen Papillen angetroffen (Abb. 10).
Bei den Plattenepithelkrebsen geht die Differenzierung der Epithelien verschieden weit. Typische Stachelzellen habe ich nur selten gesehen und auch echte Verhornung in strkerem Ausma (Abb. 11) ist nicht sehr hufig (W. Fischer), whrend zentrale Schichtungskugeln mit Parakeratose zu den gewhnlichen Erschei nungen gehren. In der Peripherie der Strnge herrschen zylin drische, kubische oder polyedrische Zellen vor, im Zentrum neben platten Zellen Riesenzellen m it verklumpten Kernen (Abb. 12). Hmatogene Metastasen finde ich in meinem Material nur in 50% dieser Gruppe. Auch andere Autoren betonen die geringere Nei gung zur Metastasierung bei den Plattenepithelkrebsen.
Die Zylinderzellenkrebse (Adenokarzinome) sind durch aus gesprochen drsige Formationen gekennzeichnet (Abb. 13), wobei das Epithel ein- oder mehrschichtig ist und manchmal auch Papillen berzieht. Freilich kommen nicht selten auch Uebergnge in solide Strnge mit polyedrischen Zellen vor und reine Zylinderzellenkrebse sind nach meiner Erfahrung eher selten. Als funk tioneile Leistung der Tumorzellen ist die mehrfach beobachtete Sehleimahsonderung zu bewerten. Bei den Zylinderzellenkrebsen ist die hmatogene Metastasierung hufig (71,4%), wobei freilich auch hier der-Bau der Metastasen nicht Immer der primren Ge schwulst entspricht.
In der seltenen Gruppe der Adenokankrmde, die in meinem Material nicht vertreten ist, finden sich in demselben Tumor ver hornte Plattenepithelstrnge und drsige, manchmal schleimbildende Epithelschluche.
Was noch das Wachstum der Karzinome in der Lunge betrifft, so erfolgt es infiltrativ unter Bentzung vorgebildeter Wege. Oft dringen die Krebszellen von einem kleineren Bronchus in die zu gehrigen Alveolen vor und fllen dieselben aus, soda kleine Herde entstehen, die makroskopisch an azinse, ksige Pneumo nien erinnern. Auch die Cohnschen Porenkanle in den Alveolarsepten knnen durchwachsen werden. Beim Zylinderzellenkfebs .tapezieren die zylindrischen Zellen oft aufs schnste die Wand der "Alveolen aus. Durch Konfluenz kleinerer Herde entstehen dann die Bilder, die makroskopisch Aehnlichkeit m it einer lobren Pneumonie haben knnen. Dietrich hat neuerdings eine diffuse Krebspneumonie mit homogenen Fibrinabscheidungen beschrie ben, bei welcher er eine bronchogene Ausschwemmung von Krebs zellen aus einer krebsigen Zerfallshhle annimmt. Neben dem Bronehialweg kommt der Lymphweg in Betracht, in welchem ein kontinuierliches Wachstum nach Art des krebsigen Lymphgef infarktes (sog. Lympkangitis carcinomatosa) nicht selten zu beob achten ist. Am wenigsten werden die Blutgefe als direkte Aus breitungswege benutzt. Da sowohl Lymph- als Blutgefe zu dis-
i
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von Karzinom und Sarkom in der Lunge, jedoch mit getrenntem
Ausgangspunkt, hat Scheidegger beschrieben.
Sehr lebhaft errtert wird die Frage nach der Histogenese des
Bronchial- und Lungenkrebses. Drei Ausgangspunkte kommen hier
in B etracht: J. das Oberflchenepithel der Bronchialschleimhaut.
2. Das Epithel der bronchialen Schleimdrsen. 3. Das Epithel der
Lungenalveolen. Einstimmigkeit herrscht wohl darin, da die
groe Mehrzahl der Krebse von den Bronchien ausgeht und hier
in erster Linie das Oberflchenepithel das Bildungsmaterial liefert.
Es gibt Unitarier, welche nur diesen Mutterboden anerkennen und
alle Bronchial- und Lungenkrebse vom Bronchialepithel ableiten,
so z. B. Maxwell, Arkin und Wagner, D'Aunoy, Holpert und Pear-
son, und zwar sollen nach den letzteren Autoren die Basal- oder
5 Reservezellen die Mutterzellen der Karzinome sein.
Geschickter und Denison leiten die epidermoiden Bronchial
karzinome von den Basalzellen der groen Bronchien ab, die lobu
lren und diffusen Adenokarzinome von den Endsten der Bron
chiolen.
Wenn die kleinzelligen, undifferenzierten Karzinome von den
Abb. 9. Grozelliges, undifferenziertes Lungenkarzinoin. Vergr. SOOfacli.
Basalzellen des Oberflchenepithels abgeleitet werden, so lt sich dies einigermaen mit der Aehnlichkeit in der Form und Gre
der Zellen begrnden, uiid z. T. gilt dies auch fr die Zylinder
zellenkrebse, obschon deren Zellen oft mehr den ausdifferenzierten
oberflchlichen Zellen gleichen als den Basalzellen. Die gro
zelligen undifferenzierten Krebse und die Plattenepithelkrebse
haben jedoch kein Vorbild im normalen Bronchialepithel, und so
sah man sich gezwungen, fr die Erklrung ihrer Genese eine
Metaplasie heranzuziehen. Solche Epithelmetaplasien in den
Bronchien, wobei geschichtetes Zylinder-, Uebergangs- oder
Plattenepithel gebildet wird, sind ja hufig beschrieben worden
(Walsuji, Goldzieher, Askanazy, Glaus und FritzscJie, Schmidtmann,
B. Meyer, Siegmund, Brack, Feyrler, Huguenin).
Beweisend fr den Ursprung der Karzinome vom Bronchial-
epithel ist jedoch nur der direkte Zusammenhang kleinster, gleich
sam in der Entstehung begriffener Krebse mit dem Oberflchen
epithel. wobei gefordert werden mu, da diese Epithelwucherun
gen destruktives Tiefenwachstum zeigen, denn nur dann knnen
wir sie als Krebse anerkennen. Um solche Befunde erheben zu
knnen, bedarf es eines besonderen Glcksfalles oder dann so
peinlich genauer und mhsamer Untersuchungen, wie sie von
Lindberg in vorbildlicher A rt durchgefhrt worden sind. Dieser
\bb. 10. Metastase eines grozelligen Lungenkarzinoms im Gehirn mit Papillenbildung. Vergr. lOOfaeh.
Forscher hat bei 39 Fllen von Lungenkrebs den Bronchialbaum der erkrankten Lunge und in 12 dieser Flle auch die Bronchien
der nicht krebsigen Lunge systematisch untersucht und dabei in
15 Fllen umgewandeltes, nicht normales Bronchialepithel an einer
oder mehreren Stellen gefunden.
Dieses umgewandelte Epithel (mehrschichtiges Zylinder-,
Uebergangs- oder Plattenepithel) kann Zellhyperplasien und
manchmal hochgradigeKernatypienaufweisen, soz. B. vergrerte
NMeolen, Riesenkerne und ,,clumping forms" wie bei der Bowen-
- schon Dermatose. Das umgewandelte-Eprrhd; das nach Lindberg
aus den Basalzellen hervorgeht und in gewissem Grade als krebs
verdchtig zu bezeichnen ist, kann in gleicher Ebene in das normale
Epithel eingeschaltet sein, es kann aber auch angedeutetes oder
ausgesprochenes Tiefenwachstum zeigen. In 7 Fllen von Lungen
krebs war mm umgewandeltes Epithel mit deutlicher Neigung zum
Tiefenwachstum vorhanden und in zweien dieserFlle sichere mikro
skopisch kleine z. T. mehrfache Karzinome neben den makroskopi
schen Karzinomen. In 6 von den 7 Fllen mit Tiefenwachstum ge
hrte der groe Tumor in die Gruppe der Plattenepithelkrebse und
nur in einem TU11 in die Gruppg der kleinzelligen Krebse. Eines
der mikroskopisch kleinen Karzinome zeigte neben Plattenepithel
auch drsige Strukturen m it Schleimbildung (Adenokankroid), alle
brigen dieser Karzinome hielten sich rein auf der Linie des
Abb. 11. Plattenepithelkarzinom der Lunge. Vergr. lOfach.
Plattenepithels. Aus diesen Untersuchungen darf der Schlu gezogen werden, ;
da wenigstens die Plattenepithelkrebse m it Sicherheit vom
ontinuierlicher Verschleppung von Krebszellen auch in der Lunge Oberflchenepithel der Bronchialsehleiinhaut ausgehen (Feyrter), j
elbst dienen knnen, ist selbstverstndlich.
und da in fast allen dieser Flle eine Umwandlung des Epithels I
Erwhnt sei noch das Vorkommen von Karzinosarkomen in der Krebsentwicklung vorausgeht. Man darf also diesen Befund
er Lunge (Selye, W. Fischer), wobei das Strom? eines Karzinoms im Sinne einer fakultativen Prkanzerse auffassen. Bei den un
sarkomatse Wucherung bergeht. Gleichzeitiges Vorkommen differenzierten Karzinomen hat jedoch Lindberg das umgewandelte
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Abb. 12.' Plattenepithelkrebs der Lunge mit geringer Differenzierung. Epithelioma paramalpighien. Vergr. IGOfacli.
Abb. 13. Zylinderzellenkarzinom der Lunge. Vergr. ISOfach.
Epithel nur ausnahmsweise und bei den Zylinderzellenkrebsen nie angetroffen. Da aber neben einem kleinzelligen Krebs auch ein mal Tiefenwachstum des Epithels nachgewiesen wurde, darf -es als wahrscheinlich bezeichnet werden, da auch diese Form aus dem Oberflchenepithel hervorgeht.
Was den Ausgang der Krebse von den Schleimdrsen der Bronchien betrifft, so hat Langhaus zuerst einen solchen Fall be schrieben, bei welchem die Neubildung auf die Trachea und die groen Bronchien beschrnkt war und bei welchem er den Krebs von den Drsen ableitet. Lindberg fand in den Ausfhrungsgngen der Schleimdrsen zwar wiederholt umgewandeltes, z. T. sogar krebsverdchtiges Epithel, aber niemals Tiefenwachstum, und auch W. Fischer hat keine sicheren Vorstadien des Krebses in den Drsen gefunden, soda also eine Besttigung des Langhaussehen Befundes in der neueren Literatur fehlt.
Die Entstehung eines Krebses aus dem Alveolarepithel kommt am meisten bei den grozelligen undifferenzierten Karzinomen and bei den Zylinderzellenkrebsen in Frage. Bei den ersteren ist die Aehnlichkeit der Tumorzellen m it desquamierten Alveolarepithelien oft verblffend, soda in den Bandteilen einer solchen Geschwulst die Abgrenzung manchmal auf Schwierigkeiten stt. Bei den Zylinderzellenkrebsen mu man bedenken, da auch das Alveolarepithel kubische oder zylindrische Form annehmen kann, k. B. in atelektatischen Lungenbezirken. Lindberg uert sich dahin, da es ,,in Zweifelsfllen fast unmglich zu entscheiden sei, cb ein Tumor von dem Alveolarepithel selbst oder von dem Epithel eines Bronchiolus ausgegangen ist." Auch Skorpil, der einen gut ftbgegrenzten Lungenkrebs beschreibt, mu zugeben, da er viel
leicht von einem Bronchiolus respiratorius ausgegangen ist. Wei mann hingegen nimmt mit groer Bestimmheit einen Ausgang ge wisser diffuser Zylinderzellkrebse vom Alveolarepithel an. Ei. Beweis, da Lungenkrebse aus dem Alveolarepithel hervorgehen ist freilich m. E. bis jetzt noch nicht erbracht, ich mchte aber mi andern Autoren (z. B. Sweany) die Mglichkeit eines solchen Aus gangspunktes nicht leugnen.
Gibt es auch gutartige Neubildungen als Vorstufe des Lungen krebses? Von Geife i, Ham-perl, Heim, Ausbttel sind neuerding gutartige Brorichialgeschmilste beschrieben worden, die zwar infil trierend und den Knorpel destruierend wachsen, aber abgekapseb bleiben und nach ihrem ganzen Verhalten den Karzinoiden der Dnndarms und des Wurmfortsatzes gleiclizustellen sind. Histo logisch bestehen sie aus zylindrischen Palissadenzellen und polyr drischen Zellen, enthalten manchmal Schleim, und ihr Strom, kann nach Art der Zylindrome, hnlich wie in gewissen Speichel drsengeschwiilsten gebaut sein. Sie treten hauptschlich zwischei dem 30. und 40. Lebensjahr auf, knnen polyps sein und durch Stenose des Bronchiallumens zu Bronchiektasien fhren. Naci Hamperl sind solche Geschwlste frher zu Unrecht fters zu der echten Krebsen gezhlt worden, eine maligne E ntartung soll hchsl selten sein, soda sie also trotz ihres krebshnlichen Baues ein* besondere Stellung beanspruchen drfen. Eine gewisse Aehnlich keit m it diesen Tumoren drfte auch die von v. Meyenburg in dei Trachea beobachtete Basalzellengeschwulst haben, in der es aller' dings auch noch zur Ausbildung von Pflaster- und zylindrischem Flimmerepithel gekommen war.
Etwas anders sollen sich gewisse bronchiale Mischtumoren ver halten, wie sie von Womack und Graham und Verschueren beschrie ben worden sind. Diese Tumoren gleichen bis zu einem gewissen Grade den Mischtumoren der Speicheldrsen, indem sie epitheliale Bestandteile wie auch Mesenchym (Knorpel, Knochen, Fettzellen), ja sogar glatte Muskulatur enthalten knnen. Verschueren hat auch kollagenc Kugeln m it radirer Anordnung der anstoenden Epi thelien sowie Sehichtungskugeln analog den Hassalkchen Krper' eben des Thymus beobachtet. E r betont die Aehnlichkeit mit Zylindromen und meint, da solche Miscligeschwirlste nicht blo in der Umgebung der Mundhhle, sondern auch in der Trachea und in den Bronchien Vorkommen knnen. Sie zeichnen sieh durch langsames, vorwiegend endobronchiales Wachstum aus, knnen aber durch strkere Epithelwucherung bsartig werden und machen dann lympho- und hmatogene Metastasen, die aller dings erst spt auftreten. Hier wre also der Bronchialkrebs auf (lern Boden einer Mibildung entstanden.
Noch eine weitere Form von gutartiger Vorstufe des Lungen
krebses ist beschrieben worden. Es sind dies multiple Adenome des Lungengewebes_ (Hdly,---Loehlem, Oberndorfer) TTiit~ kubiscFem Epithel und kleinen Papillen in den Alveolen. Uebergnge zum Zylinderzellenkrebs scheinen liier mglich zu sein (Kretschmer). Interessant ist die Aehnlichkeit gewisser menschlicher Lungen krebse m it adenomatsen und krebsigen Wucherungen in der Lunge der Schafe bei Jaagziekte und Strongylusinfektion (Aynaud. Peyron und Falchetti, Bonne). Die Jaagziekte ist eine hauptschlich in Sdafrika vorkommende, wahrscheinlich auf einem Virus be ruhende Infektionskrankheit der Schafe. Ferner erinnere ich hier an die krebshnlichen Wucherungen in den Lungen von Meer schweinchen bei Avitaminose (Stiner).
Multizentrische Krebsentstehung ist auch in einer angeborenen Zystenlunge beschrieben worden (Schfer), ferner hat Schwyter Flle von Lungenkrebs auf dem Boden von Gewebsmibildungen (kongenitalen Bronchiektasien, Plattenepithelzysten) mitgeteilt.
Aus den angefhrten Tatsachen ergibt sich, da zwar in ''einigen Fllen der Lungenkrebs aus einer Hamartie oder einem gutartigen Tumor hervorgeht, da aber weitaus hufiger eine direkte Entstehung aus dem Bronchialepithel angenommen wer
den mu, wobei dieses: allerdings, wenigstens bei den Platten epithelkrebsen, zunchst eine Metaplasie erfhrt. Wesentlich sel tener wird der Ursprung des Krebses in den Schleimdrsen der greren Bronchien oder im Alveolarepithel zu suchen sein.
Aetiologie
Von groem praktischen und wissenschaftlichen Interesse istnatrlich die Frage nach der Aetiologie des Lungenkrebses. Wie bei
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den brigen Krebsen haben wir hier endogene und exogene Fak toren zu unterscheiden. Ueber Vererbung ist beim menschlichen Lungenkrebs bisher nichts Sicheres bekannt. Einzig Flle bei Geschwistern, wie sie von Dreyfus, Smohvina und Su&i6 beschrieben worden sind, weisen auf die Mglichkeit einer erblichen Veran lagung hin. Hingegen wissen wir, da beim Lungenkrebs der Muse erbliche Faktoren eine groe Rolle spielen (Bittner, Lynch), indem
in gewissen rein gezchteten Musestmmen Lungentumoren (Adenome und Karzinome) immer in einem gewissen Prozentsatz auftreten. Durch uere Schdlichkeiten, auf die wir zurck kommen werden, knnen solche erbliche Anlagen in verstrktem Mae zur Auswirkung gebracht werden. Da gewisse Lungen krebse auf dem Boden von Gewebsmibildungen entstehen, wurde schon oben erwhnt.
Wichtiger, auch in prophylaktischer Hinsicht, sind die exo genen Faktoren, die ganz allgemein als schdliche Reize auf das Bronchialepithel, vielleicht auch auf das Lungengewebe wirken. Diese Reize knnen sehr mannigfaltiger Natur sein, und viele, die angeschuldigt worden sind, werden zunchst eine akute oder chronische Entzndung verursachen, wobei die oben beschriebene Metaplasie des Epithels als Vorstufe des Krebses eine Rolle spielen kann. Aktinische, mechanische, chemische und infektise Reize kommen hier in Betracht, wobei auch Kombinationen, z. B. me chanischer und chemischer Reize, mglich sind.
Beginnen wir m it den aktinischen Reizen, so wird namentlich der Lungenkrebs gewisser Bergwerksarbeiter als typisches Beispiel eines exogenen und zugleich beruflichen Karzinoms betrachtet. Der Schneeberger Lungenkrebs, frher als Rundzellensarkom ge deutet, heutzutage jedoch als kleinzelliges Karzinom anerkannt i Rostoski, Saupe und Schmorl), wurde ursprnglich auf die Inha lation von Arsen- und Metallstaub (Nickel, Kobalt, Wismuth) zurckgefhrt, bis schlielich ein hoher Gehalt an Radium emanation in der Grubenluft festgestellt und fr die Krebsent stehung verantwortlich gemacht wurde. Gesttzt wurde diese An nahme durch die Tatsache da auch in Joachimsthal in Bhmen, wo Radium aus der Uranpechblende gewonnen wird, der Lungen krebs der Grubenarbeiter sehr hufig ist (Sikl, Beutel und Woldrich Ziel). Neuerdings hat freilich Brandt mitgeteilt, da der Emanal ionsgehalt der Grubenluft in den Sclmeeberger Werken sehr ver schieden und nicht immer besonders hoch ist, soda vielleicht doch neben dem Radium noch andere Faktoren (z. B. Arsenstaub) in Betracht kommen. Bemerkenswert ist jedenfalls, da von 28 in den Gruben gehaltenen Musen 7 Geschwlste aufwiesen, davon allerdings nur 2 Bronchialtumoren (papillre Adenome).
Rntgenbestrahlung scheint beim Menschen noch nie Lungen krebs verursacht zu haben, whrend beim Kaninchen krebshnliche iipithelwucherungen m it autonomem Wachstum nach Bestrahlung mftreten knnen (Ldin und Werthemann).
Eine traumatische Entstehung kommt beim Lungenkrebs hchtens dann in Frage, wenn sich nach Quetschungen, Zerreiungen )der Schuverletzungen der Lunge nach einem lngeren Intervall in sogenannter Narbenkrebs entwickelt, wofr aber bisher nur ehr wenige Flle herangezogen werden knnen (siehe bei Vonend). Kalbfleisch hat neuerdings einen Fall von Lungenkrebs beschne ien, der nach einer fast 26 Jahre langen Latenzzeit in der Narbe iner alten SchuVerletzung auftrat.
Unter den mechanischen und zugleich chemischen Faktoren ist atiirlich die Inhalation von Staub ins Auge zu fassen, wobei nicht ede Staubart in gleicher Weise schdlich sein mu. Da wir vor 11cm die verhngnisvolle W irkung des Quarzstaubes auf die Luncn kennen, so ist die Frage aufgeworfen worden, ob die Silikose lern Lungenkrebs den Weg bereite, was von Klotz bejaht wird.
Vucli von Kennaway wird angegeben, da bei Metallschleifern der .ungenkrebs doppelt so hufig wie bei andern Berufen auftrete. )ie meisten Forscher aber kommen zu dem Ergebnis, da die tilikose keine besondere Hufigkeit des Lungenkrebses zur Folge iahe (Berblinger, Wtjen. Olson, Vorwald und Karr, W. Fischer). .n meinem Material habe ich auch keinen solchen Zusammenhang tideu knnen, denn nur in einem einzigen Fall von Lungenkrebs S. 110, 1936) war eine mige Silikose vorhanden. Etwas anders rscheint die Sachlage bei der Asbestose, die nach Nordmann in inem hohen Prozentsatz zu Lungenkrebs fhrt (bei 12 bis 20%
der Asbestarbeiter). Es handelt sich hier fast ausschlielich um Plattenepithelkrebse, die auch bei Musen nach mehrwchiger Bestubung in auffallender Hufigkeit und zwar multizentrisch auftreten (Nordmann und Sorge). Neben der mechanischen Wir kung der Asbestnadeln soll nach Linzbach und Wedler auch noch ' eine chemische Schdigung durch Kieselsure im Spiele sein, was jedoch nach den Erfahrungen bei der Silikose wenig wahrscheinlich ist. Von Dreyfus ist Lungenkrebs bei 2 Geschwistern nach lang jhriger Inhalation von eisenoxydhaltigem Staub beschrieben worden, jedoch liegen bisher keine anderen Mitteilungen ber Lungenkrebs bei Siderose vor.
Von andern chemischen Faktoren darf auch der Chromatstaub m it dem Lungenkrebs in Beziehung gebracht werden, indem von Alwens, Baake und Jonas und von Pfeil eine ganz besondere Hufigkeit des Lungenkarzinoms bei Arbeitern in Chromatfabriken festgestellt wurde.
In Japan wurde bei Arbeitern in Generatorgasfabriken eben falls eine Hufung der Lungenkrebse beobachtet (Kuroda, Kawahata), wobei auf den hohen Teergehalt der Generatorgase hinge wiesen wird.
Bei den bekannten krebserzeugenden Wirkungen des Teers ist es begreiflich, wenn dieser Substanz auch beim Lungenkrebs besondere Aufmerksamkeit geschenkt wurde. Ist es doch im Tier experiment aufgefallen, da bei Musen nach Teerbepinselung der Haut fters auch Lungenkrebse auftreten (Mller, Murphy und Sturm, Lynch. Schabad, Samssonow), wobei in gewissen Muse stmmen m it besonderer Veranlagung zu Lungentumoren die Zahl der Lungenkrebse sich ungeheuer steigern lt. Beim Men schen ist ein analoger Fall von M.llschitzkij bei einem Teerarbeiter beschrieben worden, der Vor 15 Jahren einen Krebs am Skrotum, 2 Jahre spter einen Krebs am Penis, dann Keratome am Gesicht und Handgelenk und einen Krebs an der Ohrmuschel bekam und schlielich an einem primren Bronchialkrebs starb. Transport der Teersubstanzen auf dem Blutweg und Ausscheidung durch die Lungen gibt hier am ehesten die Erklrung fr die Lokalisation des Krebses im Respirationstraktus. Denn auch die intravense Injektion karzinogener Kohlenwasserstoffe hat bei der Maus Lungentumoren zur Folge (Andervont, Shimkin).
Fr den menschlichen Lungenkrebs kommt nun aber viel mehr die direkte Schdigung durch eingeatmete Teerpartikel in Betracht, wobei die Teerung der Straen angeschuldigt worden ist. Probst hat jedoch gezeigt, da in Zrich die Vermehrung der Lungenkrebse schon vor der Straenteerung eingesetzt hat. In Dnemark konnten Husted und Biilmann auch keinen Zusammenhang mit der Straenteerung nachweisen, ferner ist die Zunahme des Lungenkrebses auch in Lndern festgestellt, wo die Straen teerung nur in sehr geringem Mae durchgefhrt ist, z. B. in Ru land. Nach experimenteller Einatmung von Straenstaub hat Campbell bei Musen Lungenkrebs beobachtet und zwar in einem hheren Prozentsatz bei teerhaltigem Staub als bei von Teer gerei nigtem Staub. Intratracheale und iutrapulmonale Injektion von Dibenzanthracen und anderen karzinogenen Stoffen hatte teils positive (Shimkin, Andervont), teils negative Resultate (Sannie, Oberling und Guerin, Valade). Demnach kann also dem Teer nicht m it Sicherheit eine Rolle bei der Entstehung des Lungenkrebses zugeschrieben werden, obschon es mglich ist, da er in Kom bination mit andern Faktoren doch wirksam ist.
Auf der gleichen Linie drfte der Einflu des Rauchens liegen, seitdem Schrch und Winterstein und Roffo die Krebserzeugung durch Tabakteer in der Haut gelungen ist. Einige Autoren wie Lickint, thin und Wagner, Fleckscder, Syrek, Thys und F. H.
Mller betonen die Schdlichkeit des Rauchens, namentlich des Inhalierens des Zigarettenrauches, und Mller fand unter 86 Mnnern mit Lungenkrebs 56 starke bis extreme Raucher und nur 3 Nichtraucher. Die auffallende Bevorzugung des mnnlichen Geschlechts wird mit diesem Faktor erklrt, wozu aber zu bemer ken ist, da trotz des zunehmenden Rauchens der Frauen eine Verschiebung im Verhltnis der Geschlechter bisher nicht eingetre ten ist. Mertens erhielt bei Musen, die lange Zeit der Einatmung von Tabakraucli ausgesetzt waren, zwar Epithelmetaplasie der Trachea und Bronchien und Zerstrung der Schleimhaut mit Eiterung, aber keinen Lungenkrebs, soda also die tiologische
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ber M ultiplizitt von Geschwlsten gibt 27.2% primr m ultiple
Tum oren auf. 966 T um orsektionen an, soda also unsere Zahl beim
Lungenkrebs nicht sehr erheblich davon abweicht und jedenfalls
zeigt, da auch bei dieser Krebsform eine besondere D isposition
zur Geschwulstbildung im Sinne der Bartelsehen Tumorrasse tio
logisch mitwirken kann.
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Aus der medizinischen Universittsklinik Basel Vorsteher: Prof. Dr. II. Slaehelin
Die Klinik des Bronchial- und Lungenkrebses
Von Itudolf Slaehelin
Als ich den Auftrag bernahm, ber die Klinik des primren Lungenkrebses zu sprechen, war ich mir bewut, da ich Ihnen ber Symptome und Verlauf der Krankheit nicht viel sagen kann, was nicht schon in den Lehrbchern steht. Sie werden das auch i nicht von mir erwarten. Was Sie von mir verlangen, ist, daAch, ihnen an- Tited~eines- greren, selbst beobachteten Materiales etwas ber das durchschnittliche Krankheitsbild und ber seine 1 Abweichungen sage; da ich Ihnen instruktive llntgenbilder sicherer Flle zeige und da ich meine Erfahrungen ber die diagnostischen Mglichkeiten und deren anzustrebende Ver- j besserung mitteile.
Ich habe deshalb mit Hilfe von Herrn Dr. Karl Ladung die ' Krankengeschichten der sicheren Flle unserer Klinik statistisch ; ausgewertet. Die Flle von 1900--1914 wurden schon in der Dissertation von Azriel Dyn.hin (1), die von 1915--1923 in der Dissertation von Israel. Sachs (2) verwertet. Dynkin konnte 17 ; Flle der Klinik, Sachs 35 verwerten, und seit 1924 sind bis jetzt j noch 115 Flle hinzugekommen. Um wirklich nur sichere Flle I zugrunde zu legen, haben wir nur die Flle bercksichtigt, in I denen die Diagnose durch die Sektion oder (in einem Fall) nur j durch den histologischen Nachweis im Lungenpunktat gestellt ] oder besttigt wurde. Unsere neuen 115 Flle besttigen im wesent- ] liehen die am frheren Material gewonnenen Erfahrungen, zeigen aber darber hinaus doch noch manches Lehrreiche. Das Material ist im Verhltnis zu den meisten Statistiken der Literatur ziemlich gro. Ich konnte deshalb alle nicht autoptisch verifizierten Fll''
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Bedeutung des Rauchens fr die Entstehung des Lungenkrebses auch noch nicht feststeht.
Die Auspuffgase der Automobile knnen ebenfalls nicht mit Sicherheit als wirksam angesehen werden. Den negativen Versuchen von Schmidtmann und Campbell steht ein einziges positives E r gebnis von Roffo gegenber und zwar bei einer R atte, die den Verbrennungsgasen des Petroleums ausgesetzt war. Aehnlich steht es m it den Kampfgasen, indem bei Gasvergifteten nach dem letzten Weltkrieg kein aufflliges Vorkommen von Lungenkrebs beob achtet wurde.
Der Lungenkrebs ist auch keineswegs ein vorwiegendes Gro stadtleiden, sondern kommt auf dem Lande ebenso oft vor wie in der Stadt (Parade, und Paschke). Mit den oben erwhnten Aus nahmen (Lungenkrebs bei Einatmung von Radiumemanation, Asbeststaub, Chromatstaub, Generatorgasen) ist der Lungenkrebs auch keine Krankheit bestimmter Berufe. Chauffeure sind z. B. nicht hufiger vertreten als andere Berufsarten.
Neuerdings berichtet Campbell ber Experimente an Musen, wonach chronischer Sauerstoffmangel das Auftreten von Lungen tumoren (papillren Adenomen und Karzinomen) frdert. Beim Menschen ist jedoch ein hufigeres Auftreten des Lungenkrebses bei Bergbewohnern bisher nicht bekannt.
Unter den infektisen Faktoren steht die Grippe im Vorder grund des Interesses, seitdem Berblinger das Ansteigen der Hufig keit der Lungenkrebse m it der Epidemie von 1918 in Zusammen hang gebracht hat. Das Bindeglied wrde in der Bronchitis liegen, die nach Askanazy und Schmidtmann nach Grippe besonders oft zu Epithelmetaplasien in den kleinen und groen Bronchien fhrt. Wie wir gesehen haben, drfte jedoch eine solche Epithelmetaplasie nur bei den Plattenepithelkrebsen eine Rolle spielen. In meinem Material sind nun aber die Plattenepithelkrebse von 1900 bis 1918 wesentlich hufiger als von 1919 bis 1940, nmlich 40% gegen 24,5%. Zudem ist nach der Pandemie von 1889, bis 1892 eine Zu nahme der Lungenkrebse nicht beobachtet worden, trotzdem da mals doch gleiche Schdigungen der Bronchien stattgefunden haben mssen. Die Zunahme im 20. Jahrhundert hat ferner nach mehreren Statistiken schon vor 1918 eingesetzt (Sthelin, Probst, Mnger u. a.). Grippe ist in der Anamnese Lungenkrebs kranker auch nicht m it besonderer Hufigkeit nachweisbar Schnken, Merkel, Vonend), und der groe Unterschied zwischen len Geschlechtern liee sich auf diese Weise auch nicht erklren.
Um zu prfen, ob sich bei Bronchitiden Epithel Wucherungen n den Bronchien feststellen lassen, habe ich bei 100 Fllen von Aber 40 Jahre alten Personen (Sektionsmaterial des Jahres 1941) lie beiden Hauptbronchien auf Stufenschnitten untersucht1). Das
Resultat war insofern negativ, als sich in keinem einzigen Fall ein TiefenWachstum des .Epithels feststellen lie. Stets war-dic'Basal-' nembran intakt, in vielen Fllen sogar hyalin verdickt. Das Epi hel selbst war leider wegen kadaverser Einflsse in 18 Fllen gar licht mehr und in 29 Fllen nur in kleinen Resten der basalen Schicht srhalten. 44 Flle zeigten mehr oder weniger gut erhaltenes Zylinlerepithel m it Flimmerhaaren, nicht selten auch mit Becherzellen, md in 9 Fllen war umgewandeltes Epithel (mehrschichtiges Jebergangs- oder Plattenepithel) vorhanden. Bei 5 Fllen von uingenkarzinom, bei welchen der Bronchus der gesunden Seite mtersucht wurde, fehlte eine solche E pithelm etaplasie. Es hanielte sich um 3 Plattcnepithelkrebse und 2 grozellige undifferenierte Krebse.
Lymphozyten und Plasmazellen lieen sich in allen Fllen, jdoch in sehr wechselnder Menge in der Schleimhaut nachweisen, ft auch neutrophile, seltener eosinophile Leukozyten. Dazu kam ufig eine Erweiterung der Kapillaren. In den submuksen chleimdrsen waren Infiltrate von Lymphozyten und Plasma slien, namentlich in der Nhe der Ausfhrungsgnge, ein gewhn eher Befund. Irgendwelche feste Beziehungen zwischen dem Irade der entzndlichen Infiltration der Schleimhaut, und dem harakter des Epithels lieen sich nicht feststellen. Zu demselben .esidtat ist auch Lindberg gekommen, soda also die chronische ronchitis an sich noch keine Vorbedingungen fr den Bronchial-
J) Die Untersuchung wurde ermglicht durch einen Beitrag der 8tifmg zur Frderung der wissenschaftlichen Forschung an der heroischen ochschule.
krebs schafft. Da die Epithelmetaplasie in der Regel mit entznd lichen Vernderungen einhergeht, soll damit natrlich nicht be stritten werden, nur spielt sie bei der Entstehung des Lungen krebses, wie oben schon betont wurde, nur eine beschrnkte Rolle. Dies gilt auch fr die Bronchiektasien. in deren Wand sich hie und da ein Krebs bildet (Lichtheim, Siegmund).
Einige Autoren haben auch der Tuberkulose eine Bedeutung als Vorstadium des Lungenkrebses zugeschrieben, z. B. Fried lnder, Bibbert, Fleckseder, Frommei, Suzuki, Kraft. Bei der Hufig keit der Lungentuberkulose, ist natrlich ein Zusammentreffen m it dem Lungenkrebs in einer Anzahl von Fllen ohne weiteres zu erwarten, und es fragt sich nur, ob zwischen den beiden Affek tionen auch irgendwelche genetische Beziehungen vorhanden sind. In meinem Material finde ich zwar mehrmals einen verkalkten, tuberkulsen Primrkomplex, aber nur einmal eine indurative Tuberkulose der nicht krebsigen Lunge und einmal Krebs mit Tuberkulose in einer groen Kaverne (von Mnger beschrieben). Einen Zusammenhang zwischen Tuberkulose und Krebs darf man am ehesten dann annehmen, wenn der Krebs in einer alten tuber kulsen Kaverne auftritt, deren Wand z. T. von regeneriertem metaplastischem Plattenepithel ausgekleidet wird. Solche Flle sind mehrfach beschrieben worden (Friedlnder, Wolf, Renner, Basch, Fromme!), ferner fand Friedrich periphere Lungenkrebse in pleuranahen Narben, die mehrheitlich tuberkulsen Ursprungs sein sollen. Es kann jedoch keineRede davon sein, da die Tuber kulose einen hufigen tiologischen Faktor beim Lungenkrebs dar stellt.
Dasselbe gilt von der Syphilis, deren Lokalisation in den Bronchien und Lungen jedenfalls selten und nur schwer diagnosti zierbar ist.
Unsere Kenntnisse ber die Aetiologie des Lungenkrebses sind also recht bescheiden und stehen zum groen Teil auf unsicherer Basis. Es ist deshalb begreiflich, wenn M . und C. Macklin letzthin m it Nachdruck darauf hingewiesen haben, da fr die Annahme chronischer Reize bei der Entstehung des menschlichen Lungen krebses die ntigen statistischen Unterlagen noch grtenteils fehlen. Wenn man z. B. chronische Bronchitiden, Bronchiektasien etc. fr tiologisch wuchtig ansehen wollte, so mte zunchst ge zeigt werden, da diese Vernderungen in der Anamnese Lungen krebskranker hufiger sind, als bei der Gesamtbevlkerung des selben Alters und Geschlechts. Zudem knnen Entzndungen und Erweiterungen der Bronchien die Folge und nicht die Ursache eines langsam wachsenden Krebses sein, da ein solcher nicht selten zu Sekretstauung fhrt. M. und C. Macklin sind deshalb geneigt, der Hereditt eine viel grere Bedeutung als den ueren Faktoren zuzuscbreiben.-simwollen ferner die imisehriebene'Lokaif-~^ sation des Krebses m it einer somatischen Mutation der Zellen er klren. Sie geben jedoch zu, da die Erblichkeits- und auch die Zwilbngsforschung beim menschlichen Lungenkrebs bisher nichts Positives ergeben hat.
Die Wahrheit wird aber auch hier, wie bei vielen andern K ar zinomen, in der Mitte liegen, indem neben einer ererbten Disposition uere Reize in verschiedener Strke und Kombination die Bedin gungen fr das bsartige. Epithelwachstum schaffen knnen, wie dies aus den Tierversuchen bereits ersichtlich ist. Da in der Luft enthaltene schdliche Stoffe in der letzten Zeit jedenfalls in ver mehrtem Mae eingeatmet wrerden und sich in ihrer Reizwirkung
summieren knnen, ist ja wohl nicht zu bestreiten. Daneben ist aber die Disposition nicht zu vernachlssigen.
Eine Disposition, sei sie nun vererbt oder erst whrend des extrauterinen Lebens erworben, kommt ja auch darin zum Aus druck, da Kranke mit Lungenkrebs nicht ganz selten auch Trger von andern gut- und bsartigen Tumoren sind, ln meinem Mate rial finden sich 6 Flle m it Karzinom eines anderen Organes (Zunge, Oesophagus, Stirnhaut, Mamm, 2 mal Prostata) und 1 Fall mit Knochensarkom des Beckens. Gutartige Tumoren (Fibrome, Lipome, Angiome, Myome, Papillome, Cholesteatome) sind 18 mal verzeichnet, ferner 13 mal Schleimhautpolypen des Darmes und des Uterus und subkutane Atherome. Wenn wir nur die 25 echten Tumoren in die Berechnung einbeziehen, so ergeben sieb 21,4% Lungenkrebse, bei denen nocli andere primre Geschwlste im Krper zur Entwicklung gekommen sind. Die Arbeit von Egli
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