Document 77R2NgJ5MzL1r9bkJ0XVZ4O6
Positionspapier PFAS-Beschrnkung
Positionspapier zum Beschrnkungsvorschlag fr die Stoffgruppe PFAS:
Ausnahmeregelung fr Solarindustrie
Stand: 24.9.2023
Als Clean-Tech-Unternehmen setzt sich Meyer Burger fr nachhaltiges Wirtschaften und den Schutz der natrlichen Ressourcen ein. Fr uns ist konomisches Handeln erst dann gewinnbringend, wenn es auch kologisch und sozial einwandfrei ist. Als Hersteller von Solarzellen und Solarmodulen sowie Maschinen und Anlagen fr die Photovoltaik sind wir an zentralen Schnittstellen der Energiewende ttig und treiben durch den Ausbau der Solarindustrie in Europa den Einsatz erneuerbarer Energien, im besonderen Solarenergie massiv voran.
Wir sind als europischer Hersteller von Solarmodulen mit hoher Wertschpfung in Europa und in Deutschland, stolz darauf, dass unsere Produkte frei von Blei und PFAS sind. Insbesondere kommt kein PTFE fr die Rckseitenisolierung zum Einsatz. Dies dokumentieren wir mit einer speziellen Herstellererklrung. Durch die Ankndigung des vollstndigen Produktumstiegs von Meyer Burger auf Glas/Glas-Module kann in naher Zukunft sogar gesamthaft auf Rckseitenfolien verzichtet werden. Dies trgt nicht nur zur Abwesenheit von PFAS bei, sondern auch zur besseren Recyclingfhigkeit. Als Hersteller wissen wir, dass es also technisch zumutbare Mglichkeiten gibt, PFAS-freie Module zu produzieren und wrden dies gern zum gltigen Standard erheben.
Gleichwohl kann die PV-Produktion selbst, analog der Halbleiterherstellung, nicht vollstndig PFAS-frei erfolgen. In der Solarindustrie gelten - hnlich wie in der Halbleiterindustrie - extrem hohe Anforderungen an die Reinheit - sowohl in Bezug auf verwendete Rohstoffe als auch hinsichtlich der Umgebungsbedingungen. Alle Prozesse sind darauf ausgerichtet, die Produkte vor ungewollten Verunreinigungen zu schtzen. Die Verwendung von PFAS-haltigen Bauteilen in der Infrastruktur trgt in hohem Mae dazu bei. Selbstverstndlich untersttzt die Solarindustrie aus berzeugung die Reduzierung von Risiken fr die menschliche Gesundheit und die Umwelt, jedoch sollten die regulatorischen Manahmen, wie z.B. der Beschrnkungsvorschlag fr PFAS, in einer angemessenen und vor allem ganzheitlichen Betrachtung der daraus resultierenden Konsequenzen erarbeitet werden. Aufgrund der Vielzahl der Stoffe, die beschrnkt werden sollen, entsteht eine extrem breite Betroffenheit der Industrie und erzeugt massive konomische und gesellschaftliche Auswirkungen. PFAS werden in der Solarindustrie wegen ihres inerten Verhaltens - sie reagieren nicht mit den Produkten (= verunreinigen sie nicht) - hufig in industriellen Anlagen in Dichtungen, Schluchen, Leitungen, Ventilen, Transportbehltern und Becken bzw. Tanks eingesetzt. Hier tragen sie zur Sicherheit und Langlebigkeit der
Seite 1 / 3
Positionspapier PFAS-Beschrnkung
Anlagen und industriellen Infrastruktur bei. Aufgrund der Rahmenbedingungen (z.B. hohe Temperaturen, hohe Drcke, extreme pH-Werte) bestehen hierfr hufig keine geeigneten Alternativen. Wenn die vorgesehene Beschrnkung von PFAS im vorgesehenen Umfang in Kraft treten wrde, stnden die Unternehmen im Bereich Photovoltaik vor einer Vielzahl von Problemen, wenn nicht vor dem Aus in Europa.
Will man also die PV-Industrie in Europa nicht zerstren bzw. deren aktuellen Ausbau gefhrden, muss man diese als weitere Ausnahme neben der Halbleiterindustrie fr den Einsatz von PFAS im Herstellungsprozess zulassen.
Nur so knnen die Klimaziele des European Green Deal gelingen. Ohne PFAS droht der Energie- und Mobilittswende eine Vollbremsung. Der aktuell vorgelegte PFAS-Entwurf droht ein Hightech-Verbot zu werden, das die
technologische Souvernitt und Versorgungssicherheit in der EU massiv gefhrdet.
Meyer Burger untersttzt mit diesem Kommentar konkret das Positionspapier zum Beschrnkungsvorschlag fr die Stoffgruppe PFAS des Verbandes IMAT e.V. vom 29.6.2023 bzgl. Ausnahmeregelungen fr die Halbleiterindustrie.
- Es muss gem REACH - Verordnung eine differenzierte Bewertung der mit diesen Stoffen verbundenen Risiken fr Mensch und Umwelt (Gefahren + Expositionen) einschlielich bereits etablierter Schutzmanahmen/Verwendung stattfinden. Dabei wre eine Unterscheidung zwischen industriellen Verwendungen und Verbraucherprodukten vermutlich hilfreich.
- Sollte sich im Ergebnis des Assessments kein inakzeptables Risiko ergeben, mssen diese Stoffe bzw. Stoffgruppen von der Beschrnkung befreit werden.
- Es muss eine ganzheitliche Betrachtung von Alternativen stattfinden, sofern es welche gibt. Sichere Verwendungen von PFAS, die nicht durch geeignete Alternativen ersetzt werden knnen, mssen fr industrielle Verwendungen auch weiterhin in Europa mglich sein.
- Die bergangsfristen mssen angemessen und branchenbezogen festgelegt werden. Eine pauschale Regelung kann nicht die Besonderheiten einer Branche wie z.B. fr die Halbleiter oder PV bliche Entwicklungszeitrume, Qualifizierungs- und Zertifizierungsphasen bei Kunden abbilden.
- Ausnahmen fr die Halbleiterbranche - wie auch fr die Solarindustrie, wo PFAS nicht in das Produkt eingehen und bereits jetzt eine sichere Verwendung nachgewiesen ist, sollten unbefristet festgelegt werden.
-
Seite 2 / 3
Positionspapier PFAS-Beschrnkung
- Es muss verhindert werden, dass europische Unternehmen aufgrund der PFASBeschrnkung nicht mehr produzieren, aber nicht-europische Unternehmen derartige Artikel in die EU liefern knnen.
- Die PFAS, die mit dieser Beschrnkung reguliert werden, sollten eindeutig identifizierbar sein z.B. mit CAS-Nummer, so dass die Unternehmen und auch die Akteure der Lieferkette effizient und transparent agieren knnen.
- Es muss ein Verfahren gefunden werden, um in Produkten enthaltene PFAS entlang der Lieferkette zu identifizieren. Welche Daten genau bentigt werden, wre noch zu diskutieren.
- Es muss eine Kohrenz zwischen den chemikalienpolitischen Regulierungen und den Manahmen zur Umsetzung der Ziele der EU aus dem Green Deal hergestellt werden.
- Nach dem Ende dieser ffentlichen Konsultation muss der Beschrnkungsvorschlag an den Stellen, wo von Annahmen z.B. bei der Verfgbarkeit von Alternativen oder technischen Lsungen ausgegangen wurde, anhand der eingereichten Fakten korrigiert werden.
Lsungsvorschlag Meyer Burger:
Verbot von PFAS in PV-Produkten, wie Solarmodulen; ABER Zulassung von PFAS im Herstellungsprozess der PV-Industrie = Ausnahmere-
gelung Solar
ber Meyer Burger Technology AG
www.meyerburger.com Meyer Burger hat mit der Produktion von Hochleistungs-Solarzellen und -Solarmodulen im Jahr 2021 gestartet. Seine proprietre Heterojunction/SmartWire-Technologie ermglicht es dem Unternehmen, neue Standards in Bezug auf Energieertrag zu setzen. Mit Solarzellen und -modulen, die in der Schweiz entwickelt und in Deutschland unter nachhaltigen Bedingungen gefertigt werden, will Meyer Burger zu einem fhrenden europischen PhotovoltaikUnternehmen wachsen. Derzeit beschftigt das Unternehmen rund 1300 Mitarbeitende an Forschungssttten in der Schweiz, Entwicklungs- und Fertigungssttten in Deutschland und an Vertriebsstandorten in Europa, den USA, Australien und Asien. Meyer Burger wurde 1953 in der Schweiz gegrndet und hat in den letzten Jahrzehnten als Anbieter von Produktionssystemen die Entwicklung der globalen Photovoltaik-Industrie entlang der gesamten Wertschpfungskette geprgt und wesentliche Standards der Industrie gesetzt. Ein grosser Teil der heute weltweit produzierten Solarmodule basiert auf Technologien, die von Meyer Burger entwickelt wurden. Die Namenaktien der Meyer Burger Technology AG sind an der SIX Swiss Exchange gelistet (Ticker: MBTN).
Seite 3 / 3