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FILE NAME: German Articles - Some with English Translation (GER) DATE: 1935 DOC#: GER055 DOCUMENT DESCRIPTION: Medical Journal Article - Walter Alwens - No Translation fl. Novnm ln-i- l!Wr> MNCHENER MEDIZINISCHE WOCHENSCHRIFT Forschung und Klinik. Aus dur -4dt. Abteilung fr innere Kranke des Stadt. Krankenhauses Fydi.kfart *. -V. (Direktor: Prof. Dr. W. A w e n sh / lieber Asbestose der Lungen"). , / Von Walter A 1WCII s. Fell halte vor einiger Zeit Gelegenheit mit meinem Ober arzt, Herrn I)r. Ba u k e, auf Veranlassung von Herrn Gewerbe- Medizinairat. Dr. l i e t k e in Wiesbaden die Lungen von 35 An gestellten einer Asbestfabrik (14 Mnner und 21 Frauen) rnt genologisch zu untersuchen. Die Angaben ber die Beschf tigungsart und -datier dei Untersuchten und den erhobenen klinischen Befund einschlielich Vorgeschichte verdanke ich der Gewerbe-Medizinalassessorin Frulein Dr. S a n d e r s in Wiesbaden, ln Deutschland ist ber Lungenvernderuugen bei Asbestarbeitern verhltnismig nicht viel bekannt und im Schrifttum wenig beschrieben. Im auslndischen Schrift tum vor allem im englischen und aus den Vereinigten Staaten finden sich wesentlich mehr Verffentlichungen und die Bear beitung greren Materials. Eine ausfhrliche deutsche Arbeit stammt von Eeg.-Gewerberat Dr. K r g e r , Prof. R o s t o s k i u n d ' S a u p e in Dresden, welche 52 in Asbestfabriken ttige 1 Arbeiter und Arbeiterinnen untersuchen konnten. B t t n e r - W o b s t und T r i l l i t z s c h verffentlichten die Krankenge- .schichten von 9 Arbeitern aus Asbestfabriken m it Rntgen befunden. Ueber das Vorkommen und die Verwenduiigsweise des Asbests in der Industrie verweise ich auf die ausfhrliche Arbeit von Krger, Rostoski und Saupe. Deutschland kommt : als Ausgangsort nicht in Betracht. Erkrankungen sind also nur in der Asbest verarbeitenden Industrie zu erwarten. Bei der Asbestwarenfabrikation entsteht berall reichlich S t a u b , vor allem beim Mischen, Krempeln, Spinnen und . Weben. Wenn auch durch gewefbehygienische Manahmen ent weder vor allem an den Maschinen selbst durch mechanische Staubabsaugung oder durch Raumvetttilation und Zufuhr von frischer Luft versucht wird, der Staubplage Herr zu werden, so bleibt doch immer noch eine verhltnismig erhebliche Staubentwicklung brig, die vor allem in veralteten Betrieben so stark sein konnte, da die Arbeiter in einem feinen Nebel ihre Arbeit verrichteten (Krger, Rostoski, Saupe). Jedenfalls mu heute gefordert werden, da jegliche Vorbeugungsma nahme in den technischen Betrieben angewendet wird, wofr in erster Linie Abdichtung staubverursachender Maschinen, mechanische Staubabsaugung und ergiebige Raiunventilation in Betracht kommen. Die von uns untersuchten Arbeiter und Angestellten waren in der Stoffvorbereitung (Oeffnen), beim Krempeln bzw. als Krempelschleifer, beim Spinnen. Zwirnen, Weben lind in der Betriebsleitung ttig. Als besondere Form der Asbest Schdigung der Haut fhre ich, ehe ich zur Be Schreibung unserer Flle bergehe, noch die Beobachtung von A.P. Dow i r t z an. der bei fast allen in den Schchten von Swodlowsk am Ural Arbeitenden an der Innenflche der Hand Und der Finger und im Sommer auch an den Fusohlen schmerzhafte Warzen von der Gre eines Hirsekorns bis zu der einer Erbse beobachtet hat, die durch Eindringen von Ashcstteilchen in die Haut verursacht sind. R o s t o s k i und S a n te haben derartige Vernderungen an der Haut ihrer Flle nicht feststellen knnen, whrend Frulein Dr. S a n d e r s von oiliefii Fall, der 11 .Tahre in der Stoffvorbereitung ttig war, die nnatnnestisehe Angabe bekam, da er vifilirend der Zeit der Asbestnrboil Wnrat an den FingerUngelwurzeln und unter den Ngeln, die na^b Auspiien der Asheslarbeit wieder votwbwimden. gehabt habe, , i A. n inti n n s 11soll e. A n g a b e a n s 6 r e r P l l e : Zwelm.-il Lungentuberkulose in iler FamlUei und zwar bei Mt ter iiuit .Schwester nhd Bruder und eUnnal Krebs, in der Familie, , und. iwiir beim. FJiomnun. Von frheren Erkrankungen der! Unter,- V jJ *- w'.. . 1 %v *J Jfaeh einem in der lledizbitselien osellschnft in .Frank- | r| . ttni 27. 2. IttSS geliidtenen Vertrug. ' 'Pv* 1'/ ' ... v \. ,, ` suchten selbst sind vor allem diejenigen der Atmungsn.-ir&tie - er whnen. Es finden sieh 5, welche in Lungenheilsttten K m? durchgemacht hatten, 2 davon gaben Hmoptysen in der Vwgv:-.-lw:bt<an, an Knochentuberkulose mit Senkungsabszt war dt,.. ArLit-'rfn behandelt worden. Von anderen Gesundheitsstrungen sh. 3 rheumatische Erkrankungen erwhnt. Die D a u e r J r f B - r h a f t i g u n g im Asbestbctrieb schwankte zwischen 1 nmi '24 Jahren, da Alter der Beschftigten zwischen 23 uni 60 Jahren. Ein,- ArUdterin von 48 Jahren, welche 23 Jahre im Asbe.sthetrieh ttig , hatte whrend des Krieges 4 Jahre als Flechtern mit Kieselgur gearbei tet und dabei grere Staubmengen mit freier Kieselsure Quarssand) eingreatmet. Bei ihr konnte eine Asbestose 3. Grades a.lt Sili kose im Bntgenbild festgesteilf werden. Was die zur Zeit- der Untersuchung angegebenen B e s c h w e r d e n anlangt. so standen auch hier wieder die von seiten der At mungsorgane im Vordergrund. Ganz- besonders auffallend war die verhltnismig hufige Angabe ber Kurzatmigkeit -and BeiOemmungsgefhl auf der Brust schon bei geringen krperlichen Anfor derungen, was auch Bostoski und Saupe betonen. Diese Angabe . wurde 17 mal gemacht, 18mal wurde ber Husten, vor allem Sr Form von qulendem Beizhnsten geklagt, zher schleimiger Auswurf fand sich 7aal, JTachtsehweie 4mal. Brust- und Rckensebn'ierzeE5 mal. Kiekt selten waren auch Angaben ber Kopfschmerzen 16mal) und allgemeine nervse Beschwerden (6 mal). Dagegen konnte die iu englischen Schrifttum hervorgehobene hufige Beteiligung der Vesdauungsorgaue- nicht festgestellt werden, 3mal wurde ber Appetit losigkeit, 3 mal ber Magen-Darmstrungen find einmal ber Ge wichtsabnahme geklagt. Eine Hufung von Aborten bei den Asbcstarbeiterinnen war nicht festzustellen, es mute nur iu einem Fall , eine Sterilisierung wegen Lungentuberkulose und 3 maligen Aborts vorgenommen werden. O b j e k t i v e r B e f u n d : Der Ernhrungszustand war im all gemeinen gut. Nur in 6 Fllen ist ein schlechter reduzierter Krfteuud Ernhrungszustand vermerkt. Einmal fand sieh bei einer Frau eine ausgesprochene Adipositas auf endokriner Grundlage. Bei der Inspektion des Brustkorbs ergaben sich 4 mal Kyphoskoliose und 3 mal stark eingesunkene Supra- und Infraklavikill argruben. Au den Lungen konnte 5 mal eine Spilzendmping auf tuberkulser Grundlage, 3 mal mit verschrftem Yesikulratmen. lestgestellt wer den. Tina! fand sich trockenes und feuchtes Bassein beiderseits. 2 mal Heilten unten, 4 mal Anzeichen von Emphysem und 5mal Dmpfung ber den Unterlappen mit abgesehwchterr, Vesikulratmen Und schlecht verschieblicher Grenze als Ausdruck von Pleura Verwachsungen. Plattfe und Varizen sind je 2 mal notiert, Piia ryitgitis uud Konjunktivitis je einmal. Die beide' letrfgenamfeu Affektionen, welche unmittelbar durch die Asl.W. .taubemwirkt:r,r verursacht sein mssen, sind von anderen tihtersnehern h..fee', gefunden worden. Das Herz war zweimal vergrert mit Jtei.-hen 'n kompensierten Mitralklappenfehlern. Die Blutdruck!-.he Ivt u'ch's Besonderes, Werte unter 100 min Hg systol. wurden nicht gemessen. Das Maximum betrug in einem Fall 168 mm Hg, im brigen bewegte sich der Blutdruck zwischen Hfl und 150 mm Hg systolisch und 70 und 90 Hin Hg diastolisch. Eine auffallende Hypotonie (>cm ?- und 95 mm Hg), wie sie im englischen Schrifttum erwhnt wir 1. kannte also nicht festgesteilt werden. Untersuchungen des Answari* kannteil aus ueren Grnden leider nicht vorgenommen wcriim. V ie schon erwhnt,.machten 7 unserer Untersuchten Angaben iibi r rbcu schleimigen Aswiirf. Bei der Untersuchung des Auswitt - ist d a s ' Vorhandensein von Asbestfasern und Asbcstk-v"..eben -n achten. V D i o V A s b e s t f a s e f i i sind im Jahre 1929 ( G i e y n e ' ?vn erstenmal !1ni A us w u r f gefunden worden; die Asbe-stkvpcrchcv., ursprnglich hi der Autopsie ( Cook el gefunden, wurden 1926 im Sputum naellgewiesen ( S te w n r t) , Die von M a r 0 h a u d und S P * s e i Im Jahre 1906.und von F a h r int Jahre 1914 gemachten Beobacktutagen, drften mit den oben genannten der englischen Autoren gleichbedeutend sein. Nach T i m i n e r M a n s schwankt die Gre der Asbestosiskrper In der Lnge wischen 15 n und 160 /1. iu der Dicke zwischen 1 ,u und 5 ,a. Sie haben eine goldbraune Farbe und sind Von spindelfrmiger oder keulenaTtiger Gestalt, In der Mitte 8. N ovem ber 19,'5 MNCHENER MEbtZlNlSCHM WOCl! EKSCHRIFT Abb. 3. grer oder kleiner ist als boi der Silikose, ist bisher nicht bekannt. Die Schwere der Erkrankung' soll von der Dauer der Exposition und von der Natur und Konzentration des Staubes abhiigen. Dieser Annahme gegenber mu aber darauf hin gewiesen werden, da R o s t o s k i und S a u p e bei ihren Fl len trotz langer Arbeitszeiten und starker Staubgefhrdung nicht immer die strksten Grade der Erkrankung fcststellen konnten, was wir durch eine eigene Beobachtung besttigen knnen. Diese Beobachtung fhrt zu der Vorstellung, da neben der Exposition auch noch konstitutionelle Faktoren bei der Entstehung der Asbestose eine Rolle spielen mssen. Die Therapie ist rein symptomatisch. Wichtig ist die Herausnahme des erkrankten Arbeiters aus dem Asbestbetrieb, um ein Fortschrei teil der Krankheit zu verhten ( B t t u e r W o b s t und T r i 11 i t z s eh), wenngleich von anderer Seite darauf hingewiesen wird, da die Krankheit auch nach Aus Abb. 4. stzen der Arbeit und Berufsaufgabe noch progrodh Charakter zeige, womit wir nach einer eigenen Beobaeli 1 beicinstimmeil. Es bleibt dann nur die Invalidisierung Jedenfalls drfte es sich als zweckmig erweisen, die A r vor der Berufsaufnahme zu untersuchen und einer migen rztlichen Nachuntersuchung zu unterziehen, dingt zu fordern ist, da die Asbestbetriebe unter die V.>niuig ber die Ausdehnung der Unfallversicherung auf ID;' kraukheiteri vom 13. 2. 1929 fallen, um die gesetzliche Anei :ui ming der Asbestose als Berufskrankheit zu sichern, da die selbe der Silikose, welche in die Liste der anzeigepflichtig: u Berufskrankheiten unter Nr. 16 atifgenommen ist, als gleich wertige Stnublungenkrankheit zur Seite zu stellen ist. S e li r i l t u m : Regei1: V irehow s Al'cli. Bit. 290, S. 280, 1930. -- B e in tk er: A reji. Gewerbe Pthologio 1031. 2, 345. -- B ttn e r--W obst n. T rillitzsch : B ie Tuberkulose* 1931i N r. 1. -- Cooke: B rit. incil. 1927, 1(124. -- B e w irt/: A rch. B e rm a t.lb k 1798 MNCHENER M ED l/RN iaU iE R u.v. ax 1 1 -> 1 1 1 i erkennt man einen dnnen glashellen Zentralfaden, der au den En,](>n hufig hinausragt. Die Ashestosiskrper sind nicht pflanzlichen ,,luv tierischen Ursprungs, ebensowenig im Asheststauh enthalten, sj,> sind Ablagerungen an Ashosti'asern und silikotischen Ursprungs. Kiltsprechend der M c D o n a 1d'sehen Auffassung handelt es sich ijet der Bildung der Ashestosiskrper um eine Einkieselung der fasern. Den phagozytierendeu Zellen, welchen C o o k e eine besondere Bedeutung bei der Entstehung der Ashestosiskrper zueluviht, kommt wohl nur eine nebenschliche Bolle zu ( T i m m e r ,1 ;i Die Asliestkrperchon gehen die Berliner Blauvoaktion mit i-,. yankaUum und verdnnter Salzsure. B e i n t k e r nimmt an, ,i auf (kund der Anordnung der Asbestose im Lungengewebe zu Mb Ihm ist, da die Asbestfasern erst im Gewebe wandern und .iniin erst ihre Wirkung entfalten. Von der Silikose wissen wir z. B, i Hi Untersuchungen von K a l b f l e i s c h , da der inhalierte taub (Kruchengre durchschnittlich 4/ und darunter), wenn das Lungengewebe gelangt, sowohl an der Stelle des ,Eintritts Aie auch nach Verschleppung auf dem Lymphwege in der Umgen ag der Lymphhahneu die Entstehung von Silikosekutchen von 'eliarakteriatischom Aussehen veranlat. Was die L o k a l i s a t i o n .inbeli'iift, so finden sich die ansgedelintesten und ltesten silikoti- .ciieii Vernderungen in reinen Sikosclungen in den seitlichen und hinteren subpleuralcn Abschnitten dos Mittelgeschosses und in den liiugoimnhen regit ren Lymphknoten (Kalbfleisch). Bei der Ashestoso handelt es sich im Gegensatz zur Silikose um eine viel dif fusere Ausdehnung der Bindegewebsvermehrung (diffuse chruu. in terstitielle Fibrose der Lungen), die in den basalen Lungenbezirken beginnt und durch Abhau der Asbestnadeln zu HiOa, die die Nadeli'onu liehlt, entsteht ( B e i n t k e r ) . Du der gewhnliche klinische Befund nicht charakteristisch ist und der Nachweis der Asbestosiskrperehen im Auswurf verhltnismig selten gelingt, ist es wichtig, die Rntgen untersuchung zur Diagnosenstellung heranzuziehen, um mit ihrer Hilfe den Grad der Ausdehnung der Krankheit bzw. ihre Entwicklung und ihren Verlauf zu erkennen. Whrend B t t n e r - W b s t und T r i l l i t z s c l i angeben, da bei beginnender Erkrankung zirkumskripte hirsekorn- bis linsengroe Fleck chen sieh verstreut finden und in spteren Stadien die Ver breiterung der Lungenhili mit zunehmender Fleekelung bzw. Verschattung der Mittel- und Unterfelder hervortritt, haben R o a t o s k i und Sa u p e versucht, ihre Rntgenbefunde in 3 Stadien einzuteilen. Dieser Stadieneinteilung sind wir im allgemeinen gefolgt, naturgem finden sieh auch Uebergangszustude. Von auslndischen Autoren haben D h e r s , H a d dow, L ov i s e 11 o, Mu s s , in neuester Zeit E l l m a n n und Wood das Rntgenbild dev Lungenasbestose beschrieben. Zum Verstndnis des Rntgenbildes mu man sieh an die oben er whnten Unterschiede des anatomischen Befundes zwischen Silikose und Asbestose erinnern. Wir geben im folgenden eine kurze Darstellung der 3 Sta dien nach R o s t o s k i und S a u p e. 1. S t u d i u m : Uncharakteristische Verstrkung der Lnngenstreil'enzoichming, namentlich in den Unterfeldern und neben den ifor/.rndern. Lungonzeiehmmg: Feinnetzartig mit vielfach feinsten l'iinkteliingen. Studium mit Lupe ist. zur Erkennung dieser leicht bersehbaren Vernderungen von Nutzen, S t a d i u m : Lungenzeichnung im Vergleich zur Norm als sehr dichtes Netz mit kleinen Maschen und Waben erkennbar. Feine weiche, mehr weniger scharf begrenzte Fleckschatten in reichliche rer AuzaId, Neben den Horzrmleru, unter Umstnden auch im Herz schulten, wesentlich verstrkte grobe StreifenZeichnung, vorzugs weise Anordnung in Unterfehlern. Unterschied gegenber den ande ren Formen der Staublunge, hei welchen Unterfelder oft frei oder nur wenig betroffen sind. Bei Asbestose dagegen epidiuphrnguiale l.uugenbozirke und Kmnplementrrnme befallen. Herzrnder in folge anliegender pulmonaler Trbungen leicht verschleiert. Rechte l.nngenseito hiiullg bevorzugt. Doppeikonturen der Lungeiizeichnung neben den Herzriindern mssen nicht immer auf Bronchiektasen be ruhen. Liingenhilusseliatten bei der Asbestose im Gegensatz zu ande ren Pneiimonokonioseu zunchst verhltnismig wenig verndert, euch spter meist, nicht hochgradig, grobe Kalkeinlagerangen feh len. K.s besteht ein absoluter Unterschied der Asbestoselungen von 'len typischen Bildern der Schmiegestber-SuKosuppeu-Hel) rotkrn hingen, wie sie z. B. fr die Snmlsteinnvbeitev typisch sind. Nie iin- h"( sich also die fr Silikose charakteristischen Kntchen (Wood). I' e lj e g a u g zu S t a d i u m 3: Quantitative Zunahme der i Vi kschntten. Hufig wolkige, auch grbere, weiche, verwaschene jmtli nhiiiluugoii (entweder atelektatische oder imlurierte Lungen bezirke), ferner flchenhafte, zarte, nioht scharf ahgrenzbare Schlei erungen, innerhalb deren sieh die beschriebenen feineren Struktur vernderungen erkennen lassen. Auftreten lokalisierter, vermehrt strahlemluvchlssigor Bezirke, (vikariierend geblhte Lungcntoilo Pseudokavornan), Herzrnder mehr und mehr verwaschen. 3. S t a d i u m : Die flphenhnften Schioierungen nehmen zu, aber keine groben tumorartigen Schwielenbildungen wie hei den Sili kosen. Herzrand kaum oder nicht mehr differenzierbar. Hilus breit und dicht. Kalkoiniagerungen drften eher auf tuberkulser Ursaohe als auf Staubfolgen beruhen. Infrakitt vikulares Emphysem im Gegen satz zum epidiaphragmalen hei anderen Staublungenerkrankungen. Bezglich der Kombination mit Tuberkulose lt sieli sagen, da in keinem unserer Flle eine aktive Tuberkulose neben der Asbestose festgestellt wurde. 3mal fand sich ein alter abgeheilter Primrkomplex und 5mal lieen sieh alle indurierende Spitzen- und Oberfeldherde nachweisen. Eine Be teiligung der Pleura in Form von greren oder kleineren Schwarteubildungen im Sinus bzw. ber dem Unterfeld war 5mal vorhanden. Der brige Rntgenbefund bot nichts Bemer kenswertes. Abb. 1. St. M. 48 Jahre, 5 Jahre im Asbestbetrieb, 1930 im Stadt. Krankenhaus wegen Knochentuberkulose. Beschwerden: Starke Atemnot, Nnehtschweie, starker Husten. Rntgenbefund: Ashostosis 1. Grades in beiden Unterteiltem* Linker Herzrund aufgefasert. Abb. 21 W. H. 33 Jahre, 9 Jahre im Asbestbetrieb. 1927 erste Erscheinungen (nach 7 Jahren) Atemnot, Husten, Auswurf. Whrend der Asbestarbeit Warzen an den Fingevwurzeln und unter den Ngeln, die nach Aussetzen der Asbestarbeit verschwanden. Be schwerden; Starke Atemnot bei Anstrengungen. Zeitweiliger Husten. Kein Auswurf. Rntgenbefund: Ashestosis 1.--2. Grades itt beiden Untorfeldorn. Spitzen beiderseits: Vikariierendes Emphysem, Abb. 3. D. 47 Jahre. 21 Jahre im Asbestbetrieb. Beschwerden: Geringe Kurzatmigkeit, Ah und zu Husten. Kein Auswurf. Rntgen befund: Ashestosis 2.--3. Grades in Mittel- und Unterfeldern hds. Herzrnder aufgefasert. Abb. 4. B. M. 48 Jahre. 23 Jahre im Asbestbetrieb. H at wah rend des Krieges 4 Jahre als Fleehterin mit Kieselgur gearbeitet und grere Staubmengen mit freier Kieselsure (Quarzsand) ein geatmet. Seit 4 Jahren arbeitsunfhig. Vor 2 Jahren im Stadt. Kran kenhaus Lungenverstauhung festgestellt. Beschwerden: Zunehmende Atemnot, fast unstillbarer Hustenreiz, Schmerzen beim Purchatmen. Rntgenbefund: Ashestosis 3. Grades und Silikose. Kyphoskoliose mit entsprechender Thoraxdeformierung. Ueberblieken wir die Gesamtzahl der Flle, so fand sich bei 13 ein negativer Rntgenbefund, bei 12 konnte Yerdaelit auf Ashestosis ersten Grades (0--I) ausgesprochen werden, Stadium I--II: zeigten 7, Stadium III: 3 Flle. Die 13negativen standen in einem Lebensalter zwischen 25 und 55 Jahren. Die Berufsdauer betrug auer 2, welche 16 und 17 Jahre beschf tigt waren, durchweg unter 10 Jahren (1--9 Jahre). Die 12 Flle mit Stadium 0--1 standen im 27.-56. Lebensjahr. Die Berufsdauer schwankte zwischen 3 und 24 Jahren, wobei die Beschftigungszeit ber 10 Jahre berwog. Die 7 mit Stadium I--LI waren zwischen 32 und 61 Jahren alt bei einer Berufsdauer von 6--23 Jahren. Die 3 mit Stadium III waren 46--48 Jahre alt und 21--24 Jahre im Bernf ttig. Aus diesen Zahlen geht immerhin hervor, da im Durchschnitt nach lngstens lOj. Berufsarbeit im Asbestbetrieb Lungenverende einigen im Rntgenbild stets nachzuweisen sind. Die schweren Formen scheinen nach noch lngerer Arbeitsdauer aufzntreten. Wh rend im englischen Schrifttum der jngsten Zeit angegeben ist, da die Gesamtheit der klinischen Symptome (Dyspnoe. Abmagerung, Zyanose, mige Expektoration ohne llmoptcd) nach 5--lOj. Beschftigung im Asbestbetrieb aufzntreten pflegt, ( E l l m a n n ) , finden sich unter unseren Fllen anch Beob achtungen, nach welchen sich schon nach 6--9 Monaten bzw. nach 2 Jahren ausgesprochene Beschwerden eingestellt hatten. Den ausgesprochen ernsten Charakter der Erkrankung hebt in neuester Zeit besonders P. Ellmann (London), der ber die Klinik, Pathologie und Rntgenologie der Asbestose ausfhr lich berichtet, hervor. Die Prognose mu als sehr ungnstig bezeichnet werden, da Todesflle bei der Asbestose -- im Ver gleich zur Silikose -- schon nach der halben Besehftigungszeit Vorkommen. Ol) die Tuberkulosegel'ahr hei der Asbestose